Ouzo….

Es gibt fast dreißig verschiedene Ouzo-Marken, wobei die besten aus Lesvos/Lesbos und Samos kommen.
Jede dritte Ouzo-Flasche, die auf den Markt kommt, ist lesbisch. Auf der Insel Lesbos stehen allein vier Destillieren im pittoresken Plomari, das damit quasi Welthauptstadt des Ouzo ist.
Edlere Tropfen, wie sie in Plomari etwa bei Barbayannis, Klidaras oder Giannatsi hergestellt werden, sind das jedoch meist nicht. Denn nur wenn 100 Prozent des Ouzo aus dem gemeinsamen Brand von Alkohol, Wasser, Anis und anderen Gewürzen gewonnen werden, schmeckt das Endprodukt so, wie es soll.
Laut Gesetz reichen aber schon 20 Prozent, damit ein Anis-Gebräu die Bezeichnung Ouzo tragen darf – entsprechend viele minderwertige Fusel sind auf dem Markt, bei denen weniger Aufwand betrieben wird und einfach nachträglich Wasser und Alkohol und immer wieder Zucker zugesetzt werden.

Nachdem sich unsere Bar und auch der Ouzo sichtlich in den letzten Wochen geleert hat, haben wir die Möglichkeit wahrgenommen und die Destillation der Familie Barbayannis aufgesucht. Nach einem Fußmarsch von ca. 4km immer an der Küste entlang, haben wir unser Ziel erreicht.
Die Familie hat ein Museum eingerichtet, wo nachvollziehbar ist, wie früher Ouzo produziert wurde. Ein junger Mann im perfekten Englisch, informierte uns über die Geschichte der Familie und ihrem Ouzo.
Danach durften wir in die „Fabrik“ wo uns wiederum von einem sympathischen Griechen die Herstellung des heutigen Barbayannis erklärt wurde. Anschließend wurde probiert und unsere Bar aufgefüllt.

 

150 Jahre Familientradition
Lesvos, ist eine von den Musen begünstigte Insel, auf der die Dichtung geboren wurde. Dort blühten Geist, Literatur und Kunst. Ein reicher und segenvoller Ort, sonnenbeschienen, wie kein anderer in Greece oder sogar im Mittelmeer, mit üppiger Vegetation und Gewässern, die unzähligen, seltenen und aromatischen Pflanzen das Leben schenken.
Auf dieser Erde begann vor 140 Jahren ein begabter Schöpfer, dank eines geheimen Rezeptes, das heuto noch, nach fünf Generationen, dem Ouzo Barbayanni die beste Qualität und Geschmack verleiht, die typischen Merkmale zu geben.
Seit 1860 wird bei Barbayannis Ouzo destilliert, in fünfter Generation ist das Unternehmen in Familienbesitz. Frydas‘ Frau Vagia Barbayanni und ihre beiden Brüder stehen derzeit an der Spitze. Die Belegschaft auf Lesbos besteht aus 16 Mitarbeitern, dazu kommen je fünf Außendienstler in Athen und Thessaloniki.
Barbayannis produziert in fünf archaisch anmutenden Kupferkesseln nicht nur einige der besten Anis-Spirituosen des Landes. Hier wurde auch das erste Ouzo-Museum eröffnet, mit 150 Jahre alten Destillieröfen, historischen Flaschen und jeder Menge Schwarzweißfotos.
In fünf Meter hohen Containern aus rostfreiem Stahl wird in der Fabrik in Plomari das Destillat für 30 bis 40 Tage gelagert, bis sich das Gemisch gesetzt hat. Zuletzt kommt gefiltertes Wasser aus einer nahe gelegen Felsenquelle dazu.
Die Marke „Barbayanni Blue“ mit 46 Prozent Alkohol wird immer noch nach dem Originalrezept von damals gemacht. „Natürlich ist die genaue Zusammenstellung geheim“..

Anis – Eine bedeutende Rolle bei der Herstellung von Ouzo spielt Anis. Ist diese Gewürzpflanze ausgereift, wird sie gepflückt, in kleine Bündel gebunden und mit Vorsicht, um ihre grüne Farbe zu bewahren, im Schatten getrocknet. Dann werden auf einer Marmorneigungsfläche die Stiele von den Früchten mit der Hand gelöst. Zur Lagerung von Anis, die genauso vorsichtig durchgeführt wird, werden Säcke aus pflanzlichen Fasern verwendet und die erforderlichen Mabnamen gegen Feuchtigkeit zu schützen.
Alkohol, der die Basis für die Herstellung von Ouzo dargestellt, wird zweimal geprüft, sowohl bei der Lieferung als auch vor dem Destillationsverfahren. Zusammensetzung : 100%iger Äthylalkohol aus Rosinen.
Destillation – die Mischung kommt in spezielle Destillationsgefäße und wird ohne plötzliche Temperaturänderungen bei der Erwärmung oder Abkühlen dreimal destilliert. Aus der ersten Destillation bleibt das „Herz“ übrig, der sogenannte Vorlauf, der ganz langsam, bei ständigem Überprüfungen und Proben ins zweite und dritte Vorgansstadium übergeht.
Gärung – Das perfekte Destillat aus dem dritten Stadium des Verfahrens wird in groben rostfreien Kesseln gelagert, um zu gären und zu einem gleichmäßigen Gemisch zu werden.
Wasser – Das Destillat wird mit klarem, frischem Wasser aus den Bergen von Plomari, das genau die richtige Menge an Salz und Mineralien enthält, gemischt und dann in Flaschen abgefüllt.
Das Ergebnis – dieser traditionellen Destillationsmethode ist ein 100%-iges Destillat, das den Barbayanni hervorhebt.

Konsumieren

Doch auch mit einem hochwertigen Schnaps kann der Konsument noch einiges falsch machen. Wie man den perfekten Ouzo serviert? „Wichtig ist vor allem gutes Wasser, das etwa zehn Grad kalt sein sollte“, niemals dürfe der Ouzo im Kühlschrank stehen, das mache den Geschmack ebenso kaputt, wie wenn man die Eiswürfel vor dem Wasser dazugibt. „Ein gutes Mischverhältnis ist 50 zu 50, wer es etwas milder mag, sollte es mit 60 Prozent Wasser und 40 Prozent Ouzo probieren.“


 

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