Spanien…das ist Sonne pur….
So hat uns heute Menorca nicht empfangen. Gut 5 Seemeilen vor der Einfahrt in den Naturhafen von Mahòn hat uns das prognostizierte, schwere Wetter dann doch noch eingeholt. Obwohl der Wind in der Nacht schon auf Nord drehen sollte, hat er dies erst um halb 14 Uhr gemacht, das jedoch mit einem Schlag. In Sekunden dreht der Wind von SW auf NW und von 14 – auf über 30 Knoten. Es war als hätte Ciganka einen Schlag in die Seite erhalten. Der Wind flog über das Wasser, was mit eisigen Tropfen auf der Haut zu spüren war. Auch der einsetzte Regen hob nicht unbedingt die Sicht. Kaum in der Einfahrt zur Bucht hat die Welle nachgelassen. Die Gedanken bei 30 Knoten anzulegen hatten Kribbeln im Bauch verursacht, aber nun schöpften wir Hoffnung dass es doch so ist wie gepriesen wird „In der Mahòn Bucht liegt man wie in Abrahams Schoß“. Je tiefer wir in die Bucht fuhren, wir hatten uns für die Anlegestelle Isola Flotantes entschieden und angemeldet, desto ruhiger wurde es.
Da nur 3 Knoten Fahrt erlaubt waren, hatten wir Zeit uns die Ufer bzw. deren Bebauung anzusehen. Auf der Steuerbordseite eher Einfamilienhäuser und auf der Backbordseite Hotelanlagen in jeder Größe. Beides sicherlich sehenswert.
Der Marinero bzw. Marineservice wartete auf uns und ruck zuck lagen wir nach 194 Seemeilen am Schwimmsteg fest. Da es immer noch regnete, zogen wir uns in die Kojen zurück und holten ein wenig Schlaf nach.
Beim anschließenden Cappu ließen wir die Überfahrt nochmals Revue passieren. Nachdem wir die sehr enge Fornelli Passage bei Stintino passiert hatten, nahmen wir Kurs auf Menorca. Drei Stunden unter Motor, was auch laut Wetterprognosen vorhergesagt wurde, und wir konnten endlich alle Segel setzen. Jedoch am frühen Abend war es damit vorbei, der Wind drehte und wir bekamen ihn auf die Nase. Na ja er soll ja im Laufe der Nacht auf Nord drehen, dann können wir wieder Segeln ……. Dies trat leider nicht ein (Ziel entweder Marseille oder Gibraltar wäre möglich gewesen), auch die Welle veränderte ihre Richtung und schlug mit gut 2 m immer wieder an den Bug. Unsere Lady ist keine die gerne hart am Wind segelt, es gilt es immer wieder zu improvisieren. Auch saß das prognostizierte Wetter uns im Nacken. .So wurden wir gerüttelt und geschüttelt – und kurz vor Menorca noch gerührt – wie in einem Cocktailshaker.
Zum Abendessen gab es Nudeln mit pikanter Tomatensoße und Gurkensalat. Dazu Wein aus Ustica, mangels spanischem Wein.
Wir wollen zwei Tage hier bleiben und werden Morgen unser Umfeld erkunden.