Es fehlte nur noch das Wiegenlied…

Schon in der Marina Siracusa schaukelten wir ordentlich, dazu das Quietschen der Festmacherringe. Dies war eigentlich der Hauptgrund warum wir vor Anker gegangen sind, denn laut Hafenpolizei ist ein Anlegen an der neuen Uferpromenade erst in 6-8 Wochen möglich. Dann halt nicht.

Wir hatten ja in den letzten Tagen die Ankerlieger beobachtet wie sie schaukeln und schwanken aber dachten uns nichts dabei. Nun haben wir es 21 Stunden erlebt. Hin und Her und Hin und wieder Her…. . Gut dass alles ordentlich verstaut war, sonst gäbe es Chaos.  In der Nacht hatte ich manchmal das Gefühl aus der Koje zu fallen so heftig schwang das Boot. Um 4 Uhr war die Nacht für mich vorbei… hatte Kopfweh und einen flauen Magen.  Ein wenig im Internet gestöbert, Bilder für die Bildergalerie aufbereiten umso gegen 6 Uhr wieder unter die Federn gekrochen.  Gerädert, unausgeschlafen gab es um 8 Uhr Frühstück mit dem Hinweis an Herwart keine Nacht mehr an diesem Platz. Ein stummes Nicken zeigte mir dass es ihm genauso erging.

Zu allem Unfug, hatte der Regenguss heute Nacht, die halbe Sahara auf Ciganka abgeladen. Roter Sand der unten den Schuh`n knirscht.

Nach einem mehr oder weniger gemütlichen Frühstück, wobei die Tasse immer wieder mal etwas fester in der Hand lag, machten wir Ciganka fertig zum Ablegen. Anker war gut eingegraben und ab durch die Mitte Richtung Süden nach Marzamemi. Den Hafen bzw. die Marina haben wir ja schon kennengelernt.  Aufgrund der Wetterprognosen für die nächsten 6 Tage haben wir entschieden südlich Sizilien entlang zu gehen, da die Straße von Messina nicht vor Montag (weiter können wir nicht gucken) angemessen passierbar sein wird.

Kaum aus der Bucht von Siracusa, hatten wir Welle aber kein Lüftchen gegen an.  Angesagt war NOO Wind. Am  Cap Murro di Porco sollten wir die Welle – so ca. 1m – dann mehr von Hinten haben…. Also Schubkraft. Weder der angesagte Wind von < 15 Knoten noch die Wellenrichtung stellte sich ein. So schaukelten wir unter Motor nach Marzamemi. Die eine oder andere Welle hat die 1,5m gut überschritten und machte das Gehopse nicht angenehmer.  

Die Einfahrt in den Hafen, nach knapp 25 Seemeilen, ist  nicht ganz unproblematisch da sich die Wellen an der Hafeneinfahrt richtig gut tummelten. Mit Schwung waren wir drin. Diesmal wollten wir die mittlere Marina aufsuchen und der Marinero half beim Anlegen. Da wieder mal ein Kuddelmuddel der Murings war, dauerte es etwas bis diese von ihm entwirrt und wir festlagen. Endlich ruhiges Wasser, dafür aber das Knatzen des Ruckdämpfers von gegenüber. Nachdem wir verschnauft hatten, holte Herwart die WD40 Dose und sprühte den Dämpfer ein… siehe da Ruhe ist eingekehrt.

Der unruhige Schlaf machte sich bemerkbar und so holten wir diesen am Nachmittag nach. Mein Skipper weckte mich mit dem Geruch eines frisch gemachten Cappu und einem Keks.  Die Lebensgeister stellten sich wieder ein.

So wie es derzeit aussieht bzw. der Wetterbericht meldet, werden wir wohl bis Freitag bleiben um nach Ragusa zu kommen.  Ja es ist Geduld gefragt auf den passenden Wind in angenehmer Segelstärke zu warten….. Wir haben ja Zeit und das mit der Geduld ist noch optimierbar.

 

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