Rollertour….

Gestern Abend gab eine Überraschung. Wir hatten unter Deck Karten gespielt, draußen war es zu windig, als ich mich danach an den Bug setzte um mir den Wind um die Nase wehen zu lassen. Dabei beobachte ich die Boote, die in den Hafen einliefen und Liegeplätze suchten.  Mir fiel ein Segler bzw. ketsch auf, dessen vorderer Mast kürzer war als der hintere. Als sich die Yacht dreht, sah ich die deutsche Fahne. Ups……. die Yacht kam immer näher und ich konnte Pia und Heinz erkennen, die mit ihrer Zypria einen Liegeplatz suchten und fanden. Das war ein „Hallo“ nach dem Anlagen und so tranken wir mit den beiden, sowie Pias Bruder und Schwägerin die auch mit an Bord sind, ein großes Anlegebier. Sie wollen so zwei Tage bleiben und den heftigen Wind abwettern.

Der Wind fegte heute früh durch den Hafen und lässt Ciganka ab und an zittern. Der Blick in den Windbericht zeigt stolze 29 km/h aus Nord.  So haben wir die Idee mit dem Rollern fahren umgesetzt und uns auf das Zweirad geschwungen um einen Rundkurs über Kalymnos zu machen.

Als erstes mussten wir die Ausfahrtsstraße nach Norden finden. Blöd wenn man nur der Nase nach fährt, weil keine Straßenkarte für die Insel vorhanden. Aber wir haben es geschafft und fuhren gemütlich durch einen fast schon eleganten Vorort von Pothia. Mei stehen da tolle Häuser, wir staunten nicht schlecht.  Nach ein paar kleinen Serpentinen kamen wir auch durch die Chora, das alte Dorf Pothia, bevor wir nach Myties abbogen. Die Straße stieg stetig an und nach einer steilen Linkskurve, lag Myrties bzw. die Bucht mit der Insel Telendos vor uns. Herwart zog die Bremse und so konnten wir am Straßenrand den herrlichen Ausblick genießen.

Um unseren Rundkurs fortzusetzen,  galt es nach Massuri und weiter nach Arginonta zu fahren. Die Straße verlief nun immer an der Küste entlang mit gigantischem Ausblick. So hielten wir immer wieder an um dies zu bewundern.  Bei unserem letzten Stopp vor Arginonta sahen wir wie die Straße sich bergauf schlängelt. Puhhh das schaffen wir mit unserem 50ccm Rollerchen nicht. Doch das geht schon, Augen zu und durch. Herwart`le hat gut reden denn er sitzt vorne und ich kann nur Klammern.

So hat uns das Zweirad auf gut 600m hochgezogen. Manchmal dachte ich es macht seinen letzten Schnaufer, aber dann hat es gehustet und mit neuer Energie lief es weiter.  Wir kamen uns vor wie auf den Hochalpenstraße in den Alpen. Landschaft kahl, sehr trocken und ein Kletterparadies wie wir gesehen haben. Wir konnten den einen oder anderen Mutigen beobachten, wie er sich an den Wänden hochangelte.

Bevor es wieder auf Meereshöhe geht, durchfuhren wir ein fruchtbares Tal, wo Wein, Oliven, Kräuter und Limetten angebaut werden. Neben wunderschönen „Farmhäusern“, leider auch verlassene Häuser und vernachlässigte landwirtschaftliche Fläche.

Während wir unser Auge den nun krassen Gegensatz zu vorher – karg und trocken – und nun saftiges Grün gleiten ließen, standen wir in der Vathi Bucht. Die Bucht gleicht einem langen Schlauch und so hat man für Boote einen Steg errichtet, damit diese mit Buganker anlegen können. Damit die Gäste der Bucht/Ortschaft nicht verhungern, gibt es diverse Tavernen und Cafes. Dies haben wir uns nicht entgehen lassen und Cappu fredo genossen.

Weiter geht es im Rundkurs, nun wieder Richtung Pothia. Herwart lies den Roller dahingleiten und so konnten wir die Ausblicke genießen. In Pothia angekommen, galt es sich wieder durch das Einbahnstraßenwirrwarrsystem durchwursteln um die Straße zur Vlyhadia Bucht zu finden. Dies gelang uns erst beim 2. Mal. Macht ja nichts dadurch entdeckt man Neues, was uns verborgen geblieben wäre.

Die Strecke ging über einen kleine Hügel und wir erreichten die Bucht nach knapp 20 Minuten. Ein herrliches Fleckchen auch hier. Bevor wir uns auf den Rückweg machen wollten und dabei noch am Kloster vorbei gucken, galt es sich zu erfrischen…..  mit einem kühlen Bier sowie Gyros in Pitabrot.

Die Abzweigung zum Kloster war nicht zu übersehen und wir standen kurze Zeit später vor dem Eingang. Die Aussicht genial….. nach Kos, über Pothia…. Wo zu sehen ist, wie sich die Stadt nach Norden ausbreitet. Der Hafen…. kam uns vor wie mit Spielzeugschiffe, die hin und her geschoben wurden.  So verweilten wir noch eine ganz Weile um dies zu genießen.

Die Rückfahrt war dann doch einfach und so gaben wir um 17 Uhr unseren fahrbaren Untersatz wieder ab.  Gemütlich im Cockpit sitzend ließen wir den Tag nochmals Revue passieren und fanden dass er sehr gelungen war.

Wir haben schon ein paar Bilder eingestellt, damit ihr auch einen kleinen Einblick bekommt was für eine schöne Insel Kalymnos ist.

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