Reggio di Calabria

Die Crew der Mira wollte heute unbedingt auf dem Ätna. In aller Frühe schaute es gut aus, dass er auf dem Gipfel der 3323 ohne Wolken zu besichtigen ist.

Vor 25 Jahren hatte ich schon mal das Vergnügen in den Krater des Ätna zu gucken. Herwart zog es nicht so richtig in die Höhe, aber auch die Kosten für einen 3 Stunden Ausflug verschlug uns doch die Sprache. Außerdem noch einen Tag länger in der „preiswerten“ Marina machte uns nicht so an.

So legten wir heute kurz vor 10 Uhr ab um nach Messina zu fahren. Fahren ist das richtige Wort, da es keinen Wind gab. Nach so zwei drei Seemeilen, wurde uns bewusst, dass es eigentlich ein Blödsinn ist nach Messina zu fahren, da wir, wenn wir durch die Straße von Messina von Süd nach Nord gehen, wieder auf die Festlandseite gehen müssen wegen dem Verkehrstrennungsgebiet. Also nochmals Bücher gewälzt und neuen Kurs auf Reggio di Calabria aufgenommen.

Kurz nach 15 Uhr liefen wir im Hafen von Reggio di Calabria ein. Herwart hat schon vorher versucht per Funk Kontakt mit dem Hafenmeister aufzunehmen. Keine Reaktion. So in Schleichfahrt uns dem Sporthafen genähert. Kaum dass wir unsere Nase reingesteckt haben, wurde uns ein Zeichen gegeben, dass wir raus müssen und weiter in den Hafen fahren sollen. Herwart klebt am Funk und versuchte wieder den Zuständigen zu erreichen. Schweigen im Funkgerät. Nun standen wir vor Schwimmstegen…. Können wir da rein, sollen wir oder nicht, wo ist er denn. Nach endlosen 10 Minuten sahen wir jemanden uns winken. Also rein in den Minisporthafen. Schnell noch einen Blick auf den Tiefenmesser, 9 Meter, da dürfte es kein Problem geben.  Nach 10 Minuten lagen wir fest.

Nach einer kurzen Pause, machten wir uns auf den Weg in die City. Man hat so seine Vorstellung von Hafenstädten. Die letzten italienischen Städte waren  ja nicht so doll.  Auch das Umfeld und der erste Eindruck im Hafen hat unsere Vorstellung bestätigt.  Also marschierten wir in die City. Kurz nach der Hafenstraße, kamen wir auf eine Allee die, wie der Hinweis zeigte, in die City führt. Ein Cafe lag auf dem Weg, also rein und Cappu bestellt. Herwart konnte natürlich dem Kuchen nicht wiederstehen.

Je weiter wir der breiten Allee folgten, desto erstaunter waren wir. Wow, das hat nichts mit einer ungepflegten Hafenstadt zu tun. Herrlich gepflegte auf zwei Ebenen liegende Hafenpromenade. Die, nachdem heute Samstag ist, von Menschen gut gefüllt war. Nach einiger Zeit  bogen wir links ab, eigentlich um einen Bäcker zu suchen und schwupp di wupp waren wir in einer Fußgängerzone, wo wir staunend stehen blieben und uns nach Turin versetzt fühlten. Soweit das Auge reichte, Geschäfte, Geschäfte und vor allem junge Menschen.  Die selbstbewusst dahin schlenderten….. eine Atmosphäre in der wir uns augenblicklich wohlfühlten.  Auch fanden wir einen Laden der Sim Karten für Wlan anbietet. Beim Ersten sagten wir danke, der Preis war dann doch etwas happig. Die Aktivierung hätte fast so viel gekostet wie die Bits. Beim 2. war es dann doch billiger und so sind wir nun per Wlan italienisch unterwegs.

Fast drei Stunden schlenderten wir durch die Innenstadt (und schoppten!) von Reggio  und konnten uns nicht sattsehen an den gut erhaltenen und gepflegten alten Gebäuden (Universität, diverse Privatschulen, Finanzamt etc.).  Immer wieder Alleen die Schatten spenden und die Straßen einfach wohnlicher machen.

Zurück an Bord, gab es ein wenig Antipasti und Martini, während unser Thunfisch im Ofen in Tomaten/Olivensoße/Mozzarella brutzelt.

Herwart kroch dann in unseren „Keller“ (Maschinenraum) um dem Wasser das sich immer noch sammelt auf die Spur zu kommen. Er durfte alles aus der Kiste (Ersatzteile, Schläuche etc) ausräumen um zu gucken wo sammelt sich das Wasser. Er fand es und schöpfte das noch vorhandene aus.

Mittlerweile unser Abendessen fertig, wurden die Arbeiten unterbrochen um den gigantischen Thunfisch mit Gurkensalat zu genießen. 

Leider musste alles wieder in den Keller an seinen Platz und so habe ich heute den Küchendienst übernommen und Herwart hat seine Arbeit abschließen können.

Leider wurde immer noch nicht gefunden wo es herkommt, aber wir sind zuversichtlich dass wir es finden. Doch für heute ist Schluss und es geht ins Cockpit zu einem Bierchen und einem Grappa. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

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