Aufgerafft…..
…. haben wir uns heute wieder und den Bus nach Funchal genommen. Wir wollten nochmals die Stadt erkunden.
Die alten Stadtteile Saò Pedro, Santa Maria und Sè hatten es uns angetan. Zuerst jedoch besuchten wir wieder die Markthalle um hauptsächlich im 1. Stock gemütlich einen Cappu zu genießen. Hier ist eine tolle Atmosphäre zwischen Korbstühlen, großen Blumenkübeln unter weißen Sonnenschirmen. So nebenbei als Untermalung die Geräusche der Marktverkäufer und Touristen.
Raus aus dem Seitenausgang der Markthalle und schon waren wir mitten im Stadtviertel von Santa Maria. In den engen Gassen reihten sich kleine Tavernen aneinander. Die Gerüche aus den Küchen ließ den Magen knurren. Nichts wie raus hier, meinte mein Skipper, ich bekomme Hunger. Etwas abgelenkt wurde er als wir die bemalten Holztüren an den alten Häusern entdeckten. Herrlich was sich die Maler alles einfallen haben lassen.
Ehe wir uns versahen gelangten wir zur Festung Saò Tiago. Etwas ungewöhnlich der Farbanstrich aber ansonsten ganz gut erhalten. Im Innenhof konnten wir zwei Oldtimer bewundern. Wieder in den kleinen Gassen unterwegs wollten wir dann doch auch etwas für unsere Mägen tun. In einer Seitengasse wurden wir fündig und genossen Muschelfleisch in Kräuterbutter mit Knoblauchbrot. Mhhh echt lecker.
Frisch gestärkt marschierten wir Richtung Osten um in das alte Viertel Sè einzutauchen. Das Rathaus und die Jesuitenkirche stachen einem sofort ins Auge. Das Kirchenschiff ist gigantisch prunkvoll. Die Wände und Decken wurden mit bemalten Fliesen versehen. Der Altar und Altarraum wirken dominant und man weiß nicht wo man hingucken soll. Auch hier wurde die Decke, die aus Holz besteht, bemalt. Ein Kunstwerk.
So geblendet von Kunst, zogen wir durch die Gassen und genossen die alten kleinen Häuser mit ihren kleinen Geschäften.
Nach sooo viel Altertum schlenderten wir durch ein modernes Einkaufszentrum um anschließend im Park Santa Catarina eine Pause einzulegen.
Nachdem wir nochmals eine Kaffeepause eingelegt haben, ging es per Bus – eine angenehme Expressfahrt – zurück zur Marina.
Es war ein wundervoller Tag, mit vielen neuen Eindrücken, blauem Himmel und Sonne pur. Allerdings bläst der Wind in der Marina, und auch außerhalb auf dem Meer, kräftig immer noch aus NO mit ca. 5 bft.
Kleines Info zu den alten Stadtvierteln von Funchal.
Historisches Zentrum Santa Maria
Im östlichen Stadtzentrum von Funchal befindet sich die Altstadt Santa Maria.
Obwohl sehr unterschiedliche Bevölkerungsschichten dieses Viertel einst bewohnten, zeigt dieser Stadtteil dennoch eine interessante Gleichförmigkeit in den Bauten auf. Die Kapelle Nossa Senhora wurde etwa im Jahr 1430 gebaut und war somit eines der ersten Gebäude.
Der Stadtteil Santa Maria verlagerte sich immer östlicher nachdem die Kathedrale Sé entstand. Funchal entwickelte sich im 16. Jahrhundert auch immer mehr zur Handelsstadt durch den Aufschwung der Zuckerindustrie.
Die Einwohner von diesem Stadtteil setzte man nie unter Druck für einen Wiederaufbau im großen Stil, dennoch wurden bereits viele Renovierungsarbeiten durchgeführt und die Altstadt besitzt ein ganz besonderes Flair. Ein großer Beitrag zur Aufwertung dieses Viertels sind auch neue Projekte wie die Seilbahn nach Monte, die hier den Ausgangspunkt hat.
Seit 1986 steht der Stadtteil Santa Maria unter Denkmalschutz.
Historisches Zentrum Sé
Westlich von der Altstadt Santa Maria befindet sich das historische Zentrum Sé.
Eines der ersten Gebäude in diesem Stadtteil wurde 1491 fertiggestellt, das Rathaus mit der Notar-Kanzlei und den öffentlichen Versammlungsräumen. Im Jahr 1493 wurde der Bau der „großen Kirche“ begonnen und als Kathedrale Sé im Jahr 1514 eingeweiht.
Auf demselben Platz, dem früheren Campo do Duque, wurden während des 16. Jahrhunderts die Festung, der Bischofspalast, der Priesterseminar und die Jesuitenschule erbaut. Auch die bedeutendsten Händler ließen sich in dieser Nachbarschaft nieder.
Somit war die Absicht von König Dom Manuel, eine neue Stadt zu bauen, bestätigt.
Historisches Zentrum São Pedro
Gleich nach dem historischen Stadtteil Sé ist das Viertel São Pedro die bedeutendste und bevölkerungsreichste Kirchengemeinde von Funchal.
Bereits ab dem 15. Jahrhundert bauten dort die bedeutenden reichen Familien ihre Häuser, um sich vom Rest der Stadtbevölkerung abzugrenzen.
Die Kapellen São Pedro und São Paulo, sowie ein kleines Krankenhaus wurden in diesem Stadtteil vom ersten Kommandanten Funchals, João Gonçalves Zarco, gebaut. Auch der zweite Kommandant, João Gonçalves da Câmara, ließ sich später in dem prachtvollen Anwesen Quinta das Cruzes in der Nachbarschaft nieder. Danach wurde das bedeutende Kloster São Francisco und auch das Franziskaner Kloster Santa Clara errichtet. Im 17. Jahrhundert folgte dann das Kloster Mercês.