Der Anker
…. war und ist heute Thema Nr. 1. Wir haben ja gestern erfahren, dass im nächsten Ort, ca 3 km, eine LKW Werkstatt ist, die uns evtl. weiterhelfen könnte um unseren Bügelanker wieder in Form zu bringen.
So standen wir, die Futuro Dos- und Ciganka – Besatzung kurz nach 9 Uhr an der Bushaltestelle. Man glaubt es kaum, aber der Bus kam pünktlich. Der Busfahrer überprüfte unsere Ankerspitze ob diese nicht „zu scharf ist“ (dabei schaute er Herwart an), dann half er mit Information weiter, wo wir die Werkstatt finden. Er ließ uns freundlicherweise zeitig raus, dass wir nur noch ein Stück laufen mussten. Er meinte Avanti, Avanti …..
Es war eine landwirtschaftliche Werkstatt und dank Martin, der des italienischen mächtig ist, war eine Verständigung gut möglich. Der Meister schaute sich unser gutes Stück an und nickte. Machte noch einen Handgriff fertig, bevor er den Anker auf die Presse legte. Sie bauten diverse Teile zum Ausrichten unter, dann nahmen sie wieder einige raus und so ging es ein paar Minuten hin und her. Wir zogen uns zurück, da wir die Befürchtung hatten, wenn die Presse niederfährt, dass sich evtl. so ein Klötzchen lösen könnte und durch die Gegend fliegt. Nach 20 Minuten meinte er es ist gut, perfekt, besser wird es nicht mehr. Wow, da war von einem Knick nichts mehr zu sehen.
Wieder auf dem Wagen geladen zogen wir zum Markt in Lu Bagnu und warteten so nebenbei auf den Bus der uns zurückbringt.
Der Busfahrer bestätigte dass er nach Castelsardo fährt, ob er uns an der Marina raus lässt haben wir als „Si“ verstanden. Der Bus raste, ähnlich Formel I, entlang der Küste und ließ uns erst in Castelsardo raus. So konnten wir heute einen freundlichen, hilfsbereiten und einen grantigen, mürrischen, störrischen Busfahrer kennenlernen. Wir marschierten dann halt zurück in die Marina.
Nach einer kurzen Pause haben wir den Anker abgeschliffen und wieder weiß gestrichen. Nun liegt er wie fast neu am Steg und darf trocknen. Bei unserem nächsten Ankermanöver werden wir ihn testen ob er noch der „Bügelanker“ ist. Wenn nicht, war es jedenfalls ein Abenteuer und ein Erlebnis und um 45 Euro ärmer.
Unser Neuer kommt leider erst Donnerstag und so bleiben wir der Marina noch ein wenig erhalten. Wir hoffen dass er bis Mittag da ist, dann könnten wir noch 20 Seemeilen westwärts nach Stintino ziehen, denn so langsam entwickelt sich der Marinekoller bei uns.
Nachdem ich keine Idee für das Abendessen hatten, zogen wir in den Supermarkt und liesen uns inspirieren. Heraus kam ein orientalisches Putengeschnetzeltes mit Ebly und gemischten Tomatensalat. Dazu Wasser….. ja Wasser denn es geht heute noch auf die Futuro Dos wo Wein serviert wird.
Da wir zwei Gangways auf schwankenden Booten passieren müssen haben wir mal mit dem Alkohol langsam getan.
