Landratten …………..
Als wir letztes Jahr mit unserer Ciganka die Kanaren erkundet haben, hat es uns besonders La Gomera angetan. Die bunte immer grüne Insel und ihre Menschen.
Besonders das Klima auf den Kanaren hat uns gut getan und so entwickelte sich die Idee die Wintermonate in warmen Gefilden zu verbringen.
Es hat ein wenig gedauert bis wir eine passende Unterkunft auf La Gomera gefunden haben. Wir wollten nicht im Trubel sein aber auch nicht irgendwo in der Prärie.
Als wir das Häuschen in Chejelipes entdeckten, auch noch vom 8.1.-22.3.2018 frei war, schlugen wir zu.
So waren wir doch gespannt wie wir wohl das Wasser in der Nähe, aber doch festen Boden unter den Füßen, es uns ergehen wird.
Wir wollten laufen, wandern und relaxen. Ja für die erste Woche gab es ein Mietauto, denn Chejelipes liegt 8km von San Sebastian entfernt denn der Kühlschrank und die Vorratskammer mussten gefüllt werden.
Da wir letztes Jahr die Örtlichkeit schon erkundet hatten, wussten wir wo wir uns eindeckten konnten.
Wenn schon Auto vor der Tür, haben wir auch gleich ein paar Ausflüge über die Insel unternommen.
Der Ort Chejelipes liegt günstig um von der Haustüre aus etliche Wanderrouten zu laufen. In unserem Wanderführer eine „kurze“ Route ausgesucht. Chejelipes – La Laja – Degollada de Peraza ist in gut 2 ½ Stunden zu bewältigen. Für den Anfang genau richtig dachten wir. Nach La Laja geht es der Straße entlang… stetig bergauf… Huch wir kamen da schon ins Schwitzen und nutzen die kurzen Standpausen um Fotos zu machen und auch um durch zu schnaufen. Runter von der Straße über Stock und Stein … stetig bergan und wie. Wir stellten schnell fest, dass Wanderwege nicht Wanderwege sind wie wir sie kennen. Es sind eher Steige s.g. Caminos alte Hirtenwege, die früher dazu dienten die einzelnen Höfe und Dörfer quer über die Insel zu verbinden.
Als wir nach 5km und 3 Stunden die Aussicht bewunderten waren wir fix und fertig. Kondition hatten wir keine, Muskelkater kündigte sich an. Wir hätten eher sagen können was und nicht weh tut als… Aber es hat Spaß gemacht und wir wollten mehr.
So haben wir alle 2-3 Tage unsere Wanderschuhe geschnürt und sind losgezogen.
Von Mal zu Mal merken wir wie es leichter geht und wir auch mit den Caminos zurechtkamen.
Wir begannen die Routen zu kombinieren so dass aus 5 oder 7 km schnell 14, 16 und dann sogar 18.5 km daraus wurden. Nach knapp 9 Stunden gehen, wandern, laufen schmeckte das Bier in der Bar in San Sebastian besonders gut.
Zum Einkaufen nach San Sebastian liefen wir die 8km in gut 75 Minuten und genossen Landschaft und die gute Luft. Zurück nahmen wir den Bus, der uns mitsamt unseren Einkäufen vor der Haustüre absetzte.
Die Wetterkapriolen die es heuer auf den Kanaren gab, merkten wir auf La Gomera natürlich auch. Es regnete, nein es schüttete wie aus Eimern und das stundenlang.
Nachdem es seit über einem Jahr nicht mehr richtig auf der Insel geregnet hat, waren die Gomeras in Hochstimmung – endlich wieder Wasser. Die drei Staudämme in Chejelipes waren innerhalb von ein paar Tagen gefüllt so dass sie überliefen.
Mit dem Regen kam auch die Kälte. Wie uns erzählt wurde, war es seit gut 15 Jahren nicht mehr so kalt. Teilweise untertags nur 16 Grad und in der Nacht gab es dicke Socken für uns. Die Häuser von La Gomera haben keine Heizung und in der Regel auch keinen Ofen. Dafür zieht es durch Türen und Fenster.
So hat das Wetter auch unseren Wanderrhythmus durcheinander gebracht. Die Wolken hingen tief und die Sicht war stark beeinträchtig auf den Routen.
Da der Karneval in San Sebastian tobte, genossen wir den Trubel und ließen uns mit der tollen Stimmung mitreißen. In später Nacht ging es dann nicht zu Fuß zurück sondern mit dem Taxi.
Kaum dass sich die Wolken verzogen haben wurde der Rucksack wieder gepackt und die Stiefel angezogen.
Die Sicht war teilweise so klar, dass man die Insel La Palma sehen konnte und natürlich den gigantischen Teide mit seiner Schneehaube auf Teneriffa.
Nach dem Regen begann die Natur zu explodieren. Die Blumen öffneten Ihre Blüten und auch auf den Wanderwegen sprießte es überall grün.
So verging die Zeit wie im Flug und ehe wir uns versahen rückte der Abreisetermin näher. Wehmut stellte sich bei uns schon ein. Das Klima hat uns sehr gutgetan. In der Sonne verweilen, während Zuhause Väterchen Frost für Minusgrade sorgte.
Gutes Essen, viel Bewegung, die Landschaft, nette Menschen und die gute Luft haben dafür gesorgt dass wir uns wie im Paradies fühlten.
Unter Bildergalerie 2018 haben wir Fotos von unserem „Winteraufenthalt“ auf La Gomera eingestellt. Vielleicht habt ihr ja Lust und Zeit ein wenig darin zu stöbern.
Wir wünschen schon mal viel Spaß