Nach reiflicher Überlegung ….
… und mehrmaligen studieren der diversen Wetterprognosen haben wir uns entschlossen vor der neuen Wetterfront nach Malta zu gehen. Diese soll spätestens am Sonntag Malta streifen und mit Welle und „leichtem“ Wind doch für etwas Unwohlsein sorgen.
Für die 120 Seemeilen haben wir so ca. 20-24 Stunden angesetzt. Damit wir nicht mitten in der Nacht ankommen, konnten wir – wie schon geschrieben – noch ein wenig in Sciacca bummeln und uns gegen Mittag von dem Ort lösen.
Nach dem Ablegen, erstmal unter Motor, dafür Welle von hinten, die uns bis ca. 25 Seemeilen vor Valetta/Malta erhalten blieb. Es war mal Segeln, dann wieder nur Motor oder Motorsegler.
Als die Nacht kam, waren ruck zuck diverse Frachter unterwegs. Mal in die eine wie in die andere Richtung. Noch nicht richtig in der „Großschifffahrtsstraße“ drin, wurden diese in großzügigen Abstand passiert. Aber dann, als wenn irgendwo eine Ampel auf Grün geschaltet hätte, kamen die Frachter, Tanker und Traumschiffe wie an einer Perlenschnur – jedoch kreuz und quer – gezogen und wir mittendrin. Wow nun war das eher ein Spießruten „laufen“. Mal wurden wir langsamer, mal um 10 Grad nach Steuerbord, dann wieder 5 Grad nach Backbord, wieder mal einen Frachter angefunkt ob er nicht hinter uns durch könnte. Mit Segel aus unserer Sicht nicht machbar. Auf dem Plotter hat dies auch ein wenig wie Schiffe versenken ausgeschaut. So wie Sie gekommen sind, war auch schlagartig Schluss…. Ampel auf Rot wo auch immer.
Schon ca. 50 Seemeilen vor Malta der Insel Gozo war der Himmel hell erleuchtet. Zuerst Rätseln wir was das für eine Erscheinung ist. Der Mond geht auf? Dieser jedoch lugte aus dem Wasser ca. 40 Grad backbord. Es kann nur Malta sein. Wow was für eine Sicht.
Entspannt liefen wir ohne Wind, aber Welle von hinten weiter. Dann der erste Blitz. Herwart schon in der Kiste, beobachtete ich was die Gewitterfront so treibt. Ehe ich mich versah kamen die Blitze von allen Seiten. Mein erster Gedanke… Sch…. . Zwei Fronten vereinigten sich und machten sich lang. Zuerst an der Südost Spitze Sizilien, dann in die Breite…. Da waren wir. Pfui was soll das? So Richtung Calabrien… wettere es auch. Manch ein Blitz schoss wie ein Schwert in den Boden ähhhh Wasser.
Als Herwart sich wieder zu mir gesellte hat sich die Gewitterfront entspannt. Sagen wir mal es schaute kurzweilig so aus. Die sich hinter uns breit gemacht hat, teilte sich und ein Futzele versuchte uns einzuholen. Es rückte immer Näher und war schwarz wie die Nacht. Der Mond der uns die fast die ganze Nacht begleitet hat, wurde von der Gewitterwolke gefressen. Nun fehlten nur noch 2 Seemeilen bis sie auch uns in den Allerwertesten beißen konnte. Juhuuuuu wir waren schneller oder der Gewitterwolke ging die Puste aus. Außer Donner und Blitzen, ein paar Tropfen Regen tat sie uns nichts.
Die Wellen hatten sich gedreht und schubste Ciganka hin und her. Auf Höhe der Insel Gozo nahm auch der Schiffsverkehr wieder zu. Ich mittlerweile etwas geschlafen schob meinen Mann ins Bett, aber er wollte nicht schlafen da die „Einklarierungsprozedur“ alsbald anstand. Er konnte die Äuglein kaum aufhalten. Hat der doch tapfer Schiffe versenken und Fangermandel mit den Gewitterfronten gespielt. Dabei kam keine Müdigkeit auf.
So zogen wir dem nun beginnenden Tag entgegen. Der Morgenstern schien in seiner vollen Pracht als das erste Morgenrot über den Himmel sich verteilte. Wo man den Regen fallen sah, verfärbte er sich rosa…. Der Himmel, die Wolken ein Farbenspiel von blassrosa bis dunkelrot. So liefen wir in Valetta ein. Herwart meldete sich nochmals kurz beim Port Valetta und bekam das ok, dass wir direkt die Marina anlaufen können.
So liefen wir auf der Backbordseite an der Festung entlang, auf der Steuerbordseite Hochhäuser mit Balkonen, dies alles beim Sonnenaufgang in einem herrlichen gelb. Wir mussten überhaupt nicht wo wir zuerst hin schau`n sollten.
Die Marina war schnell gefunden und ein Marinero angefunkt…. Keiner da. Nach mehrmaligen versuchen, uns einfach an einen freien Platz gelegt. Um kurz nach 9 Uhr wurden wir zu unserem endgültigen Platz geleitet und liegen nun festgezurrt mit dicken Landleinen und Ruckdämpfer.
Schlafen, Schlafen und anschließend eine heiße Dusche sind angesagt. Danach werden wir sehen was der Tag noch für uns bereithält.
Gute Nacht (11 Uhr vormittags)