Meltemi der Wind der Ägäis…
Seit zwei Tagen pfeift er uns um die Ohren, mal direkt übers Wasser, mal saust er von den Bergen runter und klatscht einem ins Gesicht, der Wind.
Derzeit begleitet von Gewittern, Regengüssen und so genannten Schnürlregen wie wir in Bayern sagen.
Ein Wetter um die Zeit im Salon (dank Decksalonfenstern mit gutem Blick nach draußen) mit Näharbeiten, Listen schreiben oder kleinen Reparaturen zu verbringen. Man(n) kann auch lesen. Dazwischen gibt es Kaffee und Kuchen sowie ein wenig Kartenspielen. Ab und an steckten wir heute die Nase raus und machen einen kleinen Spaziergang um sich die Füße zu vertreten. Prompt fängt es wieder zu regnen an und so hat sich die Cappu Zeit im Cafe etwas länger hingezogen.
Herwart hat übrigens ein Gewichtsproblem: er hat schon so viel abgenommen, dass ihm keine Hose mehr passt. Also heißt die Devise: zunehmen und so gab es zum Cappu einem von Honig tropfenden Walnusskuchen.
Bis morgen früh, soll er noch blasen, der Wind und dann ist seine Energie fürs erste verbraucht. Auch der Regen will sich verziehen, also mal gucken was uns Morgen für ein Wetter, nicht die Vorhersage aus dem Internet, nein echtes Wetter erwartet.
Der Meltemi ist der vorherrschende Wind der Sommermonate in der Ägäis. Er weht von April bis Oktober als trockener Nordwest-, Nord- und Nordostwind vom griechischen Festland in Richtung Kreta im östlichen Mittelmeer. Der Meltemi wird als angenehm kühl empfunden und bringt stets heiteres Wetter und gute, klare Sicht mit sich. Sie beschert Griechenland den bekannt strahlend blauen Himmel.
Das Wort Meltemi ist türkischen Ursprungs (Meltem). Die Griechen nannten ihn früher Etesien (Ἐτησίαι) – sprich Jahreszeitenwind (gr. ἐτησίος (ἐτήσιος) = jährlich von ἔτος (étos) = Jahr).
Er entsteht durch den Luftausgleich zwischen großen Tiefdrucksystemen, die über Südwestasien lagern und bis nach Kleinasien reichen und dem im Sommer bis ins Mittelmeer vorstoßenden Rossbreitenhoch (Azorenhoch).
Die Luftmassen aus dem Hochkeil über dem Balkan und Ungarn strömen in das über dem Persischen Golf liegende Monsuntief. Unterstützend und beschleunigend auf diesen recht zuverlässigen Wind wirkt oft ein Hitzetief über der Zentraltürkei. Der Meltemi bringt stets heiteres Wetter und gute, klare Sicht mit sich.
Sein Maximum erreicht der Meltemi in den Monaten Juli / August. Die Wahrscheinlichkeit ist von Juni bis September 70%. Üblicherweise setzt er am Vormittag ein und weht bis zum Sonnenuntergang. Es kann aber auch sein, dass er tagsüber mit 6 – 8 Bft. bläst und auch die ganze Nacht durchsteht.