Sizilien – Sardinien
Der Wecker hat uns mal wieder aus dem Bett holt, da wir ja um 7 Uhr ablegen wollten. Wir haben es nicht ganz geschafft, es war 7:20 Uhr. Langsam aus der Marina raus, alles aufgeräumt und bis zum Cap Galio unter Motor. Nun konnten wir Kurs auf Sardinien aufnehmen und alle Segel setzen. Leider ließ der Wind wieder nach und wir holten alle Tücher ein um den Genacker zu setzen. Mit vollem Erfolg, nachdem das Leinengewirr bei ca. 15 Knoten und Welle entwirrt war, denn nun waren wir wieder mit 5-6 Knoten unterwegs. Zuerst ging es etwas langsam aber dann pendelte es sich so zwischen 5 und 6 Knoten ein. Wir waren zufrieden. Als wir zurück schauten sahen wir dass ein Segler auch den gleichen Kurs fährt wie wir. Nach gut 6 Stunden hatte er uns eingeholt und meldete sich über Funk. Mei war des nett. Es ist ein Brasilianer auf einer holländischen Segelyacht. Unterwegs nach Cagliari/Sardinien um einen Freund abzuholen und weiter über die Balearen, Spanien, Gibraltar zu den Kanaren. So gegen 13 Uhr ersetzen wir den Gennacker durch Besan, Groß und Genua. Nun schon flotter unterwegs, aber der brasilianischen Holländer segelte knapp 2 Knoten schneller. Der Tag verging irgendwie im Flug und die Nacht bracht ein. Da Wind und Welle nun erheblich stärker wurden, haben wir das Großsegel zu unserer Sicherheit eingeholt und liefen immer noch zwischen 6 und 7 Knoten. Dank AIS sahen wir, dass unser Überholer, langsamer wurde und sich so um 22 Uhr auf unserer Höhe ca. 2 Seemeilen backbord befand. Da ist er immer noch mittlerweile Dienstag 10:30. So waren wir nicht alleine unterwegs, was einem doch ein beruhigendes Gefühl gibt. Vermutlich für beide Seiten. Ansonsten war es vom Schiffsverkehr her relativ ruhig, Radar zeigt ja toll wie die Großen fahren. Aber ein Frachter wollte es schon genau wissen und ist zwischen dem holländischen Boot und uns durch. Herwart hatte gerade Wache und durfte sich das aus der Nähe angucken. Die Nacht war sehr unruhig durch die hohe Welle. 0,8m waren angekündigt – so im Durchschnitt. Aber es dürften 1,5 m und mehr gewesen sein, die immer noch vorhanden sind. Weder Herwart noch ich konnten so richtig schlafen. Dazu kam dass sich bei mir Zahnschmerzen breit machten und diese versuchte gleich mit einer Ibu 800 klein zu bekommen. Da das nicht richtig half, habe ich in der Früh mit 42%igem gespült. Sehe mich schon in Villasimius/Sardinien nach einem Zahnarzt umsehen. Das Highlight für uns: Wir sind seit gestern Abend 18 Uhr mit Genua und Besan unterwegs und haben die Segelstellung bis heute um 9:30 Uhr, da wurde das Groß wieder gesetzt, nicht verändert. Nicht mal um ein mü. Nun stehen noch ca. 45 Seemeilen bei blauem Himmel und Wind aus SO mit 15 Knoten an. Wir gehen davon aus, dass wir noch mit Tageslicht in der Marina einlaufen.