Tausendmal ist nichts passiert …..
… und dann hat es platsch gemacht. Wir haben heute beim Frühstück beschlossen hier zu bleiben und das Ankerleben zu genießen. Da wir aber frisches Brot brauchten wollten wir dies mit einem Marktbesuch verbinden.
Mit dem Dingi zum Hafen, dieses festgebunden und „versiegelt“. Den Schlüssel für das Schloss aus der Tasche geholt und schwupp flog etwas mit raus. Ich hielt nur noch den Schlüssel für die Schlösser in der Hand und schaute etwas belämmert. Der schnelle Griff in die Tasche und die Suche nach dem Bootsschlüssel brachte Hitzewallungen in meinen Körper …… Herwart stand immer noch im Dingi und guckte ins Wasser…. was war das? Der Bootsschlüssel und ein Schloss. Wir suchten den Grund ab aber nichts war zu seh`n. Da war Tauchen (mein lieber Mann halt) angesagt, aber erst nach dem Marktbesuch.
Wir waren wütend und durcheinander, so dass wir das erste Cafe ansteuerten um erstmal einen Kaffee zu trinken – zur Beruhigung. Danach konnten wir relativ entspannt durch den Markt bummeln und unsere Einkäufe tätigen. Vor allem Obst stand auf dem Zettel und Fisch. Unsere kleine Einkaufsliste war bald erledigt als wir am Ende des Marktes im `“ Sapori dei Gusti Smarriti” einkehrten. Brigitte und Wolfgang haben uns empfohlen, dies wollten wir beim 3. Besuch hier nun auch endlich tun, die sizilianische Antipasti und ein Glas „Terre Siciliana“ Wein genießen.
Allein schon die Art wie die Antipasti serviert wurde war ein Gedicht. Wir genossen die Leckerbissen und den Wein, dazu das nette italienische Pärchen das mit uns ins Gespräch kam. Ein rundherum gelungener Vormittag….. na ja bis auf das Platsch.
Zurück beim Dingi, schauten wir nochmals ins Wasser und entdeckten das Schloss da kann der Schlüssel nicht weit sein. Ein Diver der gerade in die Marina in voller Taucher- Montur radelte, sprang ins Wasser und brachte das Schloss zum Vorschein….. der Schlüssel???? Wurde nicht gefunden.
Mhhhh also brechen wir mal ganz schnell ins eigene Boot ein, haben wir beschlossen. Kaum an Bord, machten wir uns an die Arbeit und es gelang. Aber nur deshalb weil wir mussten wo wir hinlangen müssen. Ersatzschlüssel rausgereicht, aufgesperrt und das war eine Aufregung.
In aller Ruhe, froh dass der Puls sich normalisierte, die Tasche geleert, das Eingekaufte aufgeräumt. Bevor die Tasche auch verstaut wird, holte ich noch die Geldbörse raus und durchwühlte die Innentasche ob noch etwas drinnnnnn ist…… da tauchte der Bootsschlüssel auf. Als ich Herwart diesen zeigte, wurde mir ein Blick zugeworfen den ich nicht beschreiben muss, oder?
Herwart war nun arbeitsgierig und hat den Abfluss vom Deck gereinigt und nun kann das Wasser wieder richtig ablaufen. Unser Ankerlicht mault, ja eher hat es wohl einen Wackelkontakt da muss dann der Skipper auf den Masten. Dieser hat aber beschlossen dies erst im Hafen zu tun.
Danach war wirklich Samstagnachmittagsruhe. Herwart ruhte seine Augen aus und ich vertiefte mich im Lesestoff. Als Herwart ausgeschlafen hatte, servierte er einen leckeren Cappu und Kekse. Wir genossen die Sonne, das Wasser einfach unser dasein …… so kann man seine Seele baumeln lassen.
Bevor es in die Pantry ging, war duschen angesagt. Boiler für Warmwasser angeworfen und ab unter die Dusche. Die Bilge für das Abpumpen des Wassers maulte ein wenig. Irgendwie lief das Wasser nicht richtig ab. Herwart probierte ich guckte draußen, doch es kommt. Als Herwart jedoch mit dem Duschen fertig war, lief das Wasser einfach nicht richtig ab. Er sah schon wieder einen Punkt auf seiner ToDo Liste: Leitungen reinigen und fluchte entsprechend. Also erstmals Lattenrost hoch und geguckt ob was im Duschbecken liegt…. ein Schrei aus dem Bad….. da ist ja noch der Stöpsel (gegen den üblichen Geruch) drin. Ohhhhh den hab ich wohl vergessen raus zu tun. Dazu muss man sagen, dass wir heuer noch nicht auf dem Boot geduscht hatten, weil in Marinas in der Regel welche vorhanden sind.
Auch diesen Blick der mir zugeworfen wurde, möchte ich nicht beschreiben. Herwarts Kommentar „ du willst wohl meinen Blutdruck hochhalten, deshalb hast du mich zweimal gestresst – natürlich unbeabsichtigt“
Manchmal ist das Bordleben richtig aufregend.
Das Abendessen übrigens auch. Lachsteak mit Frischkäsesoße und Scrimps. Dazu Butterkartoffeln mit Karotten, Gurkensalat und als Nachspeise Obstsalat.
Wir haben dann noch eine Lesestunde im Cockpiteingelegt bei blutrotem Himmel und Klaviermusik (von der Uferpromenade) im Hintergrund.
Das Leben ist einfach nur schön.