Persönlich…. Sprachlos…. Wirklich in Spanien?

Beim heutigen Frühstück entschlossen wir uns das Dingi aus der Versenkung zu holen. Die Puzzleteile des Beibootes waren in der Bugkabine gut verstaut.  Mein Skipper baute, wenn auch knurrend,  alle Teile zusammen und wir konnten es gegen 11 Uhr zu Wasser lassen. Auch unser kleiner Dingimotor sprang auf Anhieb an, obwohl seit Monaten außer Dienst.

Zuerst wollten wir in die Marina um zu Fragen ob denn überhaupt eine Chance besteht in den nächsten Tagen einen Platz zu ergattern. Heute früh haben schon vier Yachten in die Marina dürfen. So wären es nur noch 16 Tage.  Wir düsten  gegen die Welle (Duschen wollte ich eigentlich nicht mit Salzwasser) zur Marina Einfahrt um diese mit einem Schwung zu nehmen… mein Skipper hat das souverän gemeistert ohne uns in Schwanken zu bringen. Skipper düste auch ins Marinabüro um nach gefühlten Sekunden wieder raus zu stürmen. Da ist voll mind. 15 Leute vor mir. Macht nichts, Frag einfach.  Nach fünf Minuten kam er wieder… „es ist alles anders, wir haben jetzt für 2 Tage einen Platz“. Ohhh, wow, geil…. Was so ein persönlicher Kontakt doch alles ausmacht.  Zurück also zu Ciganka um diese für die Marina vorzubereitet.  Anker hoch und ab ging die Post. Bei der Einfahrt meinte ich ob Herwart wüsste wo wir hin können. Nö …. Ohohhhh,  dann wird es bestimmt ein Platz im hintersten Eck und ganz eng.  Mein Skipper schaute mich an und meinte „verschrei es nicht“.

Über Funk gaben wir unsere Anwesenheit bekannt und man glaubt es kaum, man meldete sich. Wir sollen Richtung Tankstelle fahren….  Kaum vorbei zeigte uns der Marinero an  zu weit… zurück …. Mhhh wo sollen wir hin? Er zeigte uns eine Lücke am Innensteg. Ich schaute Herwart an, er mich… ähhhh unser Boot hat gut 12 m in diese Lücke? Herwart gab Zeichen, das geht nicht… der Marinero schritt die Lücke ab und zeigte ca. 13m. Na Mahlzeit, dann probieren wir es.  Dem Italiener vor der Lücke gaben wir ein Zeichen dass wir vor ihn rein wollen. In aller Ruhe nahm er einen Fender und spazierte an den Bug seines Bootes. Zwei Marineros standen bereit um zu helfen.  Zur Abwechslung gab es mal keinen heftigen Wind beim Anlegen. Ich schlich mich zur Lücke und schob mich Stück für Stück rein. Herwart warf die Bugleine rüber und der Italiener gab die Heckleine weiter an den 2. Marinero.  Den letzten Meter schoben wir uns rein. Wir waren drinnnnnnnnnnnnnnnn.  Keine 30 cm mehr hätte unser Boot länger sein dürfen. Aber was soll`s. Nun haben wir uns festgezurrt damit wir weder beim Vorder-  noch dem Hintermann anecken können.

Könnt ihr euch vorstellen wie uns das Anleger Bier gemundet hat.  Dazu kam dass es hier windstill ist und  somit heiß war.

Schnell machten wir uns fertig um in die Stadt zu gehen. Erkundungstour…. Wir zogen los und… schauten nach links, in die Höhe und rechts. Hochhäuser, Autobahnen, Firmen…. Kein Cafe…. irgendwie steril.

Nachdem wir eine Stunde gelaufen sind, fanden wir ein Cafe…. nicht im Freien… aber besser als nichts. An der Bar bekamen wir noch einen Platz. Es war die Hölle los, die arbeitende Bevölkerung war zum Speisen hier. Die Bedienung schaute mürrisch und sputete von einem Eck ins andere. Als ich kurz die Augen schloss, hatte ich das Gefühl wieder in New York zu sein….. Hektik, Unruhe und Laut.

Als wir wieder auf der Straße standen um weiter um die Hochhäuser zu ziehen, kam uns der Gedanke: Haben wir uns Verfahren… sind wir wirklich in Spanien? Die drei Inseln die wir auf den Kanaren bisher kennengelernt hatten, boten spanisches/orientalischen Flair.  Da werden wir wohl noch etwas suchen müssen um den Reiz der Stadt und Insel zu finden.

Zurück in der Marina, galt es Ciganka wieder vom Pulversand zu befreien. Was für eine Brühe lief da runter. Während Herwart sich um das gute Aussehen von unserem Mädl kümmerte guckte ich mal so um uns rumm.

Langzeitsegler on Maß… Etwas baff waren wir als wir sahen wie viele kleine Boote darunter waren, teilweise keine 10m. Auch wie manche Boote aussahen bekamen wir einen Schreck. Damit wollen die übern den Teich? Der Nachmittagslärm ist erfüllt von Sägen, Schleifen, Hämmern und Klappern. Segel rauf und runter, Seile werden hier und da gezogen. Die Lieferwagen der einzelnen Supermercados liefern Unmengen an Wasser und Lebensmittel (ab einem Betrag von 40 Euro wird gegen eine geringe Gebühr geliefert).  Egal wohin man schaute ein geschäftiges Treiben….

Und wir mittendrin …………

Zum Abendessen gab es heute Blumenkohl überbacken, Schnitzelchen in Knusperpanade und Tomatensalat. Dazu einen kühlen Weißwein … geht ja wieder wir liegen gut vertäut.

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