Kurven zum schwindlig Fahren….
Es gab noch ein paar Straßen, Orte und Gebiete die wir noch nicht besucht haben. Diese wollten wir heute ansteuern an unserem letzten Tag mit fahrbarem Untersatz.
Also wieder auf die GM 2 zum Nationalpark. Diesmal wollten wir zum Centro de Visitanes in der Nähe von Las Rosas.
Es hingen wieder Wolken über den Nationalpark und so glitten wir durch den mystischen Feeenwald der geheimnisvoll auf uns wirkte. Auf gut 1200m fuhren wir auf einen Grat entlang als mit einem mal die Wolkendecke aufriss und einen fanatischen Blick in die Täler ergab.
Das Besucherzentrum ist wie ein Bau eines kanarischen Gutshofs gebaut. In dem weitläufigen botanischen Garten wachsen Bäume, Büsche und Blumen die auf der Insel heimisch sind. Wir erkennen viele die wir auf unserer Tour über die Insel schon bewundert haben. Leider können wir uns all`die lateinischen Namen nicht merken.
In den diversen Bauten wird das Leben von früher aufgezeigt. Die Töpferware, der Weinbau und Viehzucht. Dazu gab es am Bildschirm einen Informationsfilm der sehr aufschlussreich für uns war.
Auch gab es im Film Information zur einmaligen Pfeifsprache die es nur hier auf La Gomera gibt.
Mit der Pfeifsprache El Silbo haben die Einwohner von La Gomera eine weltweit einzigartige Sprache entwickelt, mit der sie die zahlreichen tiefen Schluchten von Gomera überbrücken konnten. Von der Unesco wurde Silbo Gomero zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.
Ein Teil der gomerischen Inselbevölkerung beherrscht sie bis heute, die traditionsreiche Pfeifsprache El Silbo – und es werden immer mehr.
Je nach Tonhöhe- und -länge lassen sich beim El Silbo Vokale und Konsonanten erzeugen, mit denen die Bewohner weit entfernter Dörfer früher fliegende Botschaften miteinander austauschten.
Ein kleines Cafe mit hausgemachten Plätzchen lud im Innenhof zum Verweilen ein. Als mehrere Busladungen das Centrum stürmten, machen wir uns schnell auf den Socken wieder zu unserem Auto.
Bei La Rosas kamen wir wieder auf die GM1 und fuhren nach Vallehermoso. Die Landstraße wand sich in vielen Kurven bergauf und bergab und gab beindruckende Ausblicke in die Täler preis.
Neben San Sebastian ist Vellehermoso mit rund 3100 Einwohnern der zweitwichtigste Ort auf La Gomera. Vorwiegend Einheimische Wohnen und beleben die Straßen hier.
So zog es uns weiter um bei Epina in eine Stichstraße nach Alojera abzubiegen. Wir dachten eigentlich das wir schon kurvenfahren gewöhnt sind, aber was uns hier erwartete übertraf was wir in den letzten Tagen erlebt hatten. Kurven zum schwindlig fahren und wenn man glaubte wir haben es geschafft, wurden wir nach der nächsten Kurve eines anderen belehrt.
Der Hauptort liegt am Berg und um an den Playa des Ortes zu kommen durften wir nochmals etliche Kurven bewältigen. Der Ort in der Bucht an den Hang gepresst zählt vielleicht 10 Häuser aber nur vielleicht. Beim Abstieg über die engen Treppen gelangten wir kurz vor dem schwarzen Kieselstrand an eine Bar/Restaurant. Wow und sogar offen. Also nahmen wir an einem kleinen Tisch in der Sonne Platz. Ehe wir uns versahen waren alle Tische besetzt und alle sprachen Deutsch. Das gibt es doch nicht in diesem hintersten Eck, fast am Ende der „Welt“ treffen sich deutsche Ausflügler.
Nachdem wir auch noch Tapas, mit einem kühlen Bier genossen haben zog es uns wieder bergan. Müde und satt ging es wieder Richtung Heimat.
Wir konnten es kaum glauben aber die Wolken haben sich verzogen und so fuhren wir die Strecke auf der GM 2 zurück nach San Sebastian in der Sonne. Nun kamen Felsformationen vors Auge die wir aufgrund der Wolken nicht gesehen haben. Ein paar Aussichtspunkte angefahren um den neuen Ausblick zu genießen.
San Sebastian schon im Blick, war Teneriffa mit seinem Teide gut zu sehen. Das Meer zeigte sich ruhiger als die letzten Tage und auch der Wind hatte merklich nachgelassen. Leider ziehen nun schwarze Wolken heran. Es könnte ein wenig regnen.
Mal gucken was uns das Wetter Morgen beschert. Herwart möchte das Boot waschen – ob es sich lohnt?