Angelegt…

um 6:45 Uhr UTC Zeit, Kanarenzeit 6:45 Uhr,  Madeira 7:45 Uhr in der Marina  Quinta do Lorde, Madeira. Aktuell Madeira Zeit 14:30 Uhr

Uhrzeit, die hat uns auf der Überfahrt ganz schön zu schaffen gemacht. In Deutschland wurde von Sa/So die Sommerzeit aktiviert, so sprang unsere Funkuhr sogleich um. Das Handy blieb auf UTC Zeit, der Laptop sprang in irgendeine Zeit… so haben wir 44 Stunden oft gerätselt wie viel Uhr es wo jetzt wirklich ist.

Beim Gang ins Marinabüro war als erstes Mal zu fragen wieviel Uhr es hier ist. UTC + 1 Stunde. Nun sind wir mit der Uhrzeit wieder aktuell und können entspannt auf diese gucken.

Die Flaute hat länger angehalten als es in den Prognosen abzulesen war. Wir hatten auch in der letzten Nacht einen gigantischen Sternenhimmel. Das Leuchten einiger war so stark, dass es auf dem Wasser Lichtstreifen gab. Da konnte man gut meditieren.

Überrascht waren wir als die Sonne ins Meer eingetaucht ist, dass wir die Lichter von Madeira sehen konnten. Nicht nur einen Lichtschein, nein an der ganzen Küste konnte man die Straßenlaternen und Häuserbeleuchtungen sehen. Ein Blick auf die Karte zeigte nach Funchal eine Entfernung von gut 50 Seemeilen.  Wow!

So war die Nacht nicht mehr stockfinster wie die vorherige, unser Ziel zeigte sich deutlich vor unserer Nase. Und wir hatten mal wieder Besuch von einer Gruppe Delfine, die uns eine Stunde begleitet haben.

Etwas Aufregung gab es dann doch noch so 20 Seemeilen vor Madeira als ein Objekt im Radar erschien, dass sich irgendwie nicht bewegte… mhh . Beim Wachwechsel gab mir Herwart die Info vor uns ca. 8 Seemeilen ist ein Schiff. Ok. Also das „Schiff“ beobachtet. Kein AIS, ein Objekt. Nach einer Stunde war es immer noch knapp 7 Seemeilen vor uns. Mit dem Fernglas versucht ausfindig zu machen was denn da so auf dem Wasser ist. Etwas schwierig wenn im Hintergrund strahlen lauter Lichterketten.  So habe ich Herwart aus der Kiste geholt, vier Augen sehen mehr als 2. Immer noch kein AIS, ob es ein kleiner Fischer ist, dafür ist aber das Objekt im Radar zu groß…. Karte studiert ob es ein Hindernis gibt, nein keines eingetragen. Zur Sicherheit mal um 15 Grad nach Backbord gegangen. Nun können wir daran vorbei laufen, übrigens immer noch unter Motor. Wind von Hinten mit 3-5 Knoten, Meer 1-2, da lächelt unsere Lady nur.

Herwart verzog sich wieder in die Kiste und ich konzentrierte mich auf das Objekt. Wir kamen diesem näher aber es war nichts zu sehen… verdammt und zugenäht das gibt es doch nicht.  Auf einmal war das AIS da. Ein Frachter von einer Länge 130m und 20m breite dümpelt vor sich hin. Bewegt sich mit 0,7 Knoten, Kurs 314 Grad. Ähhhh toll, also Kursänderung vorgenommen, damit wir hinter ihm durchgehen.

Das mit dem AIS ist so eine Geschichte. Wir haben schon mehrmals an unserem System gezweifelt bis wir von anderen Segeln gehört haben, dass die Berufsschifffahrt ihr AIS ein und ausschalten. Aktuell auf der Fahrt nach Madeira. Wir haben die Südamerika Berufsschifffahrtsstraße gequert. Deutlich zu sehen die Frachter und so 3-4 Seemeilen bevor sie uns passieren AIS an um es nach einer Seemeile danach wieder auszuschalten.  Eigentlich nicht rechtens aber… unser AIS System funktioniert einwandfrei.

Wie auch immer beim Anlegen, heftiger Wind gut 18 Knoten von hinten, als wir uns der Marina nähern. Zwischenzeitlich war die Insel in Wolken gehüllt und Blitze waren zu sehen. Na Prost Mahlzeit. Ich liebe es bei heftigem Wind anzulegen, es macht immer alles so spannend und lässt viel Freiraum zum Improvisieren.

Pflichtbewusst wie wir Deutschen halt mal sind, Marina angefunkt, keine Reaktion, mehrmals angefunkt… letztmalig vor der Einfahrt… keine Reaktion.  Wir sehen nun dass die Marina fast leer ist, also genügend Plätze frei sind. Wir suchen uns einen aus und legen bei 18 Knoten am Schwimmsteg an. Gut vorbereitet muss man für solche Aktionen sein. Alle Klampen mit Leinen belegt incl. der Mittelklampe. So war es „fast“ ein Kinderspiel für meinen Skipper an den Steg zu springen und die Leine der Mittelklampe am Schwimmsteg zu belegen. Wir waren fest, nun in aller Ruhe die Bug und Heckleine belegen incl. einer Spring. Nach 20 Minuten lagen wir gut vertäut am Steg.

Nun noch ein wenig klar Schiff gemacht und ab in die Koje.

Ausgeschlafen begab sich Herwart ins Marinebüro um uns anzumelden. Hier erfuhren wir, dass es Marineros nur zu Bürozeiten gibt. Ab 9 Uhr bis 18 Uhr. Nett… ob das portugiesisch ist?  Herwart ist begeistert von der Freundlichkeit des Büropersonals: kein Stress, Prospekte, Busfahrplan, Mietwagen Info, Shuttlebus in die nächste City,WIFI code…. Alles wurde  überreicht ohne dass man viele Fragen stellen musste. Kopien unserer Unterlagen angefertigt und sie schreibt es dann wenn er fort ist. Für TO TransOcean Club gibt es 30% wow, soviel gab es noch nirgends. Hier auch nun die offizielle Uhrzeit von Madeira erhalten.

Nach sooooo viel Information gab es ein großes Madeira Frühstück mit Speck und Eiern, Obstsalat, Käse, Wurst und und und……

Nun sind wir fit für Madeira… Wenn nur mein Kapitän kein Kopfweh hätte (ich bin unschuldig!!! – wie immer), liegt wohl am mangelndem Schlaf.

 

 

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