Überfahrten ….
Mittwoch 23.5.
Um 5 Uhr wurde der Anker in Agios Georgios Bucht gezogen. Nach 10 Minuten schob sich Amica Marias II Richtung Italien. Leider unter Motor. Die Eisengenua durfte uns ca. 40 Seemeilen nach Leuca Italien schieben bevor alle Segel gesetzt wurden und uns sportlich vorwärts trieben. Ab Mittag formten sich am südlichen Himmel Gewitterwolken die sich schnell ausbreiteten und mal hinter uns mal seitlich mit Wetterleuchten auf sich aufmerksam machten.
Eine Gewitterfront war schneller als wir in Leuca und so galt es bei wolkenbruchartigem Regen den Anker in der Bucht von Leuca einzugraben. Das Ankerfeld liegt vor dem Hafen/Marina und der Ort bot bei heftigen Regen nicht gerade einen einladenden Anblick.
Die Herren, dank guter Schlechtwetterkleidung nicht nass bis auf die Haut, erholten sich unter Deck von den letzten feuchten Meilen.
Aufgrund der Wind- und Wetterlage beschlossen wir gleich am nächsten Morgen (5 Uhr) weiter zu ziehen.
Ein gemütliches Abendessen entspannte uns dann vollends – auch wenn der Schwell auf keine ruhige Nacht schließen ließ.
Leuca – eigentlich Santa Maria di Leuca ist ein schnell wachsender Ferienort am südöstlichen Stiefelabsatz Italiens. An diesem Küstenstrich gibt es Kalksteinfelsen und einige eindrucksvolle Höhlen, die man bei ruhigem Wetter besichtigen kann.
Der Name der Stadt leitet sich von diesem weißen Kalksteinfelsen ab; das griechische Wort „leucos“ bedeutet „weiß“.
Donnerstag 24.5.
Es war eine sehr bescheidene Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag im Ankerfeld von Leuca. Trotz Müdigkeit die in den Knochen noch vorhanden war, wurde der Anker um 5 Uhr ausgegraben. Kaum aus der Bucht konnten alle Segel gesetzt werden. Der Wind kam wie vorhergesagt und sollte den ganzen Tag Amica Marias II fordern.
So war auch ein mageres Frühstück angesagt denn in einer sportlichen Schräglage ist es nicht so einfach Essen zuzubereiten. Häppchen sowie Tee und Kaffee musste reichen. Zur Stärkung gab es mittags einen Salat der nur mit Schälchen und Gabel locker genossen werden konnte.
Dank der flotten Fahrt kamen wir in Crotone am Nachmittag nach 71,5 Seemeilen und 11 Stunden an. Hier gibt es einen Hafen und Marina die auch bei größerem Tiefgang angelaufen werden kann.
Dies ist eine Ausnahme, denn hier in Calabrien versanden die Einfahrten zu den Marinas teilweise so schnell das mit dem Ausbaggern nicht nachgekommen werden kann.
Es gibt zwei Marinas im südlichen Hafenbecken. Wir entschieden uns für die auf der rechten Seite da diese nicht vom Schwell der Hafeneinfahrt betroffen war.
Heute am 24.5. hatten wir etwas zu feiern und wollten dies bei einem gemütlichen Abendessen tun. Wir machten uns stadtfein und ab in die City. Kaum aus dem Hafenbereich schlenderten wir an der alten Festung entlang in die Altstadt. Mal links mal rechts herum bis wir in der City angelangten. Enttäuscht spazierten wir durch die Fußgängerzone denn es war nirgends ein Lokal sichtbar. Nicht mal eine Bar oder Cafe….. Mhhh. Geschäfte o Maß. Also Kleidung kaufen die Crotoner, aber Essen gehen scheinbar nicht.
Herwart fragte einen Spaziergänger wo es denn ein Lokal gäbe. Er zeigte uns den Weg zu einer Pizzeria die in einer Seitenstraße lag. Etwas skeptisch sahen wir das kleine Lokal an aber es war proppenvoll bis auf einen Tisch. Also was Solls sagten wir uns. Wir waren nun mittendrinn im sprudelnden Leben von Crotone. Der Service half uns bei der Auswahl der Gerichte und wir wurden gut beraten. Eine tolle Vorspeise…. Frittierte Pizzastückchen mit Ruccula und Tomaten serviert. Mei war das lecker. Rotwein war aus aber flexibel wie wir sind gab es Weißen. Die Pizza super und nach kurzer Zeit genossen wir entspannt das Essen und den Abend.
Zurück an Bord noch ein wenig Plaudern über den gigantischen Segeltag und Dies und Das. Gegen Mitternacht krochen wir in die Kojen und freuten uns auf eine entspannte ruhige Nacht.
Crotone – Früher wurde Crotone für die Schönheit seiner Frauen, die Künste und seine herrliche Architektur gerühmt, heute ist davon nur sehr wenig zu spüren. Von den antiken Tempeln ist nur eine einzige Säule übrig geblieben, der Rest soll beim Bau der Wellenbrecher verwendet worden sein. Im Museum sind Bruchstücke der ruhmreichen Vergangenheit ausgestellt.
Im Mittelalter versank die Stadt in die Bedeutungslosigkeit, die bis fast in die Gegenwart angehalten hat. Dank der Arbeitsplätze, die mit den Gasbohrinseln verbunden sind, lebt Crotone langsam wieder auf, steht aber immer noch abseits der modernen Entwicklung.
Um Porto Vecchio wurde eine neue befahrene Kaimauer paralell zur Küstenlinie gezogen. Dadurch entstand der Porto Ulisses auf der Innenseite. Im gleichen Atemzug wurde die Innenstadt von Crotone einer Schönheitskur unterzogen. Die alten Gebäude um die Stadt wurden abgerissen, Straßencafes eröffnet und die Straßen gesäubert. Der ehemals schäbige Ort ist recht ansehnlich geworden.