War das unser Tag?

Das Gefühl hatten wir, als wir nach einer gemütlichen Überfahrt (die letzte in Griechenland!!!!) von Vathi nach Kefalonia/Fiskardho oder auch Phiskardo im Hafen eingelaufen sind. Hafen, naja eine große Bucht mit Liegeplätzen an der Promenade.

Schon bei der Anfahrt waren wir baff wieviel Boote aus der Bucht raus kamen. Genau genommen ging es heute zwischen Lefkas und Kefalonia und Ithka zu wie am Stachus (für nicht Münchner/Bayern: Stachus/Karlsplatz ist ein Verkehrsknotenpunkt mitten in München und immer mit Staus, viel Verkehr gefüllt). Wir haben irgendwann aufgehört die Segelyachten zu zählen, es müssen hunderte gewesen sein.

Also zurück zu Phiskardo. Da wir aufgrund der vielen Yachten die abgelegt hatten, davon ausgingen dass es wie leergefegt sein müsste, waren wir mehr als überrascht, ihn vollgepfropft vorzufinden. Ein geführter Segeltörn von 15 Booten lag in zwei Reihen am Steg.

Es wurde nach einer Runde kreisen schnell klar, an den Steg/Pier können wir nicht, also an den Rand und Ankern mit Landleine.  Wir haben ja mit Kurt und Helga bei Euböa schon geübt. Also Beiboot zu Wasser gelassen, lange Leinen reingeworfen und dann Anker gesetzt. Als dieser eingezogen war, sprang Herwart ins Dingi und ich hielt mit einem leichten Rückwärtsgang Ciganka in der Spur. Bevor Herwart Boden unter den Füßen hatte und unser Mädel sichern konnte, kam ganz flott ein großes Ausflugsboot herein und machte enormen Schwell. So schob es mich auf die Seite auf ein paar kleine Felsen zu. Nun stand mir der Schweiß auf der Stirn und ich zog die Ankerkette an, damit wir aus der Gefahrenzone weichen. Herwart kam erfolgreich zurück gepaddelt und gemeinsam brachten wir Ciganka ins Lot. Puhhh da haben wir wohl ein Anlegerbier verdient. Das Bier schon in Händen, kamen weitere Boote zum Anlegen und nun wurde Hafenkino geboten. Teilweise 6 bzw. 8 Mann, wirklich Männer an Bord, stellten sich an wie kleine Kinder. Einer fiel mit Beifahrerin ins Wasser, trotzdem war der Anker einfach eingezogen. Bei einem rauschte die Kette aus und er wollte reingreifen. Da schrie Herwart: „NO finger, no finger.“ Er hat es Gott sei Dank gehört und diese draußen gelassen.  Und so ging es weiter.  Wir standen fast eine Stunde und guckten gelassen zu.  Endlich war Ruhe eingekehrt und ich konnte mein Buch zu Ende lesen. Derweilen suchte Herwart unsere Liegestatt auf um Augenpflege zu machen.

Als ich gerade mein Buch runter bringen wollte, sah ich wie ein Boot seinen Anker über unseren legen wollte, also musste ich laut rufen „NO Anchor“ und zeigte auf den Platz wo wir unseren vergraben hatten. Sie waren einsichtig und legten ihren daneben. Aber irgendwer musste die Kette gezogen haben. Denn ….

Mittlerweile fast 17 Uhr, stellte sich heftiger Wind ein und wir begannen zu driften. Mhhh wie kann das sein…. Ankerkette angezogen und wieder spannten sich die Leinen. Leider nur kurz, der Anker hielt nicht mehr. So warfen wir unsere Landleinen ins Wasser und Herwart ab ins Dingi um diese einzusammeln. Mittlerweile Motor an, zog ich unseren Anker an Bord und wartete in der Hafenmitte, bis Herwart unsere Leinen eingesammelt hat und zu mir paddelte. Wieder an Bord beschlossen wir, dass wir vor dem Hafen Ankern. Bei der Ausfahrt sahen wir wie ein Kat vom Steg ablegt. Huch….. eine Drehung und wir standen vor der Lücke. Noch schnell eine Landleine belegt und Herwart düste zum Anker an den Bug, um diesen wieder zu versenken.  Nette Engländer halfen beim Anlegen und so lagen wir dann doch noch wie gewünscht am Steg.

Nicht dass ihr meint das war alles. Nein, eine Motoryacht legte ab und sammelte unsere Ankerkette ein. Wir dachten schon, dass ein neues Manöverfahren angesagt ist.  Die Motoryacht konnte unsere Kette wieder ins Wasser werfen und Herwart zog diese an, nachdem er zuvor gut Kette gegeben hat. Der Anker hält, ab ins Kaffee, für heute reicht es.

Nach einem wirklich gemütlichen Kaffee, machten wir uns auf die Socken, das Örtchen zu erkunden und im Supermarkt fürs Abendessen einzukaufen.

An Bord hörten wir Donnergrollen und dunkle Wolken aufziehen. Regenhaube aufgebaut und schon tropfte es……. aber bis jetzt nur ein paar Tropfen.  Mittlerweile wieder blauweißer Himmel und von der Sonne rötlich gefärbt. Ja die Tage werden schnell kürzer und kühler.

Und nun wird das Abendessen zubereitet: Hähnchen Filet geschnetzelt mit Gemüse und Reisnudeln.

 

 

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