Malaga – Hauptstadt der Costa del Sol
….war unser Ziel heute.
Málaga – Eine der schönsten spanischen Städte, direkt am westlichen Mittelmeer gelegen, ist Málaga. Die größte Stadt an der Costa del Sol wird immer öfter mit dem berühmten Barcelona verglichen.
Málaga wurde bereits im 8. Jahrhundert vor Christus von Seefahrern aus Phönizien gegründet. Lange Zeit gehörte die Stadt zum Herrschaftsgebiet der Karthager, bis sie durch den zweiten Punischen Krieg an Rom fiel. Danach erlebte die Stadt mehrere Herrschaftswechsel, bis sie 711 nach Christus durch Mauren erobert wurde, die hier eine Residenz errichteten. 1053 übernahm Granada die Oberhoheit. Durch die Katholischen Könige, die 1487 die Stadt einnahmen, begann die christliche Reformierung. Im Spanischen Bürgerkrieg diente Málaga als Frontstadt.
1937 fand die „Schlacht von Málaga“ statt, die durch das gleichnamige Massaker mit über 10.000 Toten eine traurige Berühmtheit erlangte. Bis heute haben alle Kulturen ihre Spuren in Bauwerken hinterlassen. Religion spielt wie in allen Städten Spaniens eine große Rolle im Leben der Menschen.
Kein Mietauto sondern mit dem Bus wollten wir die spanische Stadt besuchen. Busfahren ist entspannter, man braucht nicht gucken wo es hin geht und sich die Gegend anschau`n in aller Ruhe ist auch möglich.
So waren wir nach einer Stunde Busfahrt direkt im Zentrum am Busbahnhof. Noch gleich erkundigt, wann dieser am Nachmittag wieder zurück geht damit wir ein wenig kalkulieren können bezüglich Zeit die uns zur Verfügung steht. Dies ist aus unserer Sicht der einzige Nachteil zu einem Mietauto, man ist auf andere angewiesen.
Am Ausgang vom Busbahnhof gibt es einen Übersichtsplan der Innenstadt zum sich ein wenig zu orientieren. Altertum und Kirchen war angesagt, also ab die Post….
Kaum uns ein wenig vom Busbahnhof entfernt, stolperten wir über die erste Kirche. Es sollte nicht die einzige sein. Die Stadt der Kirchen…… ob mit oder ohne Glockenturm gefühlmäßig fast an jeder Ecke oder in einer Seitengasse fanden wir große und kleine Kirchen.
Es blies ein echt kalter Wind hier. In Caleta herrschte Windstille als wir uns auf den Weg machten. Übrigens in kurzen Hosen aber doch Jacken dabei. So fröstelten wir ganz schön als wir durch die Straßen zogen. Was für ein Glück dass uns das Kaufhaus El Corte Ingles über den Weg lief. Da muss ich rein denn ich brauche eine Leggins oder Strumpfhose. Eine Verkaufslady half mir bei der Suche nach der richtigen Größe denn mit ¼, ½ und ¾ konnte ich wirklich nichts anfangen. Fündig geworden, ab in die Umkleide um ein warmes Beinkleid anzuziehen. Was für eine Wohltat. Mein Skipper wollte Held sein und beließ es beim kurzen Höschen.
Nachdem wir den Fluss Fluss Guadalmedina, leider ohne Wasser, überquert hatten konnten wir die Fußgängerzone genießen. Kein Autoverkehr mehr, kein Stau…. Herrlich.
Mal schlenderten wir links herum, dann wieder rechts…. und ehe wir uns versahen waren wir an der Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación. Was für ein gigantisches Bauwerk. Es gibt keine Möglichkeit diese auf ein Bild zu bekommen… immer nur Bruchstücke der Kirche.
Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación
Die Kathedrale Málagas wurde von den christlichen Eroberern ab 1528 über einer Moschee erbaut. Obwohl in den ursprünglichen Plänen zwei Türme geplant worden waren, wurde später aus Geldmangel nur einer vervollständigt, was der Kathedrale ihren volkstümlichen Namen „La Manquita“ („kleine einarmige Dame“) einbrachte. Sie ist der Inkarnation, also der Fleischwerdung Gottes, geweiht. Der Kathedrale wurde 1855 von Papst Pius IX. der Titel einer Basilica minor verliehen.
Als Resultat der 254 Jahre langen Bauphase bis ins Jahre 1782 besteht die Kirche aus einer Mischung verschiedener Stilrichtungen. Vorherrschend ist der Stil der Renaissance, sie besitzt aber auch aus Elemente der Gotik, des Barocks und des Neoklassizismus.
Die drei Torbögen des Hauptportals sind mit Marmor in verschiedenen Farben dekoriert. Über den Türen befindet sich jeweils ein Medaillon: In den Medaillons über den seitlichen Türen sind die Stadtheiligen San Ciriaco und Santa Paula dargestellt, das mittlere zeigt die Verkündigung Mariens.
Die drei Kirchenschiffe sind gleich hoch, das mittlere ist breiter als die seitlichen. Um die Stabilität trotz der großen Höhe zu gewährleisten, nutzte der Architekt ein besonderes System: Er verband kreuzförmige Pfeiler mit korinthischen Säulen und vereinte Elemente der klassischen Tradition mit denen der Renaissance. Das Deckengewölbe mit zahlreichen flachen Kuppeln ist prächtig dekoriert.
Das Interieur ist von der Renaissance und dem Barock geprägt. Die Chorgestühle aus dem 17. Jahrhundert aus Mahagoni und Zedernholz wurden von Luis Ortiz angefertigt. Die Dekoration des Chorgestühls wurde von Pedro de Mena vollendet. Er fertigte auch 40 Statuen für die Kirche.
Uns zog es weiter und zwischen den Gassen taten sich immer wieder kleine und große Plätze auf, die geprägt von Cafes, Restaurant und schattenspenden Bäumen waren.
Endlich standen wir vor der Festungsanlage La Alcazaba. Bevor wir jedoch die Festung erklommen, konnten wir einen Blick ins römische Theater werfen.
Das römische Theater – Am Fusse der Alcazaba von Malaga befindet sich das römische Theater. Dieses entdeckte man vor wenigen Jahren (1951) bei archäologischen Arbeiten. Es wurde einer aufwendigen Restaurierung unterzogen und den Besuchern kostenlos zugänglich gemacht. Dieses Freiluft-Museum beinhaltet auch eine kleine Ausstellung, in der man verschiedene Gegenstände wie Masken, Keramikartefakte und Waffen aus der römischen Besatzungszeit Malagas besichtigen kann. Hier erhält man einen guten Eindruck von der langen und bewegenden Geschichte der Stadt Malaga und einer Epoche lange vor den maurischen Bauherren der Alcazaba von Malaga
Das La Alcazaba nennt man auch das Kleine Alhambra. Einen kleinen Obolus durften wir zahlen um uns in der Festung umzuschauen. Wir schlenderten durch die verschiedenen Abschnitte. Bewunderten die Bepflanzungen, die Wasserläufe und genossen die Aussicht über die Stadt.
Die Alcazaba von Malaga – Dem Besucher von Malaga fällt besonders die langgezogene Festungsanlage oberhalb des Zentrums ins Auge. Sie erhebt sich hoch über der Stadt und bietet einen tollen Blick über Malaga und den neu gestalteten Hafen. Die Alcazaba von Malaga ist ein historisches Zeugnis arabischer Baukunst. Im Osten ist sie mit der Burg Castillo del Gibralfaro verbunden, die etwa drei Jahrhunderte später entstand und von den katholischen Königen nach der Eroberung Malagas im Jahr 1487 errichtet wurde. Auch wenn sich die Alcazaba von Malaga nicht mit der Alhambra von Granada in ihrer Grösse messen kann, ist sie doch ein imposanter Bau, den es sich zu besuchen lohnt. Insbesondere wenn man den günstigen Eintrittspreis beachtet und keine Wartezeiten zu erwarten sind.
König Badis-Maksan, Herrscher des granadinischen Taifa-Königreichs baute in den Jahren von 1036-1057 auf den Resten einer phönizinischen Palastanlage die Alcazaba (span.fuer Zidatelle/Festung) von Malaga. Da diese Festungsanlage als Residenz der arabischen Herrscher diente, ähnelt sie sich im Grundriss der Alhambra von Granada.
Viel Kultur und Geschichte ermüdet und macht Hunger. So begaben wir uns langsam auf den Rückweg, es galt doch etliche Kilometer zu bewältigen bis wir wieder am Busbahnhof sind. In einer Seitengasse fanden wir ein Lokal das uns zu verweilen einlud und wir genossen Tapas, Bier und Wein.
Fast ohne uns zu verlaufen fanden wir uns wieder am Busbahnhof ein und der Bus, man glaubt es kaum, fuhr auch noch pünktlich los.
Beinahe hätte ich etwas Wichtiges vergessen…. Pablo Picasso der große spanische Maler wurde 1881 in Málaga geboren. Das Geburtshaus, vor dem eine große Skulptur ausgestellt wurde, gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Im Museo Picasso sind 204 Werke des Meisters ausgestellt, die durch eine Erbschaft an die Stadt fielen.
Nun ist es genug für heute…… Zum Abendessen gab es Sahnegeschnetzeltes mit grünem Salat und frischem Baguette.