Erste Erkundungen in Gran Tarajal….

 

Bevor wir uns auf den Weg machten um Gran Tarajal zu erkunden, haben wir uns mal im Internet informiert und folgendes gefunden:

Wenn man bedenkt, dass es in der mit ca. 8.000 Einwohnern zweitgrößten Ortschaft Fuerteventuras nur ein einziges kleines 2-Sterne-Hotel gibt, könnte man meinen die Bewohner seien Fremden gegenüber wenig aufgeschlossen. Doch das Gegenteil ist der Fall! Es ist nur so, dass Gran Tarajal schon eine blühende Geschäftsstadt war, als der heutige Massentourismus noch gar nicht existierte auf Fuerteventura. Man hatte es einfach nicht nötig, nach der andernorts später heiß begehrten Einnahmequelle Tourismus zu schielen.

Und das kam so: Lange Zeit diente die große Bucht zwischen der Landspitze “Morro de Gran Tarajal” im Osten und der “Punta del Aceituno” im Westen nur als Ankerplatz für die 12 km entfernt im Landesinneren liegende Ortschaft Tuineje, die, obwohl viel kleiner, auch heute noch Sitz der Gemeindeverwaltung ist. Gran Tarajal galt wegen seiner exponierten Lage als zu stark durch Piratenangriffe gefährdet. Auch nachdem im Jahre 1740 die Bürger von Tuineje in heldenhaftem Kampf eine hochgerüstete englische Hundertschaft in die Flucht geschlagen hatten (die erbeutete Kanone ist noch auf dem Dorfplatz zu bewundern), dauerte es noch 120 Jahre, bis sich um 1860 die ersten Siedler in der Bucht niederließen.

Lange Dürreperioden zwangen viele Inselbewohner damals zur Auswanderung. So auch Matías López, der dann auf Kuba sein Glück suchte und fand. 25 Jahre später kehrte er als wohlhabender Mann zurück nach Gran Tarajal und stiftete als sichtbares Denkmal seines Beitrags zur Entwicklungshilfe dem Ort eine Kirche, die “Iglesia de Nuestra Señora de Candelaria”.

Als Dank schenkte die Gemeinde Tuineje ihm und den Gebrüdern Velazquez öffentlichen Grund zur Errichtung von Lagerhäusern. Matías López hatte während seiner Kuba-Emigration genügend Kapital angesammelt, um in seiner Heimat nun größere landwirtschaftliche Investitionen tätigen zu können.
Er begann mit dem Import von durch metallene Windräder betriebenen Wasserpumpen aus Chicago, welche die für den labilen Grundwasserhaushalt der Insel langfristig so verhängnisvollen Tiefbrunnenbohrungen ermöglichten.

Mit dem Anbau von Luzerne als Pressfutter und ihrem Export nach Gran Canaria schufen sich Matías López und seine Geschäftspartner die Voraussetzungen, um 1928 auch groß ins Tomatengeschäft einzusteigen.

Die ersten Anbauflächen größeren Ausmaßes entstanden zwischen Tiscamanita und Antigua. Damit wurde Gran Tarajal zum Tomatenhafen. Und früher, als es noch keine Lastwagen und keine entsprechenden Straßen gab, erhielten sogar die Einwohner von Morro Jable auf der Halbinsel Jandía ihr Gemüse und sonstige Waren von Gran Tarajal aus auf dem Seeweg.

Noch immer werden die Tomaten des ganzen Südens in die Verpackungshallen Gran Tarajals angeliefert, aber anschließend werden sie mit dem Lastwagen nach Puerto del Rosario transportiert, um dort eingeschifft zu werden für den Versand auf’s spanische Festland und in alle EU-Staaten. Auch die Einwohner des Südens erhalten ihre Waren inzwischen schon lange über den Landweg und somit hat der Hafen also eigentlich seine Glanzzeit schon wieder hinter sich. Nur in geringem Umfang wird er noch als Fischereihafen genutzt.
Der urbane Komplex, den er geschaffen hatte, blieb jedoch und wuchs weiter heran zur Geschäftsstadt Nr. 1 des Südens von Fuerteventura.

So haben wir uns, nachdem Ciganka vom Staub von Lanzarote innen wie außen befreit wurde, auf den Weg gemacht um den Ort ein wenig zu erkunden.

Auffällig ist, dass er farbige und moderne Häuser aufweist. Dies haben wir schon gestern auf der Fahrt entlang der Küste festgestellt wo die Hotelbauten farbig und sehr individuell gebaut worden sind.

Wir schlenderten an der Uferpromenade mit seinem grauen sehr feinen Sandstrand entlang. Die Uferpromenade ist mit vielen Tavernen, Restaurant und Cafés gut bestückt.und von Einheimen besucht. In den Seitenstraßen sind viele kleine und große Geschäfte, die heute aufgrund des hohen Feiertages den 6.1. Heilige drei Könige geschlossen haben. Interessant auch, dass fast jede freie Wand mit Bildern bzw. Malereien versehen wurde. Echt tolle Bilder die einem ins Auge fallen.

Im Hintergrund von Gran Tarajal sind die schwarzen Berge zu erkennen, die wiederum auf vulkanischen Ursprung weisen.

Zurück an Bord genossen wir den wenigen Wind und die Sonne, die unseren Körper erwärmte. Wir merken, dass wir immer weiter südlicher kommen…. es wird wärmer.

Zum Abendessen gab es Kartoffel/Gemüseauflauf und davon ein bisschen Antipasti…… Das Ganze mit Weißwein verfeinert…. Mei geht es uns gut.

 

 

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