Man glaubt es kaum…

 

….. wir haben wieder einen Leihwagen. Die Traumschiffe kommen erst wieder am Donnerstag.  So haben wir uns den südlichen Teil von Lanzarote vorgenommen.

Unser erstes Ziel der Parque Nacional de Timanfaya und die Montañas del Fuego (Feuerberge):

Die Grenze zum Parque Nacional de Timanfaya wird von einem Schild markiert, auf dem das Logo mit dem bösen El Diablo (der Teufel) zu sehen ist – entworfen von César Manrique. Kurz danach kommt man am Kamelpark Echadero de los Camellos vorbei.

Meine Recherchen haben folgendes ergeben: Der Parque Nacional de Timanfaya wurde nach einem Dorf benannt, das zu den elf Siedlungen gehörte, die bei den Vulkanausbrüchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Lava und Asche vergraben wurden. Im Jahr 1974 wurde der Park zu einem geschützten Nationalpark erklärt. Der Parque Nacional de Timanfaya kann nur im Rahmen einer begleiteten Bustour oder geführten Wanderung besucht werden, es ist nicht erlaubt, sich auf dem Gelände frei zu bewegen.

Die grandiose, mehrfarbige Vulkanlandschaft, die die Montañas del Fuego (Feuerberge) umgibt, erstreckt sich über etwa 51 Quadratkilometer – nördlich von Yaiza bis nach Masdache und in westliche Richtung, wo sie einen beträchtlichen Teil der Nordwestküste einnimmt. Es ist zweifellos das landschaftliche Highlight auf Lanzarote, auch wenn es hier so gut wie keine Vögel, Tiere oder Pflanzen gibt.

In der Vergangenheit gab es in dieser Region dramatische Vulkanausbrüche. Sechs Jahre lang sind im 18. Jahrhundert über dreißig Vulkane heftig ausgebrochen, spuckten Feuer, Rauch und riesige Magmamassen auf die umliegende Landschaft und begruben so ganze Dörfer. Glücklicherweise hatten die Menschen ihre Häuser schon rechtzeitig verlassen, sodass es trotz dieser Naturkatastrophe keine Verletzten gab. Durch diese Eruptionen wurde beinahe ein Viertel der Insel zu einem Meer aus erstarrter Lava, mehrfarbigem Vulkangestein und kupferfarbenem Sand, wobei große Flächen mit dicken Schichten Lapilli (grobe Asche) bedeckt waren. Aus diesen Materialien entstand das malpaís (Ödland) und über 250 Jahre nach diesen Ausbrüchen gibt es hier nach wie vor kaum Vegetation. Für den Augenblick ist es in dieser Region durchaus sicher, auch wenn es unter der Oberfläche immer noch brodelt und der Geruch von Sulfur in der Luft liegt.

Wir hatten Glück und mussten an der direkten Zufahrt nur ein paar Minuten warten bis wir die Straße bis zur Plattform hochfahren durften. Auch einen Parkplatz hat man uns gleich zugewiesen. Wir hatten beschlossen zuerst die Busrundfahrt, die im Eintritt enthalten ist, zu unternehmen. Ca. 45 Minuten dauerte die Fahrt über eine „Mondlandschaft“. Wir bekamen einen Eindruck wie es zu Urzeiten auf der Erde ausgesehen haben könnte. Mehrere Durchsagen in drei Sprachen, auch in Deutsch, haben uns über die Entstehung informiert.  Wir hoffen, dass unsere Bilder den Eindruck den wir hatten wiedergeben.

Zurück an der Basisstation, gab es Cappu und eine tolle Aussicht zur Entspannung. Mit dem Auto zurück auf die Hauptstraße. Dabei sahen wir wie lange die Autoschlange mittlerweile geworden ist. Wartezeit vermutlich so gut eine Stunde.

Unser nächstes Ziel lag im Süden der Insel, Playa Blanca. So nebenbei wollten wir die Marina Rubicon besichtigen, die unser nächstes Segelziel ist.  Der Ort ist von Tourismus geprägt.  Ein Souvenirladen nach dem Anderen und Tavernen nebeneinander. Die Gäste drängen sich in den Straßen und von der Sprache her, hat man das Gefühl der Ort ist in deutscher Hand.  Nichts wie weg war unsere Devise…

Auf dem Rückweg wollten wir mitten in der Insel das Museo del Vino El Grifo besuchen. Schon bei der Fahrt über die LZ30 sahen wir die Weinberge im Tal la Geria.  Diese sind besonders angelegt. Die Rebstöcke liegen in einer Mulde. Diese wird von Steinmauern aus Lava geschützt.  Diese Anbauweise ergibt ein gigantisches Bild in dem Tal.  Wir fahren an großen und kleinen Bodegas vorbei in der Hoffnung, dass El Grifo nicht so frequentiert ist.  Wir haben Glück, kein Bus nur ein paar Autos.

Das Museum kann ohne oder mit Führer besucht werden. Wir haben uns ohne entschieden und bekamen ein Blatt mit, das die einzelnen Stücke und Ausstellungsräume beschreibt.  Hier musste jemand wirklich eine Sammelleidenschaft gehabt haben. Das breite Spektrum der Handwerkzeuge für den Weinanbau – vom Bepflanzen bis hin zum Fassbau – wurde hier reichhaltig aufgezeigt.

Anschließend konnte eine Weinverköstigung vorgenommen werden.  Herwart entschied sich für einen Roten und ich für einen Weißen. Dazu eine kleine Käseplatte und Kräcker.  Beide Weine waren super .

Hier aus dem Prospekt von El Grifo ein wenig Information:  El Grifo ist die älteste Weinkellerei der Kanarischen Inseln und eine der zehn ältesten Spaniens. Das Weingut liegt im Naturschutzgebiet von La Geria das nach den Vulkanausbrüchen von 1730 bis 1736 von Vulkanasche bedeckt war. Über mehr als zwei Jahrhunderte lang war es im Besitz von 2 Familien, davon über 5 Generationen lang in den Händen der heutigen Eigentümer.

Der Raum der alten Weinkellerei wurde zum Museum. Hier findet man historische Weinpressen, Pumpen, Destillierkolben und viele weitere interessante Gerätschaften.  

Auch hier kam Cäsar Manrique zum Zuge und kreierte die Etiketten der halbsüßen Weine. Auch entwarf er das Firmenlogo „El Grifo“.

Das Weingut El Grifo ist etwas 60 Hektar groß und die Weingärten weisen eine Besonderheit auf: Sie sind der Reblausplage verschont geblieben, die die meisten europäischen Weinberge im 19. Jahrhundert befallen und zerstört hat. So können sie bei uns im Weingarten Muskateller Weinstöcke antreffen, die mehr als 200 Jahre alt sind.

Die für das weinbaugebiet typischen Vulkangesteinsmauern werden angelegt, um die Reben vor den Passatwinden aus Norden bzw. Nordwesten zu schützen. Traditionsgemäß sind sie halbkreisförmig, mittlerweile werden sie auch gerade gepflanzt um die Anbauflächen besser auszunutzen.

Das ganze Gebiet ist mit schwarzen „Kies“ Vulkanasche bedeckt, abhängig von der Entfernung des Vulkans können wir eine Schicht von 0,5-3m antreffen. Somit gedeihen Weinreben in der Nähe von Vulkanen auch oft ohne mauern in bis zu 3m tiefen Vulkanaschelöchern, was eine rein manuelle Pflege und Ernte bedeutet.

Die vulkanische Asche ist ein poröses Gesteinsmaterial, das die Feuchtigkeit der Nacht, Morgentau und Regen speichert.  Die Weingärten von El Grifo werden nicht künstlich bewässert und nehmen somit eine niedrigere Produktivität von etwa 1000 bis 1500kg Trauben pro Hektar in Kauf

Unser Kopf wieder voll von vielen Eindrücken, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Dieser führte vorbei am Lidl und Mercadona um unseren Proviant wieder ein wenig aufzufrischen.

Zum Abendessen gab es Muscheln in Pfeffersahnesoße und Baguette.

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