Es kommt immer anders als man denkt….
…. Wetterberichte heute Morgen nochmals studiert: ja es kann gehen. Um kurz vor 8 Uhr an der Tankstelle in „England“. Skipper hat Diesel aufgefüllt.
Während wir an der Tankstelle lagen, zogen Wolken zum Affenberg….. und es wurde düster… ähhhh was soll das. Davon stand nichts im örtlichen Wetterbericht. Bis wir fertig waren, alles grau in grau und windig. Na dann.
Auf der Westseite vom Berg fegte der Wind ganz schön… Fallwinde- wie mein Skipper meinte bis zu 22 Knoten Wir schlängelten uns an den großen Schiffen vorbei und ab in die Straße. Nun etwas mehr power damit wir nicht ins straucheln kommen. Der Wind blies uns ins Gesicht mit gut 20 Knoten…. „Fallwinde“?…. Die Strömung kam aus Ost. Na klar…. haben ja Ostwind. Nach gut 4 Seemeilen gingen wir auf Kurs…. Der Wind übrigens auch, denn nun war es ein NO. Ein maues Gefühl machte sich in meinem Magen breit…. .
Also gedanklich nochmal die Wetterkarten revue passieren lassen: ja wir müssen etwas Gegen an bis der Wind dreht und dann passt es. Theorie nach drei Stunden begann er sich langsam zu drehen um anzuzeigen dass er eigentlich aus Osten kommen möchte, aber….
Die Welle mit 0.8m in der Prognose entwickelte sich zu einem Schleudergang, Cocktailshaker… Wir hatten ganz vergessen wie unangenehm die Mittelmeerwelle sein kann. Kurz, steif, steil, knackig und wechselhaft. Ohhhhh
Nach 4 Stunden hatten wir genug und flexibel wie wir sind haben wir uns ein neues Ziel gesucht und Marbella angesteuert. Zwei Marinas…. Ausgezählt welche wir nehmen. Die Marina Bajadilla hat gewonnen… angefunkt und ein Marinero hat sich gemeldet. Wir an den Anlegesteg….. Manöver perfekt. Herwart das Offizielle erledigt und wir haben einen Platz zugeteilt bekommen. Supi
Rein zwischen die Stege und als ich den Marinero gesichtet habe den Platz angesteuert. Wir hatten Platz zum drehen…. Toll der Wind immer noch mit 20 Knoten von der Seite…. Ich liebe es bei diesem Wind anzulegen, da kann man so flexibel agieren…
Platz gesichtet uns gedreht damit wir vorwärts einfahren können…. Kurz bevor ich die Schnauze drin hatte, kam vom Marinero Muring ist defekt… anderen Platz…. Meine Stimmung fing an sich zu senken…. Also versucht mit dem Wind den neuen Platz 2 Boote daneben rein…. Der Wind hat geschoben und die Muring der hinteren Stege kamen immer näher…. Also wieder einen anderen Platz wieder 2 Boote weiter…. Rein gut … nur der Marinero fing jetzt erst an die Muring zu suchen… während er die Landleine die er schon vom Skipper überreicht bekommen hat, locker in der Hand hielt…. Was machen die denn da vorne….. meine Gesichtsfarbe nahm eine rötliche Färbung an… endlich kam Herwart mit der Muring… mittlerweile das rückwärtige Teil von Ciganka schon nach Steuerbord getriftet…. . Herwart und ich zogen an der Muring…. Das Cockpit füllte sich mit Schlamm und Gestank… die Muring voller Muscheln und dick wie eine Leine von einem Frachter…. Mittlerweile bekam der Marinero Unterstützung und so schafften wir es nach gut 20 Minuten Ciganka „irgendwie“ festzumachen. Wir stanken nach Muscheln und waren voller Schlamm….. trotzdem richteten wir Ciganka ohne fremde Hilfe aus und so liegen wir nun ruhig.
Schlauch aus der Backs Kiste und Herwart durfte Ciganka, hat er übrigens gestern richtig gründlich gemacht, gereinigt. Es war schon eine Schinderei den Schlamm wieder von Bord zu bekommen.
Wieso muss eine holprige Überfahrt eigentlich immer auch ein schlechtes Anlegemanöver nach sich ziehen?
Warum haben wir eigentlich abgelegt…. Sind unsere Prinzipien nicht treu geblieben. Es ist doch egal wo man abwettert…. Eigentlich.
Mal gucken wie sich das Wetter heute bzw. Morgen entwickelt, was für Prognosen es wieder gibt. Dann werden wir sehen ob wir hier bleiben und den Levante hier abwettern oder noch ein „Häuschen“ weiter ziehen.
Jetzt geht es in die Pantry ein leckeres Essen zaubern. Schweinefilet mit grünen Spargel und Salat. Als Nachspeise Erdbeeren mit Sahne. Hier ist die Erdbeerzeit „ausgebrochen! lecker….




