Früh am Morgen schon ein bisschen Stress….
Es ist echt blöd, nicht mehr an Bord aufs Häuschen gehen zu können. Dies heißt noch fast blind die Leiter runter (Gott sei Dank nicht in der Nacht) und gefühlt 1km bis zu den Sanitäranlagen. Nicht zu vergessen ist die Chipkarte, sonst kommt man nicht aus dem Gelände und auch nicht in die Sanitäranlagen.
Wenn schon auf, dann kann ich auch gleich Frühstück machen. Die Handwerker zum Anschleifen des Unterwasserschiffes sollen – so ihr Chef – um 8:30 bis 9 Uhr kommen.
Gemütlich im Cockpit gefrühstückt mit ungewohnten Weitblick von oben. Wir kamen uns vor wie auf einer Dachterrasse.
Die Arbeiter kamen um 9:30 Uhr bis dann alles aufgebaut (Staubsauber für Schleifmaschinen etc) und die Maschinen schnurrten war es schon gut nach 10 Uhr.
Wir haben derweilen unsere ToDo Liste rausgezogen und begonnen nacheinander diese abzuarbeiten.
So konnten wir schon bei Reglingsnetz flicken, Dioden wechseln, alle Seeventile überprüfen, Ankerschäkel ersetzen, Masten und Bäume reinigen, Vorhänge – frisch gewaschen aufhängen, Pantry Großputz und noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, den Hacken setzen.
Die Schleifmaschine brummt immer noch, was uns jedoch jetzt nicht stört um ein kühles Bier auf der Dachterrasse zu trinken.
Eine Besonderheit soll noch erledigt werden: das sind unsere roten Streifen. Der Dicke an der Kante und der schmale etwas tiefer. Letzteren haben sie uns beim letztmaligen Polieren fast die Farbe entfernt und hat dann bescheiden ausgeschaut. Nun wollen wir die Situation nutzen und diese vom Fachmann wieder erneuern lassen. Die Farbe haben wir vorsichtshalber schon besorgt, da bei der Firma FRA-Ni diese verschwunden ist und eine alternative Farbe eingesetzt werden musste.
Unsere Handwerker haben die Streifen abgeklebt und Morgenfrüh werden diese angeschliffen und Primer aufgetragen. Auch am Unterwasserschiff wird Primer aufgetragen bevor der Rumpf gereinigt und poliert wird.
Zum Abschluss des Tages konnten wir noch zusehen wie eine riesige Motoryacht mit dem Kran gelupft wurde. Schon gigantisch.
Zum Essen waren wir wieder im Titanic. Heute gab es wie versprochen Salat aber keinen Burger mehr. Dafür eine riesige Portion Pommes… es hat gereicht mehr brauchten wir nicht. Dazu für den Skipper ein Bier und seine Gattin ein bzw. zwei Gläschen Weißwein.
Nun wieder an Bord beobachten wir die grauen Wolken die sich von Norden kommend uns nähern. Morgen soll der Mistral heftig wehen… und wir in luftiger Höhe…. Das wird eine Wackelei werden.
Noch ein wenig lesen im Cockpit und den Wind um die Nase wehen lassen.
