Schweizer Käse….
…. Emmentaler….. das Gefühl hatten wir heute als wir die ersten 15 km (und die gesamte Strecke) mit unserem Mietauto unterwegs waren. Ob Autobahn, Schnell- Landstraße oder enge Bergstraßen ein Tunnel nach dem anderen. Kaum aus einem raus schon wieder drinnnnnnnnn . Bei manchen hatte man das Gefühl in einem Bergwerkstollen zu fahren. Das Wasser fiel von der Decke und gab einem das Gefühl durch einen Wasserfall zu fahren. Einer war so lang, dass der Gotthardtunnel vor Neid erblassen würde. Wow….. Emmentaler…. Wir hatten schon Panik ob wir überhaupt etwas von der Landschaft sehen werde wenn das so weiter geht. Madeira durchlöchert……
Wir hatten dann doch die Gelegenheit die Landschaft zu bewundern. Schon gestern merken wir, dass die Häuser, Dörfer und Städte eher dem europäischen Festland, Mittelmeer Gebieten entsprachen.
Je höher die Straßen stiegen, desto saftiger, üppiger und grüner wurde die Landschaft. Landwirtschaft wird hier groß geschrieben was an den nicht enden wollenden Terrassenanbauflächen zu sehen ist. Aber auch fast in jeden Garten ist eine Fläche zu sehen, die bewirtschaftet wird. So haben wir am Wegesrand vom fliegenden Händler Obst eingekauft, was es heute als Nachspeise gibt.
Porto da Cruz war unser erster Ort, wo wir halt machten um uns ein wenig umzusehen.
Porto da Cruz ‘Hafen des Kreuzes’ ist ein charmantes Dorf an der Nordküste der Insel. Es ist nach dem Kreuz benannt, das am Ufer aufgestellt wurde, um den portugiesischen Erforschern den Hafen anzuzeigen. Eines der vielen Landwirtschaftsprodukte, die man hier anbaute, war Zuckerrohr, wobei die Produktionsstätte auch heute noch in Betrieb ist und – wie schon seit 1927 – hauptsächlich Rum und Honigmelasse produziert. Neben Zuckerrohr produziert sie auch einen trockenen Rotwein, der als ’vinho seco’ bekannt ist. Dies wurde sehr beliebt und jedes Jahr findet in der Stadt ein Traubenfestival statt.
Am Strand wo Anfängerwellensurfer sich übten, gab es ein Café. Das haben wir gleich mal wieder genutzt um Cappu zu trinken. Gleich nebenan eine Zuckerrohrpresse bzw. Destillation für Zuckerrohrrum. Im Nebengebäude ein Verkaufsraum…. Nach einer bzw. mehreren Proben… Ja wir haben uns mit gutem Rum eingedeckt. Ein Bummel entlang der Küste und Ort zeigte uns das liebliche Dorf.
Ab ins Auto und weiter an der Nordküste entlang. Unser nächstes Ziel Santana. Der Ort liegt nicht an der Küste sondern etwas oberhalb mit einem tollen Überblick über die Nordküste.
Santana ist ein hübsches Dorf an der Nordküste, das berühmt für seine Stroh bedeckten Häuser ist, die man überall verstreut im Ort sehen kann. Diese kleinen Häuser aus Naturstein mit einem bis zum Erdboden hinunter reichenden Strohdach dienten über Jahrhunderte als Ställe und Wohnhäuser, und manche von ihnen werden sogar heute noch bewohnt.
Diese Region lebt hauptsächlich von Ackerbau, Kunsthandwerk und ihren Traditionen. Die bergigen Landschaften werden vom Grün des Laurissilva-Waldes dominiert. Inzwischen von der UNESCO zum Welterbe erklärt, ist das ein weiterer Ansporn für die örtliche Bevölkerung, die natürlichen Landschaften in ihrer Umgebung zu pflegen und zu erhalten.
Leider war der Ort heute geprägt von Straßenbaustellen und somit war ein „Einkehren“ nicht möglich, weil diverse Straßen gesperrt waren. Aber ein großer Supermarkt am Straßenrand, wo wir gleich halt machten. Mit der Frage was gibt es heute zum Abendessen streunerten wir durch die Supermarktgänge.
Irgendwie haben wir es immer noch nicht gecheckt dass wir in Portugal sind. Mercadona, Hiperdino…. nein die gibt es nicht, aber….
Nun galt unser Ziel Saò Vicente. Wieder auf einer schmalen Bergstraße unterwegs ups…. Totalsperrung wir müssen auf eine Seitenstraße ausweichen. Ohohhhh auf der Karte handelt es sich um einen „Pfad“… wieder komplett zurück, nein. Mein Göttergatte: „Wir wollen doch Abenteuer“ und schwupp war er schon unterwegs den ersten Anstieg zu erklimmen… na Mahlzeit.
Die Straße hat sich als besser erwiesen als die „Hauptstraße“. Sie schlängelte sich Berg rauf und runter, umfuhr tiefe Täler und hat uns so manchen tollen Ein- und Ausblick gewährt. Kurz vor Saò Vincente haben wir einen gigantischen Blick auf die Steilküste erhaschen können. Die Atlantikwellen haben sich an den Felsen gebrochen und einen Schaumteppich fabriziert.
Bei Saò Vincente an der Küste eine kleine Pause eingelegt um zu gucken wie es weitergehen soll. Mittlerweile nach 15 Uhr und erst gut die Hälfte der Nordküste befahren. Wir beschlossen, nachdem wir den Wellen zugeschaut haben die sich hier gigantisch brechen, die Insel zu queren und den Heimweg anzutreten.
São Vicente ist ein hübsches Dorf im Norden der Insel in einem der schönsten Täler von Madeira. Die Höhlen von São Vicente, die „Gruta de São Vicente“ sind die besten Lavahöhlen, die man je in Madeira gefunden hat. Es handelt sich hier um das Ergebnis einer Eruption, die vor ca. 400’000 Jahren stattfand. Die Höhlen wurden allerdings erst 1865 entdeckt. Genießen Sie eine geführte Tour mit einem Experten durch die Höhlen und lernen Sie dabei etwas über deren Entstehung.
Interessant ist auch die Hauptkirche von São Vicente mitten im Dorf. Sie ist dem Heiligen Vinzent gewidmet und wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Hier gibt es hervorragende Deckenmalereien, wobei der Heilige Vinzent in einem Bild das Dorf segnet.
Hinter dem Dorf am Meer gibt es eine kleine symbolische Kapelle, die 1694 gebaut wurde, genau an dem Punkt, wo Legenden erzählen, dass der Heilige Vinzent erschienen sei. Eine andere interessante Kapelle ist die Pico da Cova mit einem 14 Meter hohen Kapellenturm und einer Uhr, gebaut im Jahre 1942. São Vicente wird je länger je beliebter unter den Surfern, dank dem Kieselstrand und den ausgezeichneten Bedingungen. Surfer aus der ganzen Welt kommen hierher, um auf den Wellen zu reiten.
Über Acheda nach Ribeira Brava (Südküste), natürlich wieder durch etliche lange Tunnels die Autobahn erreicht, die über die Südküste an Funchal und Airport vorbei nach Machico führt, um nach einigen Kilometer wieder in der Marina/Hotelkomplex zu sein.
Mei waren wir müde…. Irgendwie hängt uns die Überfahrt doch noch in den Knochen. Also ein Nickerchen eingelegt bevor Herwart Ciganka gewaschen hat und ich mich um das Abendessen gekümmert habe.
So gab es aus der Pantry Schweinehalsgrat aus der Grillpfanne. Dazu Butterkartoffeln mit Gemüse verfeinert und Paprikaschotensalat mit schwarzen Oliven. Als Nachspeise Madeira Obst.
Mal sehen wo uns das Navi Morgen über die Insel führt.