Siziliens Mitte….
….. Enna, das Herz Siziliens, befindet sich auf einem Berg bei einer Höhe von 1098 Metern über dem Meeresspiegel. Der Name Enna kommt aus dem alt Latainischen Henna was so viel bedeutet wie „hoch“, was aufgrund der erhöhten Lage der Stadt auch sehr passend gewesen ist.
Die Römer nannten die Stadt Castrum Ennae (Schloss von Enna) und die Araber Qasr Yannah. Nach diesen folgte der Name Castrogiovanni der bis 1927 erhalten blieb und dann in Enna abgeändert wurde.
Die Normannen eroberten die Stadt 1087 n.Chr. und errichteten dort zwei große Schlösser (Castello di Lombardia und Castello Vecchio oder Turm des Friedrich genannt). Um 1300 nach Christus erobern die Aragoner unter Führung von Federico von Aragona aus Spanien die Stadt und er erhält den Titel „König des Dreibeins“ (Il Re di Trinacria) Er war auch der erste der es schaffte das sizilianische Parlament zu vereinen. Nach Federico herrschten verschiedene Adelsfamilien über Enna.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört die Kirche des heiligen Franziskus von Assisi aus dem 13 Jahrhundert nach Christus (Chiesa di S. Francesco d’Assisi). Im Jugendstil erbaut wurde die Kirche von S. Tommaso aus dem 15 Jahrhundert und die Kirche von Sant Giuseppe mit ihrem eindrucksvollen Glockenspiel. Das Normannenschloss der Lombardei gilt als eines der wichtigsten Schlösser des Mittelalters auf Sizilien sowie der Normannen Turm von Friedrich (Torre di Federico) der ca. 24 Meter hoch ist. Auch sehr schön ist der 1307 n.Chr. im Barock Stil entstandene Dom.
Die Aussicht von Enna, bis hin zum Ätna, ist grandios und man kann weite Teile Siziliens von dort aus betrachten.
Wir hatten ein Auto gemietet und die Zwangspause nicht nur mit Erledigungen zu verbringen, sondern Sizilien ein wenig kennenzulernen. Bevor wir uns jedoch auf die Socken machten, ging es in den Supermarkt. Mit dem Auto lässt sich einfach großzügiger einkaufen. Das fängt schon beim Toilettenpapier an. 4 Rollen oder 20 Rollen. Heute waren es 20 Rollen. Getränke wurden Palettenweise mitgenommen und so ging es weiter. Der Kofferraum unseres Puntos war somit schnell gefüllt. Zurück an Bord musste alles verstaut werden bevor es losging. Herwart nahm noch die 3 Diesel Kanister a 20l mit um wieder günstig Diesel zu Bunkern. IPad nicht zu vergessen, damit die Straßennavigation hilft sich durch Palermo zu wurschteln und auch über Berg und Tal nach Enna zu finden.
Wow der Straßenverkehr in Italien ist schon nicht ohne aber Palermo ist schon spitze. Man kommt aus dem oh und A sagen nicht raus. Mal hält man die Luft an oder pustet sie aus weil`s gut gegangen ist. Sie fahren bei Rot über die Ampel, drängeln in den Stau, biegen von links nach rechts ab……
War ich froh als wir endlich auf der Autobahn waren und es einigermaßen gesittet zuging. Nach einer guten halben Stunde bogen wir von der A20 auf die A 19 Richtung Enna. Der Verkehr hat nachgelassen und wir bewegten uns ins Landesinnere. Nach kurzer Zeit wurden wir von der Autobahn runter geleitet (Umleitung) und durften Landstraße fahren. Wow nun etwas langsamer unterwegs, konnten wir die Aussicht genießen. Enna schon fast in Sicht durften wir wieder auf die Autobahn und die letzten Kilometer zügig zurücklegen.
Enna zu sichten war nicht schwer, hoch oben am Berg thronte die Stadt und wir folgten dem Wegweiser Centrum. Mitten in der City, dank Samstag und Nachmittag, fanden wir einen Parkplatz. Wir durchliefen Gässchen, besuchten Kirchen und genossen an verschiedenen Punkten die gigantische Aussicht. Auch einen Capu im windgeschützten Cafe genehmigten wir uns. Es war windig und kalt. Gut dass wir unsere wetterfesten Jacken dabei hatten.
Nach gut 2 Stunden stiegen wir wieder ins Auto um uns auf den Heimweg zu begeben. Nicht über die Autobahn, nein Landstraße sollte es sein. So begaben wir uns auf die S 121 um nach Leonforte und die Richtung Nicosia zu fahren. Herrlich die Aussicht. Viele landwirtschaftliche gepflegte Flächen, Städte und Dörfer die an den Berg festgeklebt wirken.
Auf Höhe von Nikosia, gab es ein Straßenschild nach Spinalonga…. Spinalonga????? Die Höhenwohnungen, also links abgebogen um die 3 km zu bewältigen. Parkplatz war kein Problem, das Städtchen wirkte leer. Also gleich die Treppen hoch um zum Museum und Kastell zu gelangen. Schon nach ein paar Stufen, das erste Höhlenzimmer um nach weiteren Stufen vor verschlossener Tür zu stehen. Also weiter zum Castelle, aber auch da standen wir vor abgesperrtem Tor. Mhhh Schade, aber die Aussicht über die Landschaft entschädigte uns ein wenig.
Weiter mit dem Auto Richtung Meer. Die Straße wurde immer schlechter. Herwart kroch teilweise mit 30 dahin um kurz vor den Schlaglöchern noch schnell abzubremsen. Meine Bandscheiben sagten „Hallo“ zu mir und meinten: uns gibt es auch noch. Festgeklemmt im Sitz versuchte ich den Ausweichversuchen von Herwart irgendwie in angemessener Haltung hinzubekommen.
Die Sache machte es nicht besser, als neben der kaum mehr befahrenen Straße, der Neubau eine solchen begonnen hat. Nun querten wir zigmal zu allem Übel diese noch und holperten durchs Kiesbett.
Am Anfang fanden wir noch an der wechselnden Landschaft Ablenkung und auch die Licht- und Schattenspiele der Wolken und Sonne trugen nicht dazu bei, unsere Stimmung anzuheben.
In Zukunft werde ich weniger über unsere Straßen meckern und dabei an die Fahrt auf Sizilien denken.
Nach knapp 2 Stunden mit Blick aufs Meer und den Liparischen Inseln Alcudi und Filicudi wieder auf die Autobahn nach Palermo. Entspannt rollte nun unsere Punto Richtung Westen. Je näher wir Palermo kamen, desto dichter und schwärzer wurde das Wolkenband.
Trotz heftigen abendlichen Verkehrs in Palermo und einigen grauen Haaren mehr, kamen wir noch fast trocken in der Marina an. Schnell unsere Sachen aus dem Auto, die nun wieder gefüllten Dieselkanister (32 Cent pro Liter gespart) an Bord. Schon begann es zu Tröpfeln…. Glück gehabt.
Der Segelmacher stand kurz nach unserer Ankunft vor der Tür, natürlich vor dem Boot und brachte die reparierte Genua zurück. Noch ein wenig mit ihm geplaudert und dann gab es noch eine kleine Brotzeit für uns zwei.
Für heute reicht es, da wir seit 6 Uhr auf den Beinen sind. Der Gewittersturm hat uns zeitig aus den Federn geholt.
GUTE Nacht!