Teneriffa einmal rundherum….
Mit dem Taxi ging es heute früh zum Airport um unseren fahrbaren Untersatz abzuholen. Der Taxifahrer war sehr gesprächig und so haben wir ein wenig über die Insel erfahren.
Heute ist Feiertag auf Teneriffa – die Schutzheilige der Kanaren, die „Virgen de Candelaria“ wird gefeiert. Daher ist auch wenig Autoverkehr – also gut für Ausflüge. Na wer sagt`s denn.
So haben wir auch erfahren, dass es seit 2 Jahren im Süden von Teneriffa nicht mehr geregnet hat. Im Norden dagegen schon. Er hat auch bestätigt dass Morgen der bessere Tag für den Berg Teide ist.
Wie gestern schon erwähnt, fuhren wir zuerst nach Norden. Wir wollten die Pyramiden von Gülimar besichtigen. Dank Hinweisschildern fanden wir schnell den Park. Als wir jedoch vor der Kasse standen fiel uns die Kinnlade runter. 18 Euro pro Mann, natürlich auch Frau. Wir unterstützen ja gerne Kultur und Geschichte aber, aber,… irgendwo hört es auf. Für einen Spaziergang durch den Pyramiden Park von ca. 30 Minuten ohne Führung, Hinweise darf man selbst lesen… Nein.
Trotzdem hier ein wenig Information:
Die Pyramiden von Güimar sind immer noch ein Rätsel für Forscher überall auf der Welt. Die sorgsam angehäuften Lavasteine liefern schon seit Jahrzehnten hervorragenden Stoff für Zankereien unter den Gelehrten, doch ihre wahre Funktion wird wohl immer im Unklaren bleiben.
Archäologen und Behörden spotteten, als eine Regionalzeitung einen Artikel veröffentlichte, in dem behauptet wurde, dass auf der Insel Teneriffa mysteriöse Stufenpyramiden entdeckt worden sind. Sie sagten, es handele sich dabei nur um weitere landwirtschaftlich genutzte Steinterrassen, wie es sie überall auf den Kanaren gibt.
Dr. Heyerdahl, der ausgiebig an den Pyramiden von Túcume in Peru geforscht hatte, war fasziniert von den Fotos der Fundstätte. Als er das Dorf Güímar besuchte, um sich die Stätte selbst anzusehen, war er gleichermaßen fasziniert und glaubte nicht, dass es sich hierbei um Terrassen oder um ungeordnete Steinansammlungen handelte, die von den Spaniern freigelegt worden sind, wie einige es zu erklären versuchten.. Es handelte sich um sorgfältig gebaute Stufenpyramiden, die nach ähnlichen Prinzipien erbaut wurden wie die Pyramiden von Mexiko, Peru und dem alten Mesopotamien.
Schon“ halb“ am Berg oben, fuhren wir weiter um den Anaga Gebirgszug entlang. Eine kurvenreiche Strecke (Straße TF 523) zog uns auf knapp 2000m. Diese Straße stellte sich als Motorrad(renn)-Strecke heraus. So viele Bike`s haben wir schon lange nicht mehr gesehen. In der s.g. „Applauskurve“, auch ein Aussichtspunkt, machten wir halt um mal nach unten zu gucken. Welch eine Sicht. Der Blick nach oben zeigte Wolken. So war es auch als wir weiterfuhren und in die TF 24 einbogen Richtung San Cristobal de La Laguna.
So etwas hatten wir bisher auf den Kanaren noch nicht gesehen. Wälder und üppigen Boden-bewuchs. Es triefte nur so von Feuchtigkeit. Die Ausblicke (wenn mal keine Wolken da waren) herrlich. Die Luft roch nach Nadeln, Farn und Bodenfeuchtigkeit.
Kleines Info:
Das Anagagebirge im Nordosten von Teneriffa ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Wanderer. Das Anagagebirge fasziniert mit tiefen Schluchten, schroffen Felsen, üppig grünen Nebelwäldern und idyllischen Bergdörfern. Das Gebirge gehört zu den geologisch ältesten Landschaftszonen von Teneriffa.
Unser nächstes Ziel San Cristobal de La Laguna – La Laguna ist Teneriffas zweitbedeutendste Stadt und war bis 1723 die Hauptstadt der Insel. Sie liegt landeinwärts in der wunderschönen Landschaft des Aguere-Tals. Es ist zudem die kulturelle und religiöse Hauptstadt, denn hier befinden sich die Universität San Fernando und der Bischofspalast. Die gesamte Stadt ist voller fantastischer Baudenkmäler, Paläste und traditioneller Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Stadtbild mit dem 500 Jahre alten Grundriss gab den Ausschlag, warum La Laguna 1999 den Titel Weltkulturerbe erhielt.
Wir befolgten den Rat aus dem Internet nicht zu nahe ans Stadtzentrum zu fahren, sondern zeitig sich um einen Parkplatz umzusehen. Auto abgestellt und ab in die Mitte. Hier bot sich uns ein tolles Bild von alten Häuserreihen mit den typischen kanarischen Holzbalkonen. Alte Holzfenster und Türen zeigten kunstvolle Handwerkerarbeiten. Auf den Plätzen war reges Treiben (kein Wunder am Feiertag) und so zog es uns auch gleich an einen freien Tisch. Wir genossen bei einem Glas Weißwein die wunderschöne Atmosphäre und den leisen Trubel.
Zu unserer Überraschung war sogar die „ Iglesia de la Concepción“ – Maria Empfängnis Kirche geöffnet. Bei einem Blick ins Innere bot sich uns eine wunderschöne schlichte Kirche. Die bunten Fenster, die von der Sonne durchstrahlt wurden, untermalten die Stimmung.
Mittlerweile war der Nachmittag schon gut voran geschritten als wir uns wieder auf die Autobahn Richtung Westen begaben. Die Internetbeschreibung des Ortes La Orotava hatte es uns angetan. Auch hier soll die historische Altstadt ein Besuch wert sein.
La Orotava zählt neben La Laguna zu den schönsten alten Städten auf Teneriffa. Die wunderbare Lage in einem grünen Tal sowie die mit Balkonen geschmückten Häuser haben dieses Bergstädtchen bekanntgemacht.
Die Stadt liegt auf knapp 400 m Höhe im Norden der Insel unweit von Porto de la Cruz. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Nordküste bis hinauf zum Teide.
Wir wieder zeitig nach einem Parkplatz Ausschau gehalten und gefunden, durften dann doch noch gut 15 Minuten wandern bis wir das Zentrum erreicht hatten. Die Straßen noch geschmückt vom Umzug für die Schutzheilige der Kanaren schlenderten wir gemütlich die alten Gassen ab. Immer wieder ergab sich ein Blick zum Meer sowie Einblicke in die alten Häuser.
Nach einer gemütlichen Cappu Pause düsten wir weiter auf der Autobahn an der Küste entlang zu unserem letzten Ziel dem Ort La Garachico. Garachico soll einer der schönsten Orte auf Teneriffas sein. Die Stadt im Norden der Kanareninsel wurde im Jahr 1496 gegründet. Schon bald siedelten sich neben den Seefahrern rund um den Naturhafen auch Militärs, Geistliche, Politiker und Aristokraten an. Die Stadt blühte auf und galt als der Ort auf Teneriffa. Bis es Anfang Mai 1706 zu einem verheerenden Vulkanausbruch kam.
Von Lavamassen bedeckt, verschwand neben Teilen der Stadt vor allem das großzügige Hafenbecken von der Landkarte. In der Folge wurde die Handels-Schifffahrt nach Puerto de la Cruz verlagert, da es auch dort einen Hafen und zahlreiche Straßen zu allen Teilen der Insel gab. Die übrig gebliebenen Bewohner von Garachico widmeten sich daraufhin zunächst der Fischerei und Landwirtschaft, begannen jedoch schon bald, den Ort wieder aufzubauen.
Wir waren nicht alleine unterwegs und dies zeigte sich vor allem in diesem Ort. Der Hauptplatz vor der Kathedrale war gut gefüllt und belebte die Altstadt. Wie schon in den anderen Orten, waren die alten Häuser zum Teil renoviert und erstrahlten im neuen Glanz. So störten auch die typischen Touristenläden nicht besonders, da das Augenmerkmal eher auf das Haus gerichtet war.
Das schöne an den historischen Stadtkernen, sie sind kein Museum es ist Leben darin. Nicht nur weil Läden integriert sind, nein die Häuser sind bewohnt und Ihre Innenhöfe sind gigantisch. viel Pflanzen, ein Tischen und schon strahlt das Ganze eine Ruhe und Gemütlichkeit aus, dass man sich am liebsten hinsetzen würde.
Die Sonne stand schon tief als wir uns in die Landkarte vertieften um festzustellen wie wir wieder nach San Miguel kommen? Ein Blick nach oben zeigte uns die Serpentinenstraße. Oh ohhhhh.
Na dann los. Eine Haarnadelkurve nach der anderen und ehe wir uns versahen waren wir wieder auf 1000m. Den Teide konnte man von dieser Seite aus immer wieder bewundern. Die TF 82 (Teneriffa 82) führte uns an Berghängen entlang mit Blick in tiefe grüne Täler. Wir durchfuhren u.a. die Orte El Tanque, Santiago del Teide bevor es wieder auf die Autobahn ging um Richtung Santa Cruz zu fahren. Nun war auch der Blick zur Insel La Gomera frei, die in der untergehenden Sonne glänzte. Das wird wohl unsere nächste Insel hier werden.
Wir fingen an zu gähnen und es war Zeit dass wir nach Hause kommen. Um 19 Uhr Auto in der Marina abgestellt und gleich an die Marina-Bar um ein Bierchen zu genießen.
Beim Genuss des kühlen Nass, ließen wir unsere Eindrücke nochmals Revue passieren. Was für ein Tag und was für eine schöne Insel.