Ab in den Süden…

Der Wind tobte die ganze Nacht und brachte nicht nur Ciganka ins Schwanken. Immer wieder hörte man Stimmen von Leuten an den Stegen in der Nacht die Leinen kontrollierten.  Gegen Morgen ließ der Wind etwas nach, aber die Wolken hingen extrem tief.

So beschlossen wir in den Süden von La Gomera zu fahren, da soll der Wind nicht so heftig blasen und die Wolken sich fern halten. Na dann gucken wir mal….

Die GM (Gomera) 2 Landstraße zog uns wieder über Serpentinen in die Höhe und ein Weitblick tat sich kund.  Sogar die Spitze des  Teide von Teneriffa war sichtbar über den Wolken.  Wir durchfuhren den Nationalpark de Garajonay der sich teilweise in den Wolken befand. Im trüben Licht der Wolken bewunderten wir wieder die üppigen Pflanzen, die Blütenpracht entlang der Straßen. Auch waren von den verheerenden Waldbränden noch die verkohlten Bäume zu sehen. Am Boden jedoch machten sich Farne und Gebüsche wieder breit. Ein bizarres Bild was dem Auge geboten wird.  

Unsere erstes Ziel das Valle Gran Rey bis hinunter nach Vueltas. Dieses Gebiet galt als die Hochburg der Hippiezeit. Der Charme soll noch erhalten sein, vor allem in Arure.  Mhhh  wir haben den Charme nicht gesehen… bemerkt. Für uns war es ein „Bergdorf“ wie viele auf der Route. Weder bunter noch auffälliger als andere Ortschaften.  Auffällig aus unserer Sicht  das (fast) jedes Geschäft, außer Lebensmittelläden bunte Kleidung in Hippieart anbietet.  

Wir haben die Hippiezeit erlebt, waren nicht nur damals verrückt, spontan, flexibel und für jeden Blödsinn zu haben…. wir sind es heute noch……

Das Valle Gran Rey Tal ist gigantisch…. Die Vielfältigkeit der Pflanzen, die Terrassen die sich an den Berghängen schmiegen, dazu die bunten Häusern die sich gefühlt an den Hängen festkrallen… eine Augenweide.

Der Hafenort Vueltas war die Badestätte der Hippies. Hier gibt es unweit des Hafens immer noch einen FKK Strand Playa del Ingles.  Vueltas ist ein Ort mit ca. 600 Einwohnern. Das Flair des ehemaligen Fischerdorfes haben wir nicht gefunden.  Es ist mittlerweile ein künstliches Dorf bestehend aus Ferienwohnanlagen überwiegend in Deutscher Hand. Deutscher Bäcker, Metzger, Frisör…. damit man ja nichts aus der alten Heimat vermisst.

Legendär soll das Nachtleben hier sein…. na ja….

Seit wir das Valle Gran Rey Tal eingefahren sind, zeigte sich blauer Himmel und der Wind hat sich versteckt.  Auf dem Meer hier keine Schaumkronen. Segelboote ohne Segel unterwegs….

Als zweites Ziel des heutigen Tages haben wir Santiago erkoren. Um vom Valle dorthin zu kommen, haben wir eine kleinere Straße über El Cercado gewählt. Diese verläuft überwiegen über ein Hochplateau.  Auf etwas mehr als 1300m schlängelt sich die Straße entlang und gibt Blicke auf Täler  frei die atemberaubend sind.

Wir besuchen die drei Töpfereien in El Cercado, die nach alter Tradition ohne Drehscheibe Töpferwaren herstellen. Da haben wir dann doch ein paar Euro gelassen.

Nach Alajero ändert sich die Landschaft. Trocknes Gras zeigt sich auf den Wiesen, kaum mehr Blumen. Hier ist die trockenste Ecke auf la Gomera.

In Santiago suchen wir den Ort… das Zentrum… findet eine Uferpromenade mit ein paar Restaurants, einen Platz mit einem gigantischen Baum und einen kleinen  Hafen. Der Strand ist mit schwarzen Kieselsteinen versehen. Irgendwie werden wir auch hier nicht warm.

Es wird Zeit um nach Hause zu fahren. Auch wenn es nur 20 Kilometer sind, benötigt man doch fast eine Stunde.  Ja die Straßen sind kurvenreich. Es geht stetig berauf, bergab….  Mein Mann wünscht sich des Öfteren einen MINI GPII – aber ohne mich.

Als wir wieder in der Marina eintreffen, stellen wir fest dass der Wind massiv nachgelassen hat. Gefühlt fast windstill…. Ja so 15 Knoten werden es noch sein. Auch die Sonne traut sich hinter den Wolken raus und schon ist es wärmer.

Mal schau`n wo es uns Morgen auf der Insel hinzieht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.