Stress pur….
Also in unserem Revierführer Portbook steht, dass die Marina Sant Antoni einen besonderen Service anbietet. Man kann Wasser und Strom bis zu 2 Stunden Bunkern. Je halbe Stunde bei 12m Bootslänge 9 Euro. Nachdem wir die enormen Gebühren für eine Marina, geschweige denn für eine Boje (130€ – kein Wasser, kein Strom) nicht ausgegeben wollten, war dies eine gute Alternative.
Nach 10 Seemeilen hatten wir Sant Antoni erreicht. Da wir uns schon telefonisch angemeldet hatten, galt es den Marinero anzufunken. Uns wurde ein Platz zugeteilt und schwupp die wupp waren wir fest.
Schon auf der Fahrt hatte ich Trolly und Einkaufstaschen sowie Einkaufszettelchen bereit gelegt um gleich nach dem Anlegen zum Lidl zu düsen.
Es klappte alles vorzüglich. So war ich nach 10 Minuten auf dem Weg zu Einkaufen. Herwart wollte währenddessen, Boot schrubben und Strom sowie Wasser tanken.
Da wir am Ende bzw. am Anfang des Hafenbecken lagen durfte ich den gesamten Hafen ablaufen dies waren schon mal gut 1,5 km bis zum Rondell. Von dort ein Katzensprung ca. 1km zum Lidl.
Zettel raus und die Regale/Reihen abgelaufen. Etwas unkonventionell ala Spain Lidl aber wenn man alles sichtet, kann man seine Liste abarbeiten.
Ab zur Kasse und ein Blick in den Wagen zeigte mir, dass meine Behälter (Trolly, Taschen und Beutel) wohl alle gefüllt werden. Als alles verstaut war, machte ich mich auf den Weg zum Club Nautico. Der Gehweg holprig und ich wie ein Packesel beladen, hielt ein Taxi an und ließ mich die restlichen km fahren. Puhhhh die 7 Euro waren mir das Wert.
Als ich bei Ciganka ankam, war Herwart mit allem fertig. Ciganka gläntze wieder und Wassertanks gefüllt. Nachdem alles verstaut, ich noch schnell unter die Wasserschlauchdusche sprang konnten wir aufatmen, alles erledigt.
Nach knapp 2 Stunden legten wir ab und waren 20 Euro los. Geil finden wir diesen Service, der könnte Schule machen.
Eigentlich wollten wir anschließend in die Bucht Port del Torrent ca. 2 Seemeilen, als Herwart meinte wir könnten doch neben dem Bojenfeld ankern und vielleicht in aller Ruhe die Stadt erkunden. Warum nicht, einen Haken gefahren und ab zum Ankerplatz. Es heißt offiziell, dass seit das Bojenfeld existiert nicht mehr im Hafenbereich geankert werden darf, aber….. es liegen so am frühen Nachmittag ca. 25 Boote (am Abend waren es mehr als das Doppelte) hier, also warum wir nicht auch.
Wir sahen den Buchtencowboy (so haben wir ihn getauft, es ist ein Marinero vom Club Nautico der für Ordnung sorgt, beim Bojenanlegen hilft etc.) mit seinem tollen Boot hin und her flitzen, aber von den Ankerliegern wollte er nichts wissen.
Nach dem 2. Ankermanöver hielt unsere Gurke endlich. Als sich der Wind jedoch drehte, lagen wir dicht an einem Segler. Mhhh so wollten wir das nicht. Gestern haben wir gemault weil sich einer so dicht an unser Heck gelegt hat und nun wir. Also nach einer Ruhephase, Anker gezogen und neu gesetzt etwas weiter vorne. Über eine Stunde versuchten wir das blöde Eisen in den Boden zu rammen. Das Seegras gigantisch hoch ließ es nicht eingraben. Endlich etwas seitwärts unseres ersten Platzes hielt er und ein Schnorchel Gang von Herwart zeigte grünes Licht. Motor aus und ein Bier. Mei war ich sauer über diese vielen Ankermanöver. Wie wir aber beobachten konnten, waren wir nicht alleine. Auch andere Yachten, Kats und Motorboote durften das Ankermanöver mehrmals „üben“-
So war es dann mittlerweile gut nach 19 Uhr und die Lust noch an Land zu gehen war vergangen. Abendessen war angesagt. Dann probieren wir den Landgang halt morgen Früh.
Heute gab es Halsgrat eingelegt in Gewürzen Orientale aus der Grillpfanne mit gemischten Salat – war einfach göttlich.
Fast hätten wir einen perfekten Sonnenuntergang erlebt aber über dem Wasser am Horizont, befanden sich Wolken und so versank die Sonnen in den Wolken und nicht im Wasser.
Nun wieder entspannt können wir das Cockpitleben genießen.
Obwohl schon finster, düsen die Ausflugsboote noch durch die Bucht. Vom Ufer blinken bunte Lichter, das Riesenrad dreht sich, die Vergnügungsparks lärmen und diverse Diskomusik halt zu uns. Ist das das berühmte Ibiza Nachtleben?

Den „Stress“ von heute werdet Ihr später mal die gute alte Zeit nennen …