Malta, Valletta und ein bisschen Geschichte….

Valletta (maltesisch auch il-Belt Valletta, il-Belt Valetta, Valetta oder il-Belt − italienisch auch La Valletta) ist die Hauptstadt der Republik Malta. Sie ist sowohl nach Fläche als auch nach Einwohnerzahl die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates. Aufgrund ihres kulturellen Reichtums wurde Valletta 1980 als Gesamtmonument in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.

Die Stadt gilt für die damaligen Verhältnisse als eine der am besten gesicherten der Welt, denn sie wird von einem Ring aus Bastionen umgeben. Der südliche Eingang durch das große Stadttor wird vom St.-James- und St.-Johns-Kavalier gedeckt. Im Uhrzeigersinn folgen die nach Heiligen benannten, nur nach außen wirkenden Bastionen Michael, Andrew, Salvatore, Sebastion, Gregor, das Fort St. Elmo, Lazarus, Barbara, Anthony und James.

Durch Maltas Lage 90km südlich von Sizilien und 290km nördlich vom afrikanischen Festland sowie 1830km östlich von Gibraltar und 1500km von Alexandria befinden sich die maltesischen Inseln im Zentrum des Mittelmeerraumes.

Die Inselgruppe besteht aus den bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino sowie aus den kleineren unbewohnten Inseln Cominotto, Fifla und St. Paul. Die Südost-Nordwest-Axe ist mit 27km die längste Strecke Maltas und die weiteste Entfernung betrag 14km. Die entsprechenden Zahlen für Gozo sind 14km und 7km.

Vorgeschichte:

Etwa 4000 v. Chr. verlies eine Gruppe später Steinzeit-Bauernfamilien ihre Inselheimat um sich weiter südlich auf einer kleinen Inselgruppe anzusiedeln. Sie brachten Haustiere, Tonwaren, Saatgut und Feuersteingeräte mit und waren die ersten Maltester.  

Mit der Zeit vermehrten sich diese ersten Maltester und gelangtem zu Wohlstand. Über einen längeren Zeitraum hinweg bauten sie Tempel. Um 1800 v. chr. verschwanden die Tempelbauer. Einst wurde davon ausgegangen, dass sie einer Invasion neuer Immigranten unterlagen, welche die ursprünglichen Siedler ausrotteten oder versklavten und das Land übernahmen.

Im Falle einer Invasion hätten die Neuankömmlinge vom Fuße Italiens keine Schwierigkeiten gehabt, die verbliebenen Siedler, welche die Insel etwas 2200 Jahre zuvor kolonisiert hatten, zu überwältigen. Bei den ersten Siedlern handelte es sich um friedliche Bauern, die Neuankömmlinge waren aggressiver.

Diese Bauern waren weniger Zivilisiert als ihre Nachfolger. Sie bauten keine Tempel benutzen jedoch die älteren Tempel aus der Steinzeit als Friedhöfe.

Die Bauern der Bronzezeit konnten ihre Insel nicht friedlich genießen, denn ca. 600 Jahre nach ihrer Ankunft fiel eine neue Welle Krieger in das Land ein. Das war definitiv ein Eroberungsangriff. Das war etwas 1200 v. Chr. Die Angreifer ahmten ihre kriegerischen Vorgänger nach und errichteten ihre Siedlungen an leicht zu verteidigenden Orten.

Das letzte Zeitalter der Antike, die Eisenzeit wird auf Malta durch die Überreste einer einzigen Siedlung in Bahrija (ca. 900 v. Chr.) repräsentiert.

Es folgen die Phönizier etwa 800 v. Chr. . Die Römer, die Araber und auch das Mittelalter hinterließen seine Spuren mit Graf Roger den Normannen(1090)  auf Malta.  Die Ritter des Johanniterordens nahmen an Kreuzzügen teil. Als Sie ihren Stützpunkt im Heiligen Land verloren, siedelten sie sich auf Rhodos an, wo sie nach 200 Jahren vom Sultan Suleiman vertrieben wurden. Nach sieben Jahre Wanderschaft, wurde dem Johanniterorden Malta als Heimat vom Römischen Kaiser Karl angeboten.

Sie siedelten sich in dem kleinen Dorf Birgu hinter dem Castellà mare entstanden war an.

Die Türken griffen die Insel 1547 und 151 an. Der zweite Angriff war verhängnisvoll. Die maltesische Landschaft wurde verwüstet und die befestigten Städte Ignoriert. Die Türken richteten ihre Aufmerksamkeit dann auf die Insel Gozo und versklavten und verschleppten die Bevölkerung.  Diese Angriffe sorgten bei den Rittern für fieberhafte Aktivität, die die Verteidigung der Inseln bei einem weiteren Angriff verbessern sollte.

Die Große Belagerung – Nichts ist bekannter als die Belagerung Maltas, schrieb Voltaire zweihundert Jahre nach dem Ereignis. Für die Malteser gilt das auch noch heute.

Am 18.5.1565 griffen die osmanischen Türken und ihre Verbündeten mit 48.000 Mann die Insel an. sie wollten nach ihrem Einmarsch auf den Inseln über Sizilien und Italien nach Südeuropa vorstoßen. Gegen sie kämpften etwa 8000 Mann. 540 Ritter, 4000 Malteser sowie spanische und italienische Söldner. Nachdem die Türken nicht an der Ankunft gehindert wurden, suchten sie zunächst eine sichere Anlegestelle für ihre große flotte, weshalb si e ihren Angriff am Fort. St. Elmo begann. Nach einem heldenhaften einunddreißig Tage dauernden Widerstand unterlag das Fort den massiven Bombardements und den ununterbrochenen Angriffen der Türken.

Nachdem das Fort beschlagnahmt worden war, richteten die Osmanen ihre Aufmerksamkeit auf die zwei schlecht befestigten Städte Birgu und Senglea.  Bombardement und zahlreichen Angriffen hielten die christlichen Truppen hinter den bröckelnden Mauern den Feind so lange in Schach, bis ein kleines Entsatzheer von 8000 Mann aus Sizilien eintraf. Die Maltester schafften es, die Türken zurückzuschlagen und sich zu retten.

Der Großmeister La Valette war von der Idee besessen, den steilwandigen Mount Sciberras zu befestigen.  Als er 1557 Großmeister wurde, forderte er ausländische Militäringenieure zur Vorbereitung der Pläne auf. Zunächst wurde jedoch das unglückselige Fort St. Elmo wieder aufgebaut. Papst Pius IV schickte seinen Militäringenieur Frenscesco Laparelli und die Planung der neuen Stadt begann.  Die Entstehung La Valletta hat begonnen.  La Valette starb 1568 und wurde in der Kirche Our Lady of Vicotries, dem ersten in der neuen Stadt errichteten Gebäude, begraben.

Der Orden wurde gegen Ende des 18 Jahrhunderts gestürzt und auch Napoleons marschierten 1798 in Malta ein. Der Einmarsch gehörte nicht zu seinen großen Triumphen, der Großmeister gab ohne Widerstand auf.  Napoleon lies Kirchen und Paläste plündern und finanzierte damit seinen  Nordafrika Feldzug.

1798 kamen britische Truppen nach Malta und die Franzosen in Mdina ergaben sich. Als die Belagerung voranschritt, wurden die durch die britische Blockade in den Festungsanlagen am Hafen eingepferchten Franzosen von jeglicher Unterstützung abgeschnitten. Die zu dieser Zeit durch britische und italienische Gruppen unterstützen Malteser konnten die Bastionen jedoch nicht stürmen. Die erschöpften Franzosen waren zur Kapitulation bereit. Napoleons Truppen waren jedoch zu stolz, sich den maltesischen Aufständischen zu unterwerfen. Die Britten wollten jedoch ihre Truppen an anderen Orten einsetzten. Sie wollten also die Kapitulation der Franzosen beschleunigen, die dann 1800 stattfand.

Die Briten waren weniger an Malta interessiert als daran, die Franzosen fernzuhalten. Durch den Vertrag von Amiens 1802, der die Feindseligkeiten zwischen den Briten und Franzosen beendete, wurde entschieden, dass Malta zu einem reformierten Johanniterorden unter dem Schutz des Königsreiches beider Sizilien zurückkehren sollte. Maltas Neutralität sollte alle Großmächte garantieren.

Der Weg in die Unabhängigkeit war für die Malteser weder einfach noch gradlinig. Als Malta 1931 die Selbstverwaltung zugestanden wurde, gab es drei politische Fraktionen: die pro-britische Gruppe, die pro-italienische Gruppe und die Labour Party, ein politischer Neuling.

Durch die nun folgenden Unruhen wurden die Wahlen ausgesetzt. 1930 wurde die Verfassung zurückgezogen. Bei den nächsten Wahlen erhielt die pro-italienische Partei mit Unterstützung der Kirche eine große Mehrheit. Die Verfassung wurde aufgrund des folgenden politischen Sturms erneut zurückgezogen und ein Jahr später kehrte Malta zur Kolonialherrschaft zurück. Nun regierte die britische Regierung alleine. Als die nächste Verfassung genehmigt wurde, tobte der Zweite Weltkrieg. Juli 1943 nutzten die verbündeten Malta als vorgeschobene Basis und marschierten auf Sizilien ein, der Krieg entfernte sich. die Briten stellten die Selbstverwaltung wieder her und es fanden Neuwahlen statt.  Nach den Wahlen und der Bestätigung durch ein Referendum erlangte Malta am 21. September 1944 die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth. Die Königin von England wurde die zeremonielle Königin von Malta. Als das nächste Mal die Labour Partei regierte, wurde Malta zur Republik erklärt und Sir Anthoniy Mamo wurde der erste Präsident.

Am 31.3.1979 wurde der Militärstützpunkt aufgelöst und der letzte britische Soldat verließ die Insel. Für Malta begann der selbst auferlegte Neutralitätsstatus. Seit dem 1. Mai 2004 ist Malta Mitglied der Europäischen Union.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.