Märchenstunde oder Seemannsgarn?

Wir saßen noch beim Frühstück als der Marinero kam und uns aufforderte uns endlich anzumelden. Herwart hätte es gestern gerne getan aber es war ab 13 Uhr geschlossen. Ja, ja, aber…

Unser italienischer Nachbar hat uns schon erzählt, dass es hier Regeln gibt aber keiner kenne die eigentlich und sie sind wandelbar. Ärgern darf man sie schon dreimal nicht.

So packte Herwart noch halb im Schlafanzug die Unterlagen und marschierte ins Office. Mittlerweile machte ich mich daran unsere Ciganka mal wieder richtig gründlich vom Staub und Sand (ja auch im Boot befindet sich der Pudersand, geht durch alle Ritzen) befreien.  Anschließend warf ich mich in Schale, denn wir wollten die Altstadt erkunden. Mein Skipper immer noch nicht da… ähhhh, ham`sn jetzt verhaftet, weil er … . Nein haben Sie nicht denn keine 2 Minuten später kletterte er an Bord. Sein Gesicht grimmig… ohoh  mit mürrischen Ton (als könnte ich was dafür) maulte mein lieber Mann: „weißt du was wir bezahlt haben“ Neiiiin… 50 Euro für zwei Nächte“.  Aua ähm…. Was erzählen die Segler eigentlich für einen Schmarrn. Hier wäre die billigste Marina auf den ganzen Kanaren, daher ist es hier auch so voll, weil`s billiger nicht mehr geht. Erst in Tarajal hat uns ein Pole erzählt, dass er für seine 47er nur 11 Euro bezahlt pro Nacht. In Arrecife sprachen alle von der günstigen Marina.

Nicht dass wir unbedingt rein wollten wegen dem Preis, das Geschauk`le (erst letzte Nacht haben wir die Ankerlieger beobachtet und beim Hinschauen ist uns fast schlecht geworden) wollten wir loswerden und natürlich sagen wir nicht nein wenn der Preis günstig ist.

Da haben wir es mal wieder, es wird erzählt und erzählt und erzählt….

So hat es etwas gedauert bis mein Skipperlein wieder am Boden war und wir uns gut gelaunt auf den Weg in die Altstadt gemacht haben.

Zu Fuß ein gutes Stück, aber wir wollen ja laufen, uns bewegen und sportlich sein. Wenn nur nicht der Frühstückstee immer so treiben würde, müsste man nicht gleich nach einem Cafe Ausschau halten um das stille Örtchen aufzusuchen. Wir fanden in einer kleinen Seitenstraße der Fußgängerzone ein liebliches Cafe wo wir dann entspannt unseren echt guten Cappu genießen konnten.

Anschließend bummelten wir durch die belebte Gasse (der Calle Mayor de Triana) und fanden sogar einen Orange Shop (unser spanischen Sim Card Provider) und sprachen vor, dass mal wieder nichts funktioniert. Die Karte ist leer. Also irgendwie kommt uns das langsam spanisch vor. Mal nach 2 Tagen und nun nach 22 Tagen. Wir gucken immer noch keine Filme oder laden hohe Daten runter. Die Karte wird freigeschalten und wir können wieder aufladen.

Am Ende der Fußgängerzone gelangt man ins älteste Stadtviertel in die historischen Gassen von Triana und Vegueta.

Wir schlenderten durch die Straßen und bewunderten die herrlichen Bauten. Diese geschmückt mit toll verzierten Balkonen oder Wintergärten.  Hier bekamen wir zum ersten Mal ein wenig vom Charme der Stadt zu spüren.

So ließen wir uns ein einer kleinen Tapas Bar nieder und genossen das Umfeld und Tapas. Gut gestärkt liefen wir durch das „neue“ Las Palmas zurück zur Marina.

Bei einem Sundowner überlegten wir ob wir wieder übersättigt von Eindrücken und Erlebnissen sind. Nun bewegen wir uns schon seit einem halben Jahr in Spanien aber so wie hier in Las Palmas werden wir irgendwie nicht warm.

Unser Dingi haben wir wieder eingepackt und gut verstaut (nicht mehr im Keller, man kann ja nie wissen) und die Einzelteile in die Segelkiste gepackt. Also jederzeit „sofort“ greifbar.

Die Pantry bleibt heute kalt, da wir ja am Nachmittag (spanischer Art) Tapas genossen haben und immer noch gut satt sind.

Morgen geht es wieder weiter nach Süden in die Puerto de Pasito Blanco Marina. Die Winde stehen gut laut heutigem Wetterbericht. Ulrike und Stefan warten auf`s Anlegerbier.

Wir liegen hier wie in Abrahams Schoß und können von einer sehr ruhigen (wettermäßig) Nacht ausgehen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.