Ciao Sizilia …
Ja der Wind hat gepasst, die Welle war gewöhnungsbedürftig mit ihren 2-3m im Durchschnitt und so hat der Wecker uns um 4 Uhr aus den Federn geworfen. Stockfinster war es noch aber wir hatten ja ein Ziel – Ustica.
Die kleine Insel liegt etwas 36sm NE-lich des Capo San Vito. Sie ist vergleichsweise flach (der höchste Punkt auf dem Gipfel des Monte Cuardia Grande misst 250m) aber auch aus größter Entfernung zu sehen. Sie ist vulkanischen Ursprungs, sehr fruchtbar und üppig bewachsen. Eine Funkstation auf dem Gipfel des Monte Guardia Grande und der Leuchtturm an der Punta Gavazzi (weißer Turm) sind auffällig. Der Hafen Cala Santa Maria liegt auf der NE-Seite der Insel.
Die Bewohner leben überwiegend von der Landwirtschaft. Die fruchtbaren Böden eignen sich für den Anbau von Zitrusfrüchten, Getreide, Oliven und Wein. Weitere wichtige Erwerbsquellen sind der Fischfang und der Tourismus. Die einzigartige Unterwasserwelt macht die Insel zu einem beliebten Ziel für Taucher. Vor Cala Santa Maria gibt es unter Wasser römische Ruinen und Schiffwracks zu erkunden. Bekanntester Tauchplatz ist die Grotta dei Gamberi, eine Höhle, die von Einhorn-Garnelen bewohnt wird, deren Augen an den Wänden und der Höhlendecke den Lampenschein reflektieren. Daneben gibt es rund um die Insel Seegrasflächen und Felsen, die zu den besten Tauchplätzen im Mittelmeer gehören. Am Tauchplatz Secca della Colombara gibt es ein Schiffswrack, an dem sich große Barrakudaschwärme aufhalten.
Die Chronik der Insel weiß von Mord, Totschlag und anderen Gräueltaten zu berichten. Besiedelt wurde sie um 2000 v. Chr. Von den damaligen Bewohnern ist jedoch kaum etwas überliefert. Die Griechen nannten die Insel Osteodes (Knocheninsel). Auslöser war, dass 6000 Karthagische Soldaten nach einer Meuterei hier ohne Wasser und Nahrung ausgesetzt wurden und elendig zugrunde gingen. Die Römer tauften die Insel wegen des Schwarzen Gesteins, aus dem sie größtenteils besteht „Ustum“ (die Verbrannte). Im 18. Jahrhundert unternahmen die Bourbonen den versuch, die Insel zu kolonialisieren, doch die ersten Siedler wurden von den Piraten massakriert, die sich hierniedergelassen hatten. Nur zwei Siedler konnten sich retten und die Schreckensnachricht in die Welt tragen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhundert gelang es den Bourbonen, sich dauerhaft auf der Insel niederzulassen. Die heutigen Bewohner sind direkte Nachkommen der damaligen Siedler.
Nach 50 Seemeilen liefen wir um 15 Uhr im einzigen Hafen Santa Maria in Ustica ein. Es lagen nur 2 Segelboote am Kai und wir konnten durchschnaufen. Denn es gibt maximal nur 6—10 Liegeplätze. Das Anlegen war nicht so einfach, denn wie so oft blies der Wind beim Anfahren um die 18 Knoten und natürlich von der Seite. Das Hafenbecken eng und so klappte es erst nach drei Versuchen bis ich zum Kai „düsen“ konnte. Hilfsbereite Franzosen nahmen uns die Landleine entgegen. Mit dem Leinengewirr gab es dann noch ein bisschen Probleme, da der „Marinechef“ auch noch mit plapperte. Endlich genossen wir unser Anlegebier und dann ab in die Koje.
Gegen 19 Uhr geschniegelt und gestiefelt marschierten wir die Stufen hoch zur City. Wow da war was los. Vermutlich ein Schulausflug denn es wimmelte nur so von Kindern und Jugendlichen.
Ab in die Seitengassen und wir kamen aus dem Staunen nicht raus. Hier ist alles Picco Bello. Kein Papier auf den Straßen, kein Blatt alles wie geleckt.
Man merkte jedoch dass noch keine Saison ist, denn nur eine Pizzeria hatte offen und so strebten wir dieser zu. Heute sollte die Pantry kalt bleiben. War nicht schlecht aber….
Zurück zum Hafen hatte die Hafenbar nun geöffnet und so tranken wir, obwohl frierend, noch einen Espresso und Cappu. Dabei lernten wir ein Pärchen aus dem Vintschgau kennen. Schnell kamen wir ins Plaudern und wären normalerweise vermutlich versumpft aber….. das 4 Uhr Aufstehen machte sich nun bemerkbar und so haben wir uns für Morgenabend verabredet und ab auf Ciganka.
Noch schnell diesen Eintrag schreiben und dann schnell ins Bett.
PS: Bilder gibt es Morgen…
