Ausflug mit Hindernissen….
….. beim Frühstück haben wir diskutiert wo wir heute noch hin wollen. Nachdem wir in den letzten Tagen schicke Wollkuscheljacken/Pullover gesehen haben, leider immer an den Touri Zentren, wollten wir mal gucken ob wir diese beim Hersteller mal „besichtigen“ können. So im Marinabüro nachgefragt. Mhhhh es ist ein Portugiesisches Produkt, wird auch auf Madeira hergestellt. Schaut doch mal in Camacha…. Da gibt es ein Kunsthandwerkzentrum oder in Santana. OK, machen wir.
Also unsere Anfahrt zu unserem eigentlich 1. Ziel dem Pico do Areiro, auf dem Dach von Madeira geändert. Wieder ein Stück Autobahn Richtung Funchal und bei der Ausfahrt 19 ab und wie sollte es anders sein, Serpentinenstraße nach Camacha.
An der Kirche Auto abstellt und zu Fuß den Ort erkundet. Wir konnten keinen Hinweis finden der auf Korb- oder Kunsthandwerk hinwies. Wir haben ja Erfahrung, also uns mal in ein Cafe gesetzt und mit der Bedienung geplaudert. Leider verstand sie kein Englisch und Spanisch aber ein Kollege…. Dieser gab uns Anweisung wo wir den die „Souvenirs“ finden. Wir los getrabt… ähhh … rauf und runter, hin und her… Das liebe Internet per Handy angefragt. Nun hatten wir eine Spur also wieder zurück. Am Gemeindepark, da gibt es ein Café und Ausstellungsräume und…. Ja die hatten auch Strickwaren. Herwart schlupfte in eine kuschelige blaue Jacke…. Entweder war die Jacke zu groß oder Herwart zu dünn. Eine andere Größe gab es nicht, also… dann halt nicht.
Die Korbwaren haben uns nicht vom Hocker gerissen, Allerweltsware …. Nichts besonderes…
Camacha ist ein hübsches, kleines Dorf nur ein paar Kilometer östlich von Funchal gelegen. Camacha liegt im östlichen Teil der Insel, fast 700 Meter über Meeresniveau. Es ist berühmt für sein alljährliches ‘Apfelfest’ und seine äußerst aktiven Volkstanzgruppen. Camacha wird auch das ‘Dorf der Körbemacher’ genannt, weil es auf eine lange Tradition in dieser Industrie zurückblicken kann und das Zentrum von Madeiras Korbwarenindustrie ist!
Heute stellen die einstigen ‘Körbemacher’ die verschiedensten Produkte aus Korbweide her, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wieder bei unserem Auto per Google Map die Route zum Berg gesucht… und gefunden. So zogen wir durch Wälder und an Berghängen vorbei bis wir die ER 202 einbiegen konnten. Kaum waren wir bergauf unterwegs, da meinte mein Formel I Fahrer „die Ölanzeige“ ist an…. und? Nicht gut, wir brauchen Öl. Ähhhh sind mitten in der Prärieeeee. Google Map befragt. Wir müssen zurück und dann nach Santo de Serra. Pfeil Grad, gleich bei der Ortseinfahrt ein Hinweis in 100m eine Tankstelle. Den Gedanken, ob sie offen hat brauchte ich nicht zu Ende denken, da standen wir auch schon in der Tankstelle und sie hat offen. Puhhhh
Tankwart kümmerte sich ums Ölauffüllen und wir konnten nach 10 Minuten wieder los. Kaum auf unserer Route…. Die Anzeige geht nicht aus…. Ähhhh nochmals ein paar Meter gefahren… nein sie geht nicht aus. Wir rufen mal den RentaCar an. Dies getan… ein nette Dame fragte um unsere Problem. Herwart schilderte es im besten Englisch…. Kommentar… fahren sie weiter ist ok. Herwart NEIN, wenn kein Öl wir mitten in den Bergen… haben wir und sie ein Problem. Ähhh sie redet mal mit ihrem Kollegen. Der Kollege sagt er kommt zur Tankstelle. Gut..
Wir also wieder umgedreht und zurück. Schön dass es bei den Tankstellen in der Regel ein Bistro gibt. So gab es überraschenderweise Kaffee und einen Hamburger. Statt 40 Minuten brauchte der Service nur 35. Toll. Als ob er meinem Gatten nicht glauben würde, nochmals alles von vorne…. Der nette Mann wollte Herwart den Motor und die Ölsituation erklären…. Nett fand ich das und schmunzelte aus der Entfernung. Irgendwann wurde es Herwart dann doch zu bunt und erklärte ihm in aller Ruhe dass er sich wohl mit Motoren auskennt…. Und schon wurde Auto getauscht.
Mittlerweile sind 2 Stunden ins Land gezogen und der Zeiger der Uhr näherte sich rasend schnell 15 Uhr. Hurtig machten wir uns nun auf dem Weg den Gipfel des Pico do Areiro. Was für eine tolle Anfahrt. Teilweise übers Plateau dann wieder steil die Straße hoch…. und was für Ausblicke.
Der Pico do Arieiro ist mit einer Höhe von 1.818 m zwar nur der dritthöchste Berg von Madeira, jedoch ist er der einzige, der mit einer Straße erschlossen ist und daher der meistbesuchte Berg Madeiras. Die zwei noch höheren Berge Pico Ruivo (1861 m) und Pico das Torres (1.851 m) liegen etwas östlich der Hochebene Paul da Serra und bilden das Zentralgebirge der Insel. Unterhalb des Gipfels des Pico do Arieiro befindet sich ein Parkplatz, der den Startpunkt der Wanderung bildet.
Wir genossen den Blick über den Wolken zu den einzelnen Gipfeln und den tiefen Tälern. Trotz der vielen Menschen war hier eine gigantische Ruhe. Auf dem Weg zum Auto, wie so oft auf der Suche nach einem WC, kamen wir an einem Souvenirladen vorbei – und die hatten Strickwaren. Ein große Auswahl an verschiedenen Modellen…. Wir fanden doch glatt die Blaue, die Herwart vorher Meilenweit zu groß war, in seiner Größe. Eine richtig tolle Kuscheljacke aus Wolle für kühle Abende auf der Terrasse oder soooo. So motiviert schaute ich auch für mich und wurde fündig. Ein bisschen Handeln beim Preis gehört dazu und alle waren happy.
Ein Blick auf die Uhr zeigte dann doch, dass wir langsam den Rückweg antreten sollten, denn ein Besuch eines Supermarktes war noch vorgesehen…. Wir haben ein Auto, also Großeinkauf.
Dank Internet und Adresse des Continent Supermarktes in Machico führte uns das Navi direkt hin. Frischprodukte waren gefragt und so war ein zielstrebiges Stöbern im Markt schnell erledigt. Gut bepackt ab in die Marina…
Vom historischen Gesichtspunkt ist Machico wahrscheinlich die interessanteste Stadt der Insel, da die Entdecker Madeiras in dieser Bucht landeten.
Hier befindet sich die älteste Kirche der Insel, die ‘Capela dos Milagres’, und zwei Forts zeugen heute noch von den Verteidigungsbemühungen der lokalen Bevölkerung gegenüber den vielen Piratenattacken auf das Dorf.Diese kleine Stadt, die zweitgrößte Madeiras,
Eine kleine Pause und wir fuhren zum Abendessen nach Canical. Die Dame im Marinabüro hat uns ein Lokal empfohlen, wo es Madeiras ursprüngliche Speisen gibt.
Wir fanden am Hafen das Lokal schnell… mhhh das Ambiente … ja es war alles nett gerichtet aber lud nicht so zum Verweilen ein. Aufgrund der Empfehlung wollten wir es dann doch probieren.
Madeira Wein, Thunfisch mariniert als Vorspeise und eine Spezialität aus Madeira Espada mit Banane. Dazu wurden Kartoffeln und Salat gereicht.
Gut dass wir immer nur eine Portion zu zweit Essen, ansonsten wären wir über die Vorspeise nicht rausgekommen. Echt lecker.
Espada (Schwarzer Degenfisch)
Der Schwarze Degenfisch wird in den tiefen Gewässern rund um Madeira gefangen. Dieser Fisch wirkt auf den ersten Blick grässlich, sein Fleisch schmeckt aber wunderbar und er wird für viele traditionelle Gerichte verwendet.
Typischerweise wird der Espada mit Banane und einer Maracujasauce gegessen. Die Kombination aus zartem Fisch und den tropischen Geschmäckern ist einfach wunderbar.
Caniçal, die älteste Gemeinde der Insel, ist ein kleines Fischerdorf, das bis 1981, als der Walfang verboten wurde, Zentrum von Madeiras Walfangindustrie war. Im alten Walfängerbüro findet man heute das ‘Museu da Baleia’ (Walfangmuseum), das die Geschichte des Walfangs auf der Insel dokumentiert.
Es war ein langer Tag mit Hindernissen. Leider konnten wir aufgrund des Fahrzeugwechsel das 2. Tagesziel eine Wanderung zum Balkon/Aussichtspunkt am Rande des Ribeiro Frio Tales nicht machen.
Morgen wollen wir Faulenzen….. Kultur…Ausflüge sind einfach Anstrengend.
