Alte Steine… Geschichte….Kultur und wunde Füße….
Wir hatten nun Zeit und Muße uns Rom die Altstadt zu erkunden. Herwart hatte noch nie das Vergnügen, ich war vor gut 22 Jahren schon mal da. Damals mit einem großen Wohnmobil und Familie. Jüngster Spross gerade mal 9 Monate alt.
Mit der Metro fuhren wir bis zur Endhaltestelle und durften dann Umsteigen in die S Bahn. In Bayern heißt das Huschibahn. Wir hatten alles im Griff und nach einer guten Stunde standen wir am Zentralbahnhof Termini im Zentrum.
Nun galt es sich zu orientieren….. ein Stadtplan muss her. An einem Stand fanden wir was wir suchten und konnten uns auf den Weg machen. Die obligatorischen Stätten wollten wir besuchen.
Also dann mal los. Nicht nur dass wir darauf achten mussten mit niemanden auf Tuchfühlung zu gehen (vor Taschendieben wurden wir gewarnt), die Gehwege mit ihren Unebenheiten und fehlenden Pflastersteinen mussten unfallfrei genommen werden und dann noch auch auf die Massen an Touristen achten. Viele hatten eine Führung, vornweg marschierte dieser mit einem Fähnchen und die Meute rannte hinterher – ohne auf die Mitmenschen zu achten. Nicht nur einmal bekamen wir einen Ellbogen oder Rucksack unsanft verabreicht.
Bei unserem Rundgang kamen wir an Basilica Santa Maria Maggiore vorbei. Wir hatten die Ehre diese Kirche von hinten zu sehen. Nicht wissend dass es sich um die Rückseite der Basilica handelt, war es nicht einfach das Gebäude zuzuordnen.
Die Basilika Santa Maria Maggiore stammt aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Ein mutmaßlicher Vorgängerbau, der nach 352 durch den römischen Bischof Liberius errichtet worden sein soll, konnte bei Grabungen nicht bestätigt werden.Die Liberius-Basilika befand sich wahrscheinlich an einer anderen, wenn auch nahe gelegenen Stelle auf dem Esquilin. Sie ist auch als Schauplatz der Straßenkämpfe nach der Wahl Damasus’ I. zum Papst im Jahr 366 aus dem Libellus precum bekannt.und wurde bei der Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich im Jahr 410 niedergebrannt.
Der Legende nach sei die Madonna in der Nacht auf den 5. August dem römischen Kaufmann Johannes und seiner Frau erschienen und habe versprochen, dass ihr Wunsch nach einem Sohn in Erfüllung gehe, wenn ihr zu Ehren eine Kirche an der Stelle errichtet werde, wo am nächsten Morgen Schnee liege. Das Ehepaar begab sich daraufhin zu Liberius, welcher denselben Traum hatte. Am Morgen des 5. August sei die höchste Erhebung des Esquilinhügels weiß gefärbt von Schnee gewesen. Deshalb trägt die ihr nachfolgende Kirche bis heute auch das Patrozinium Santa Maria ad Nives (deutsch: Maria Schnee) und feiert am 5. August ihren Weihetag.
Nach einer Kaffeepause und einem Blick in die Straßenkarte orientierten wir uns weiter. Wir nahmen eine Abkürzung und marschierten durch enge Gassen mit kleinen Restaurants. Mal links mal rechts… manchmal wussten wir nicht wo wir waren… aber dann standen wir am Piazza Venezia mit ihrem Denkmal Emanuelle II.
Emanuele II. – Il Vittoriano – Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II., den ersten König Italiens. Ein wegen der Optik umstrittenes Gebäude unter den Einwohnern von Rom.
Das marmorweiße Nationaldenkmal in Rom, an der Piazza Venezia, ehrt den 1. König Italiens – Viktor Emanuel II. In direkter Nähe befinden sich weitere beeindruckende Sehenswürdigkeiten, wie die Basilika Santa Maria in Aracaoeli, die Trajanssäule, die Trajansmärkte, das Kapitol sowie das Forum Romanum und etwas weiter entfernt das Colosseum. Für das Denkmal wurde sogar ein Teil des Kapitolinischen Hügels abgebaut und antike Ruinen zerstört.
Eingeweiht wurde das Viktor Emanuel II Denkmal im Jahr 1911, im Beisein von König Vittorio Emanuel III., dem Neffen. Fertiggestellt wurde ‚Il Vittoriano‘ erst im Jahr 1927.
Über die Vittorio Emanuele gelangten wir zum Tiber und konnten schon mal einen Blick auf die Engelsburg werfen.
Engelsburg – Rom – Die imposante Engelsburg (Castel Sant‘ Angelo) ist das einzige Bauwerk Roms, welches der Stadtentwicklung Roms über etwa 2000 Jahre hinweg gefolgt ist. Alle anderen Monumente Roms erlitten ein anderes Schicksal, da sie entweder zu Ruinen herunterkamen oder als Steinbrüche für die Wiederverwendung von Baumaterial für neue, modernere Konstruktionen genutzt wurden.
Im Laufe der Jahrhunderte unterlag die Engelsburg mehreren Umbauten, sowohl aus architektonischer /baulicher Sicht als auch hinsichtlich seines Gebrauchs: 123 v. Chr. wurde sie als Mausoleum Kaiser Hadrians und seiner Familie gebaut; im Jahre 403 verlor sie ihre ursprüngliche Funktion und wurde zum befestigten Außenposten zur Verteidigung Roms; zu Beginn des XI. Jahrhunderts übernahm sie die Aufgabe eines Gefängnisses; im XIV. Jahrhundert, nach verschiedenen Besitzerwechseln unter den römischen Adelsfamilien, war ihr Schicksal dann an das der Päpste gebunden.
Im XIX. Jahrhundert wurde sie bis 1906 wieder zum Gefängnis, bis sie dann zum Museum mit Charme wurde und bereit war, ihr historisches Erbe mit der Welt zu teilen.
Der Petersplatz und sein Dom ist ein Muss wenn man sich in der Stadt umsehen will. Nachdem wir den Tiber überquert haben gelangten wir zur Via della Conciliazione und kurz danach öffnete sich der Petersplatz der vom Petersdom überragt wurde.
Der Petersplatz (Piazza San Pietro) ist Teil der Vatikanstadt. Er wurde um 1657 vor dem Petersdom angelegt. Der Platz hat eine elliptische Form und wird von Kolonaden dorischer Säulen umrahmt. Die Kolonnaden sollen die Gläubigen auf dem Platz in ihre Arme nehmen. Auf der Brüstung stehen 140 Heiligenstatuen.
Mitten auf dem Petersplatz steht der Obelisk Vaticano. Der ägyptische Obelisk ist 25 Meter hoch und nicht beschriftet. Er stand zuvor im Circus des Nero und wird auf das 13. Jhd. v. Chr. datiert. Die zwei Brunnen auf der linken und rechten Seite wurden von Maderno und Bernini entworfen.
Natürlich wollten wir einen Blick in den Dom werfen aber….. als wir die Warteschlange sahen, nahmen wir abstand davon. Schade.
Der Petersdom ist die größte katholische Kirche der Welt und bietet in 5 Schiffen 60.000 Gläubigen Platz. Der päpstliche Hochaltar befindet sich genau an der Stelle, an der vor der Heilige Petrus 67 n.Chr. nach seiner Kreuzigung beerdigt worden sein soll.
Bau des Petersdoms – Vor 2000 Jahren befand sich dort, wo heute der Petersdom steht der Privatzirkus des damaligen Kaisers Nero. Er war es, der im Jahre 67 n.Chr. die Christen für den schweren Brand verantwortlich machte, der Rom fast vernichtete. Dafür ließ er die Christen bestrafen, viele erlitten das Schicksal Jesus’ und fanden leidend am Kreuz ihr Ende. So ist es auch dem heiligen Pietro ergangen, der 30 Jahre nach der Kreuzigung Jesus im Alter von wahrscheinlich 60 – 70 Jahren mit dem Kopf nach unten ans Kreuz genagelt wurde.
Eine kleine Gruppe Christen begrub den Leichnam Pietros ganz in der Nähe seines Martyriums. Sie kennzeichneten den Ort mit Ziegeln, die sie zu einer Art Dach formierten. Ausgrabungen belegen, dass später genau über dem Grab des heiligen Pietro das heilige Herz der Basilika, der Altar errichtet wurde. Bereits im Frühchristentum, als noch keine Kirche die Grabstelle ziert, entwickelte sich an dieser Stelle ein Wallfahrtsort.
Um 550 n.Ch. entstand an dieser Stelle die erste Peterskirche gewaltiger Ausmaßes. Für mehr als 1000 Jahre war sie in Funktion und war im Mittelalter bereits das Zentrum der Christenheit.
Schaut man sich allein den Fußboden an, so ist dieser ein Meisterwerk für sich: Kostbarer farbiger Marmor aus verschiedenen Regionen der Welt wurde hier zu einem Gebilde aus geometrischen Intarsien zusammengefügt, wie es größer und schöner in der Welt nicht existiert.
Zu den einzigartigen künstlerischen Merkmalen der Peterskirche gehören u.a. die Marmorgruppe der Pietà von Michelangelo, eine Statue des Kaisers Konstantin von Gian Lorenzo Bernini sowie die verehrte Bronzestatue St. Peters.
Die Statue des Heiligen Petrus befindet sich im Hauptschiff. Da die Berührung des Fußes Segen bringen soll, ist der rechte Fuß der Bronzestatue stark abgerieben.
Michelangelo war bereits 70 Jahre alt und baute ein Modell von 5 m Höhe und 4 m Ausmaß, um sicher zu stellen, dass auch nach seinem Tod das Projekt realisiert werden konnte. Er hatte erkannt, dass die Kuppel das wahre Symbol der Basilika und das Wahrzeichen der Christenheit werden musste. Für eine Kuppel dieser Ausmaße bedurfte es eines genialen Ingenieurgeistes: Auf der äußeren Kuppel leitet ein System aus Rippenträgern das Gewicht der Kuppel nach außen ab.
Das zweite Geheimnis der Kuppel ist die Doppelkalotte mit einem Zwischenraum…. Mehr Information unter http://www.urlaub-rom.de/Sehenswertes_in_Rom/Christliches_Rom/Petersdom.php
Uns zog es weiter zur Engelsburg aber auch hier eine Warteschlange…. Gerne hätten wir einen Blick ins Innere geworfen. So schlenderten wir durch kleine Gassen mit niedlichen Geschäften und Restaurants. Eine tolle Atmosphäre: nicht zu laut, gemütlich und fürs Auge gab es immer etwas zu sehen. Bevor wir am Pantheon vorbei schlenderten, erreichten wir die Piazza Navona. Hier herrschte ein Trubel, Menschenmassen scharten sich um die Brunnen. Wow
Piazza Navona – Dies ist einer der beliebtesten Plätze in Rom: Meistens ist die Piazza Navona sehr belebt. Ob einen Happen essen, den Malern zuschauen oder bei einem Straßenhändler eine Kleinigkeit kaufen. An nur wenigen Plätzen kann man das barocke Rom so genießen wie hier.
Nun war es nicht mehr weit zum Brunnen Fontana die Trevi. Den Brunnen sahen wir noch nicht aber wir hörten die Menschen…. Dicht gedrängt standen sie am Brunnen. Mit einem Foto wurde festgehalten (auch wir) als die Münze über die linke oder rechte Schulter in den Brunnen geworfen wurde. Man soll sich dabei etwas wünschen…. Es heißt dass dies in Erfüllung geht. Außerdem besagt die Sage, dass man wieder an den Ort zurückkommt. Bei mir hat es 22 Jahre gedauert bis es mich wieder nach Rom verschlagen hat.
Der Trevi Brunnen ist wohl der bekannteste Brunnen in Rom. In der Schlüsselszene im Film ‚La Dolce Vita‘ – Das süße Leben aus dem Jahr 1960 – spielt er eine ‚Hauptrolle‘.
Er ist wohl eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Rom – der Trevi Brunnen. Erbaut wurde er im Auftrag von Papst Clemens XII im Jahr 1732, fertigestellt wurde er im Jahr 1762. Mit einer Beckenlänge von 50 Metern und einer Gesamthöhe von 26 Metern ist der Trevi Brunnen der größte Brunnen Roms.
Die Fontana die Trevi wurde bis zum Jahr 2007 von einem antiken Wasserleitungssystem, dem Aqua Virgo aus dem Jahr 19 vor Christus, versorgt. Den Namen des den Brunnen versorgenden Aquädukts gab Agrippa, da eine Jungfrau seinen Soldaten die Wasserquelle in den Sabiner Bergen gezeigt haben soll. Durch einen Bauschaden im Jahr 2007 wird er heutzutage mit Leitungswasser versorgt. Schätzungsweise 80 Millionen Liter Wasser sollen täglich durch den Brunnen fließen.
Die Fontana di Trevi ist für Roms Caritas eine lukrative Geldeinnahmequelle, denn ein ganz besonderer Aberglaube – der Münzenwurf – sorgt dafür, dass jährlich über eine halbe Million Euro für gute Zwecke gespendet wird. Nicht nur Verliebte und Reisende werfen regelmäßig Münzen in den spätbarocken Brunnen auch die Römer selbst frönen dem Münzwurf zum Glück.
So wird es gemacht: Man stellt sich mit dem Rücken zum Brunnen und wirft mit der linken Hand über die rechte Schulter oder mit der rechten Hand über die linke Schulter die Münze ins Brunnenbecken und ohne sich umzudrehen!
Legende: Eine Münze soll für Reisende die Rückkehr nach Rom garantieren, wirft man eine zweite Münze in den Brunnen dann soll man sich (laut Legende) in eine Römerin oder einen Römer verlieben. Eine dritte Münze soll dafür sorgen das man die- oder denjenigen dann auch heiraten wird. Das trifft sich gut, denn die sehenswerte Basilika Santa Maria in Trivo befindet sich ebenfalls auf der Piazza Trevi. Die Fontana di Trevi wird ja nicht umsonst ‚Brunnen der Verliebten‘ genannt.
Wir waren müde und nach mehr als 5 Stunden laufen taten uns die Füße weh. Wir sind dies nicht mehr gewohnt. So machten wir uns auf den Rückweg. Glücklich waren wir als wir den Termini Bahnhofe sahen und uns in die Huschibahn setzten konnten.
Wir genossen das Abendessen und einen leckeren Weißwein und ließen die Eindrücke von heute nochmal Revue passieren.