Schleudergang….
Der heftige Wind traf nicht wie prognostiziert (3 Uhr) ein. Er ließ sich Zeit und Robert meldete ihn kurz nach 8 Uhr. Trotzdem hatten wir keine ruhige Nacht, der Schwell rüttelte und schüttelte uns so richtig durch und das ohne Wind. Phasenweise hatten wir das Gefühl aus der Koje zu fliegen.
Nachdem sich an unserem Ankerplatz der „Mistral“ nur mit 15 Knoten bemerkbar machte, ein Blick auf die offene See glattes Wasser zeigte, können wir doch ablegen?
Dies haben wir auch nach dem Frühstück getan und ab Richtung nächsten Bucht, die Cala de Port Roig. Auch diese ist für NO Wind geschützt.
Wir Anker hoch und an den Insel Isla Vedra vorbei zeigte uns: Wasser und Wind im grünen Bereich. Beim nähern des Cap Lientrisca frischte der Wind auf und die Welle kam uns auf die Nase. Auf Höhe des Caps knallte er mit teilweise 37 Knoten in die Wanten und Ciganka machte Berg und Talfahrt bei der Welle. Nun Kurs auf die Bucht genommen, was die Welle etwas angenehmer machte und nun sahen wir, wenn auch noch 2 Seemeilen entfernt, dass diese gerammelt voll von Booten ist. Mhhh sich durch die Bucht kämpfen um dann keinen ordentlichen Platz zu bekommen hatten wir keine Lust. Also das Ganze kehrt und nach einer halben Stunde lagen wir wieder an unserem alten Platz in Horts.
Fazit für die Cala Horts – bei nördlichen und NO Wind ist die Bucht gigantisch. Der gute Sandboden nahe der Steilküste und Badestrand lässt den Anker gut eingraben. Leider ist permanent Schwell ob mit oder ohne Wind. Dazu kommen die kleinen schnellen Boote, die heftigen Schwell verursachen. Es gibt drei Restaurant, kein Internet bzw. ab und an mal ein Balken.
So bleiben wir also nochmals einen Tag mit einem wunderschönen Blick auf die Inseln Vedranell und Vedra. Außerdem haben wir wieder die Option auf einen gigantischen Sonnenuntergang da der Blick nach Westen frei ist.
Bisschen Frust, dass wir nicht in eine andere Bucht umlegen konnten, abbauen. Wir, ich wären gerne dem Geschaukle entkommen. Deshalb habe ich mich in den Haushalt gestürzt. Betten abziehen, Handtücher wechseln, Bodenpflege etc. Nach einer knappen Stunde ging es mir wieder besser.
Herwart hat sich auch von seinem gestrigen Quallen Stichen wieder erholt. Dies kleine nette Tierchen hat ihn an der Hand geküsst. Es brannte wie Feuer, also schnell erste Hilfe. Eimer mit Seewasser gefüllt und Skipper durfte darin seine Hand baden und leichte Bewegung machen, damit sich der Micro Schleim lösen kann. Als der Schmerz etwas nach ließ, kam ein Kühl – Akku auf die Hand. Nach einer halben Stunde wurde Rasierschaum (gut dass Frau so etwas an Bord hat, eigentlich nicht für Quallen Verletzungen gedacht) auf die Handfläche aufgetragen und die Hand durfte sich sonnen, damit der Schaum trocknen kann. Damit sollen der restliche Schleim gelöst werden. Auf keinen Fall die betroffenen Stellen abreiben, daher der Schaum. Und niemals mit Süßwasser reinigen! Nach gut 2 Stunden wurde mit Seewasser die Hand nochmals gespült. Keine Rötung mehr, kein Brennen alles gut. Heute nochmal das Pfötchen begutachten und für gut befunden. Skipper ist wieder voll einsatzfähig.
Gott sei Dank, denn seine Hand durfte solange nicht ganz abgeklungen mit Süßwasser in Berührung kommen und so durfte ich gestern Abend abspülen. Er stand mir zur Seite und hat abgetrocknet!
Den Nachmittag haben wir mehr oder weniger schlafend verbracht, die letzte Nacht war doch etwas verkürzt.
Nun gibt es zum Abendessen Röstkartoffel und Bratwürst`l mit Salat und kühlem Bier.
Derzeit hält sich das Schaukeln im Rahmen, wir wollen es aber nicht Verschrei`n.
PS. Internet ist immer noch bescheiden. Bilder folgen wenn es wieder passt.
KLEINES INFO: Vergiftung durch Nesselorgane der Qualle, führt fast immer zu sofort auftretenden brennenden Hautrötungen. Wer von einer Qualle erwischt wurde, hat durch die Berührung mit dem Tier dessen Nesselzellen (Cnidozyten) aktiviert. Die Nesselkapsel steht unter extremen Überdruck, die der Kontakt quasi zur Explosion und damit zur Abgabe kleiner Giftpfeile bringt, daher spricht man auch von Stichen. Wie mikroskopisch kleine Harpunen durchbohren sie sodann die Haut des Menschen und injizieren ihr Gift. Das Nesselgift der Quallen ruft eine allergische Reaktion hervor. Diese darf man auf keinen Fall unterschätzen. Sollte nach einer Stunde keine enorme Schmerzlinderung eintreten ist ein Arzt aufzusuchen.
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