Süd, Süd- und Nordwesten Madeira…
… war unser heutiges Ziel. Die Strecke über die Autobahn vorbei an Funchal kennen wir ja mittlerweile. So haben uns die etlichen Tunnels auch nicht aufgeregt. Bei Riveira Brava ist die Autobahn zu Ende und wir folgten der VE3, einer Küstenstraße. Wir bekamen bis Jardim do Mar nichts von der Landschaft/Küste mit, denn ein Tunnel nach dem anderen. Mal 360m, 1800m, 3400m etc. lang…. Manchmal nicht mal 50m zum Luft holen zwischen den Tunnels. Geil… fanden wir, raus aus dem Loch sofort in den Kreisverkehr und danach sofort wieder in die Dunkelheit. Bei Jardim do Mar schafften wir endlich den Absprung raus der Kette der Tunnels und fuhren eine engen Straße hinunter zum Ort. So einsam wie wir dachten war es hier nicht. Ein großer Dorfplatz mit Springbrunnen lud zum Verweilen ein….
Einsam – wie im Dornröschenschlaf – liegt das Örtchen auf einer sich ins Meer schiebenden Landzunge. Jardim do Mar – der Garten des Meeres ist ein wahres Schmuckstück. Der Ort ist umgeben von vielen wildwachsenden bunten Blumen und steil hochragenden Felsen.
Dieser entlegene Ort konnte nur per Schiff bis Ende der 60er Jahre erreicht werden. Wegen der Abgeschiedenheit und den ärmlichen Lebensverhältnissen wanderten auch hier viele Einheimische aus. Die meisten die nach Jahrzehnten wieder zurückkamen, errichten sich hier ihren Altersruhesitz.
Heutzutage lebt die Gemeinde vor allem von den Überweisungen der Emigranten und vom Bananen- und Weinanbau.
Nach einem Cappu und Spaziergang entlang der Uferpromenade und durch den Ort fuhren wir wieder weiter. Kurz nach dem Ort gab es, wie sollte es sein, einen Tunnel… also nicht zurück sondern vorwärts…. So gelangten wir zum Ort …………..
Fajã da Ovelha – Man hat das Gefühl als sei in Fajã da Ovelha die Zeit stehen geblieben. Einsam liegt der Ort etwa 350 Meter oberhalb zwischen Paúl do Mar und Ponta do Pargo. Einheimische und Touristen sieht man jedoch eher selten. Die Gemeinde wurde kurz vor 1573 gegründet und hat ca. 1.300 Einwohner. Die meisten leben hier von der Landwirtschaft.
Teil dieses Dorfes sitzt am Rande eines Felsens, von dem man sagt, dass er vom Heiligen Amaro gestützt wird, so dass das Dorf Fajã da Ovelha nicht auf das darunter liegende Dorf Paúl do Mar fällt.
Hier kamen wir ins Schleudern…. Wo geht es entlang….Google Map zeigte uns die Hauptstraße aber wir haben sie nicht auf Anhieb gefunden. Zweimal hin und her bevor wir vor einer kleinen Gasse standen mit einer gigantischen Steigung. Mein Formel 1 Fahrer nein… da fahr ich nicht… dann müssen wir zurück…. Na dann…. Wir hielten die Luft an und mit Ach und Krach schaffte unser Kleiner im ersten Gang den Anstieg. Danach gab es übrigens gleich eine echte Haarnadelkurve…. Tief Luft geholt und rummmmmm…. Oh Gott… nach gut 3 km im Ort Panoeste wurde die Straße besser und wir wurden wieder entspannter….. Abenteuer pur.
Weiter auf der E101 zogen wir oberhalb der Küste entlang. Die Landschaft wurde immer karger, kaum Bäume und relativ wenig Bebauung. Eigentlich wollten wir zum Leuchtturm Ponta do Pargo aber in unseren Gliedern steckte noch die Abenteuerfahrt.
Wir zogen über die ER 101 weiter nach Nordwesten, dabei passierten wir auch Achadas da Cruz.
Ziemlich abgelegen im Nordwesten der Insel Madeira zwischen Ponta do Pargo und Ponta do Tristão auf einer Höhe von 700 m liegt Achadas da Cruz. Eine kleine Ortschaft die nicht mehr als ca. 220 Einwohner zählt.
Die Fajã von Achadas da Cruz liegt am Fuße von Klippen, die mehrere hundert Meter hoch sind. Wer hier runter will, der muss schon schwindelfrei sein. Für ein bisschen Nervenkitzel sorgt schon die Fahrt mit der Seilbahn.
Leider war die Seilbahn außer Betrieb.. und so „düsten“ wir weiter nach Porto Moniz.
Porto Moniz– Das Dorf ist nicht sehr groß. Mit seinen circa 1667 Einwohnern eher ein Dorf. Aber sehr bekannt auf Madeira und auch darüber hinaus für seine natürlichen Schwimmbäder. Von wunderschönen und bizarren Felsen eingerahmt, die aus Lavasteinen bestehen, werden bei Flut natürliche Meeresschwimmbecken geflutet, die viele Touristen aber auch Einheimische anlocken, ein Bad in dem kristallklaren Wasser zu nehmen. Diese befinden sich im Vulkangestein und sind untereinander über Wege verbunden. Somit erschließt sich dem Besucher ein faszinierendes und unvergessliches Panorama. Zu den Attraktionen gehören außerdem die Kirche der Santa Maria Magdalena sowie die Kirche Iglesia Matriz, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. In der Festung São João Baptist ist ein Aquarium untergebracht.
Auto abgestellt und entlang der Küste gelaufen, wo sich laufend Wellen brachen. Echt ein Spektakel zuzugucken. Es ist ein Touristisch angesprochener Ort. Dies zeigte sich auch durch die vielen großen Busse die hier standen. Trotzdem genossen wir nach einem gemütlichen Rundgang ein Gläschen Wein und haben die Route zurück besprochen. Wir wollen übers Hochland….
So mussten wir ein paar Kilometer zurück um auf die ER 110 zu gelangen, die uns gemütlich auf gut 1500 m hoch zog. Leicht kurvenreich fuhren wir durch die Hochebene, die geprägt von dichtem Gebüsch war, das sich teilweise soweit das Auge reicht gelb blühte. Wir blieben immer wieder stehen um den Ausblick zu genießen… wieder über den Wolken ein tolles Gefühl. Aber wir mussten auch wegen Kühen auf der Straße stehen bleiben bzw. vorsichtig manövrieren.
Paul da Serra und Rabacal – Das Plateau von Paul da Serra liegt auf 1500m Höhe und formt im westlichen Teil von Madeira die Trennlinie zwischen Norden und Süden, die sich zwischen Achada da Cruz bis nach Encumeada ausstreckt.
An der Nordseite des Plateaus liegt der immergrüne Laurissilva.
Durch die Verdampfung oberhalb des Waldes, ist hier oft sehr dichter Nebel. Auch starke Winde gehörten zu dem Klima vom Höhenplateau. In dem Gebiet, von Achada da Cruz bis Encumeada, wohnen kaum Menschen, es gibt dort eigentlich nur Viehhüter.
Auf einer Fahrt entlang diesem Gebiet fällt die enorme Stille auf. Das einzige was man hört sind Kuhglocken oder das Geräusch eines Raubvogels, die die Ruhe stören.
Abwärts ging es dann ganz schnell…… wow…. Ein Gefälle von mehr als 15% brachte uns innerhalb von 15 Minuten fast auf Meereshöhe. Kurven wieder zum schwindlig fahren bis wir auf die VE4 gelangten. Nun waren es nur noch ein paar Kilometer bis zur Autobahn die uns dann nach 35 Minuten bis zur Marina brachte…. Nicht ganz wir wollten noch einen Abstecher zur Aussichtsplattform Ponta do Rosto machen.
So standen wir nach wenigen Minuten hoch über den Klippen und beobachteten wie sich die Wellen auch hier brachen. Leider war kein Blick nach Porto Santo möglich da es zu diesig war. Der Wind pfiff hier ganz schön und wir zogen es vor in die Marina zu fahren.
Mittlerweile war es schon fast 19 Uhr, also auch Zeit in die Pantry zu gehen und etwas zu zaubern.
Ein wunderschöner, erlebnisreicher, eindrucksvoller Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Der Wind kommt nun wie vorhergesagt aus NO mit 4 – 5 bft. Genau die Richtung die wir nicht brauchen…..
