Das ist uns noch nie passiert….
…. wir steuern eine Marina an und finden sie nicht.
Die Geschichte von vorne: Letztes Jahr hat die Mira, das Boot das uns aus Greece begleitet hat, in der Marina Bolaro (ca. 5 sm vor Reggio Calabria) festgemacht. War total begeistert von der kleinen schnuckeligen Marina. Da wir ja Reggio Calabria letztes Jahr kennengelernt haben, wollten wir neue Erfahrungen machen.
So heute früh die Koordinaten der Marina Bolaro eingegeben und ab ging die Post. Zuerst unter Motor. Erst nach ca. 8 Seemeilen kam der Wind wie er kommen sollte und alle Segel rauf, Motor aus und bei gemütlichem Segeln unserem Ziel entgegen. Ab und an mussten wir auf die Großschifffahrt achten die aus bzw. in die Straße von Messina einfuhren bzw. ausfuhren. Schneller als gedacht kamen wir unserem Ziel näher. Wie halt fast immer kurz davon kommt heftiger Wind auf und fegte übers Wasser. Segel rein, Motor an, Fender raus, Festmacher angebracht und ab zur Marina.
Mhhh wo ist die? Hatten ja Bilder im Internet gesehen aber irgendwie passte das Bild das wir sahen alles nicht. Auch waren keine Masten zu sehen… nur Motorboote? Also Kreise gezogen. Das Ipad zu Hilfe geholt, wo im europe Naviprogramm die Marina eingezeichnet ist. Wir stehen direkt davon aber wo ist SIE? Das gibt es doch nicht, sind wir zu blöd? Trotz Fernglas nichts zu sehen. Das Einkaufszentrum das als markantes Gebäude auch im Internet als guter Proviantisierung an gepreist wurde, stand da aber keine Marina. Was nun?
Also nochmals einen Kreis gezogen, als wir einen jungen Mann an einem kleinen Steg stehen sahen, der uns winkte. So haben wir darauf zugehalten und gerufen wo die Marina ist. Hier….. ähhh hier????? Wo bitte? Es sollen hier ca. 70 Yachten Platz haben … wir können nichts sehen. Der Wind pfiff mit gut 25 Knoten und ich hatte zu tun Ciganka zu halten. Gott sei Dank war genügend Tiefe auch kurz vor dem Land. Laut Karten stehen wir direkt davon aber die Nische die sich da auftut kann es nicht sein oder doch? Der „Marineservice“ fragt welchen Tiefgang wir haben. 2m…. das geht und winkte uns. Wo sollen wir nur hin? Der Ministeg außen, bei dem Wind… muss nicht sein und innen…. da ist unsere Garage vermutlich größer.
Das Ende vom Lied, wir haben abgewunken, sind nach Reggio Calabria gesegelt und haben in der bereits bekannten Marina am Ende des Hafens festgemacht. Nicht einfach das Anlegen, da die Muring leider zu kurz war und der Wind mit Ciganka spielte. Der Marinero half Herwart beim Belegen der Muring über die Ankerwinsch bevor die Steuerbord Muring belegt werden konnte. Wow welche Kraftanstrengung. Kurze Zeit später kam der Marineservice und hat die Muring verlängert und wir konnten diese noch richtig belegen.
Nach einer kurzen Pause ab zum Supermarkt da wir Proviant für die nächsten 10 Tage einkaufen wollten. Um sicher zu gehen dass wir gut gerüstet sind, falls wir die Liparischen Insel abklappern und nicht verhungern müssen. Das kann ich doch dem Skipper nicht antun.
Zurück vollbepackt, galt alles zu verstauen und Herwart packte sich den Schlauch um das Mäd`l vom Ruß des Etna zu befreien. Mal ist es roter Sand, mal Ruß oder Salz.
Das Abendessen, Geschnetzeltes mit Nudeln und grünen Salat, gab es erst nach 20 Uhr im „Esszimmer“ da es wieder mal schon bitterkalt draußen ist.
Wann wird es endlich richtig Sommer?
PS: im Nachhinein haben wir festgestellt, dass noch keine Schwimmstege der Marina Bolaro ausgelegt waren. Auch wundert es uns sehr, dass die Marinas die wir in Sizilien bisher angefahren haben leer sind bis auf die Jahreslieger.