11 Stunden Schlaf…
… zeigt einem dann doch, dass man eine mehrtätige Überfahrt nicht so leicht weg steckt.
Ausgeschlafen machten wir uns nach dem Frühstück auf dem Weg zum Bus, der uns nach Funchal bringen soll.
Ca. 2 Stunden Fahrt stehen über Land an. Bus kam pünktlich und wir waren noch alleine im Bus. Also die Qual der Wahl welchem Platz nehmen wir? Männer tun sich da ja immer schwer wenn es soooo viele Möglichkeiten gibt, also habe ich die Initiative ergriffen und mich hinter dem Fahrer platziert.
Es ist schon toll, wenn man gut erhöht einen Überblick über die Landschaft hat und in aller Ruhe gucken kann, weil man ja nicht selber fahren muss. Wir waren uns einig als wir gut in Funchal gelandet sind, dass die Busfahrer ein besonderes Training für die Strecke machen müssen. Enge Straßen durch Ortschaften und über Land, Kurven werden mit Schwung genommen, dass einem der Atem still steht. Verkappte Formel 1 Fahrer….. wow
In Funchal sind wir am Hafen ausgestiegen und haben uns erstmal orientiert. Die Markthalle /Bauernmarkt (Mercado dos Lavradorees) war unser erstes Ziel, da wir wussten dass die Stände darin um 14 Uhr schließen. Es ist immer wieder herrlich in den Hallen zu stöbern, die Auslagen zu bewundern und vor allem die Vielfältigkeit. Auf der Dachterrasse der Markthalle genossen wir einen Cappu und die Atmosphäre.
Unweit der Markthalle geht die Seilbahn Monte in einer Höhe von 600m. Wir waren überrascht dass es keine Wartezeiten an der Seilbahn gab und schon schwebten wir übern den Dächern von Funchal.
Oben angekommen bewunderten wir die Aussicht und haben uns auch überlegt in den Jardin Tropical Garden zu gehen. Da wir auch bei der Rückfahrt auf den Bus angewiesen sind, der letzte um 18 Uhr in Funchal am Hafen abfährt, uns für einen Spaziergang durch die Parkanlagen des Hotels entschieden. Hier war eine Vielfalt von Blumen, Sträuchern und Bäumen/Palmen zu bewundern. Am Ende des Parks standen wir vor der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte
Unterhalb des Vorplatzes der Wallfahrtskirche starten die Korbschlittenfahrten, eine einzigartige Transportart die es nur hier auf Madeira gibt.
Die ersten Korbschlitten, die ursprünglich als schnelles Transportmittel nach Funchal für die Bewohner Montes eingeführt wurden, tauchten um 1850 herum auf. Auch heute noch in Gebrauch ziehen sie Jahr für Jahr Tausende von Touristen an, die sich diesen Nervenkitzel, bei hoher Geschwindigkeit auf den engen, kurvigen Straßen nach Funchal hinunter zu rutschen, aussetzen wollen. Diese zweisitzigen Korbschlitten gleiten auf Holzkufen, geschoben und gesteuert von zwei, traditionell in weißer Leinenkleidung und einem Strohhut bekleideten Männern, die die Gummisohlen ihrer Stiefel als Bremsen benutzen. Die Fahrt nach Funchal hinunter erstreckt sich über 2 km und dauert etwa 10 min, wobei eine Maximalgeschwindigkeit von 48 km/h erreicht werden kann.
Wir zogen die Seilbahn vor um wieder ins Zentrum von Funchal zu gelangen. So sahen wir uns die Marina genauer an, da wir eigentlich nur negatives gehört haben. Sie ist eng und schwellig. Der Vorteil: man ist absolut in der Altstadt, im Trubel.
Nun bummelten wir durch die Fußgängerzone und wurden auch bald fündig um eine PrePaid Card Portugal zu erstehen um unser Internet kostengünstig am Laufen zu halten. Vodafone…. Mhhh die waren bisher in allen Ländern die teuersten… aber Fragen kostet nichts. So haute es uns fast von den Socken als die Dame uns erzählte:“30 GB für 15 Euro“, das hatten wir noch nie. Gültigkeit nur 2 Wochen aber mehr werden wir wohl nicht im Madeira Raum bleiben, da die Wetterprognosen für die Weiterfahrt (mind. 6 Tage Überfahrt) derzeit nicht so doll sind.
So werden wir nicht Däumchen drehen, sondern auch hier mit einem Mietauto die Insel erkunden bevor es weiter nach Porto Santo geht von wo wir aus die Weiterfahrt starten wollen.
Aber noch sind wir in Funchal. Am Plaza de Colombo genossen wir einen Rose und ließen unsere Eindrücke Revue passieren. Beim Schlendern durch die Gassen trafen wir immer wieder auf herrliche große und kleine Parkanlagen.
Da mal wieder eine Toilette benötigt wurde, ließen wir uns im Ritz nieder, nein wir sind nicht größenwahnsinnig, Der Cappu kostet hier genauso viel wie wo anders. Gegenüber einer Parkanlage und den Ambiente vom Ritz ein nettes Plätzchen.
Nun wurde es allmählich Zeit die Haltestelle für die Rückfahrt zu finden. Die war uns bis dato noch unbekannt. Wir schlenderten an der Avenida do Mare (Uferstraße) entlang und wurden glatt fündig. Noch ein wenig Zeit um noch ein paar Blicke in die Runde zu werfen bis unser 113er Bus eintrafen.
Die heutige Stadt Funchal hat sich seit den früheren Zeiten, die geprägt waren von Fenchelanbau und Piraten, sehr verändert. Es ist eine moderne, kosmopolitische, dynamische Stadt.
Die Stadt selbst ist eingebettet in einem großen natürlichen Amphitheater gegenüber dem blauen Atlantik und mit spektakulären Bergen im Hintergrund. Im herrlichen Süden von Madeira gelegen, an der sonnigen Küste inmitten von Bananenplantagen und wundervollen Gärten, in denen das ganze über Blumen im Schutz der grünen Berge wachsen, ist Funchal eine sehr grüne und entspannte Stadt.
Die Geschichte von Funchal reicht über 5 Jahrhunderte zurück, als frühe portugiesische Siedler die Küste an einer hellen und sonnigen Bucht besiedelten, in der Unmengen an Fenchel (funcho) wuchs, was der neuen Stadt Funchal ihren Namen gab. Im Laufe der Jahre wuchs die Bevölkerung und durch den internationalen Handel wurde ganz Europa aufmerksam. Heute ist Funchal eine sehr moderne Stadt mit über 104 000 Einwohnern. Es ist eine der sichersten und saubersten Städte Europas und ein Ort, der stolz auf sich ist. Die Stadt ist Portugals führender Recycler! Der Bürgermeister Miguel Albuquerque ist auf der ganzen Insel hoch angesehen und zeigt, dass Funchal eine vorausdenkende Stadt ist, die wunderschön und voller Spaß sein kann, ohne dreckig oder unsicher zu sein. Der Mix aus den kopfsteingepflasterten Straßen im Zentrum und den modernen Einkaufszonen, Cafés, Bars, Restaurants und natürlich Touristen, machen Funchal zu einer interessanten und aufregenden Stadt zugleich.
Obwohl mittlerweile Rushhour in Funchal startete der Busfahrer durch. Wow der muss schon eine Weiterbildung in der Formel 1 Training gehabt haben. Bei den Kurven, ob gut sichtbar oder nicht, wurde kräftig auf die Hupe gedrückt und mit Schwung rummmmm….. Herwart blieb ab und an die Spucke weg und ein tiefer Schnauferer entkam ihm. Das mag schon was heißen bei meinem Gatten, der selber nicht gerade langsam auf vier Rädern unterwegs ist.
Die Rückfahrt hat übrigens 20 Minuten weniger gedauert. Mittlerweile sind graue Wolken am Himmel und etwas Wind bläst durch die Hotelanlage, die zur Marina gehört.
Bis das Abendessen auf dem Tisch stand, haben sich auch die schwarzen Wolken und der Wind verzogen.
Ab Morgen haben wir einen Mietwagen und so können wir die Insel unsicher machen.