Kommunikation an Bord

Kommunikation an Bord…………                                             Stand 2/2016

W-LAN und Telefon sind mittlerweile auch an Bord nicht mehr wegzudenken. Leider sind die Kosten außerhalb Deutschland – ohne Flat – enorm. Da gilt es sich gut in den jeweiligen Ländern zu informieren welche Sim Card für einen geeignet ist. Unbedingt die Provider vergleichen. Auch Gespräche mit Gleichgesinnten bringt so manche Erleuchtung.

Nachstehend unsere eigenen Erfahrungen und Meinungen….

Griechenland: Nachdem die Erfahrungen mit Vodafone nicht so doll waren, haben wir uns beim Provider WIND eine SIM Card (Prepaid) für den W-LAN Stick 15 Euro für 5GB gekauft. Dafür sind wir gut 4 Wochen (täglich Wetter und Mails geguckt, manchmal etwas mehr) gut versorgt gewesen. Die Telefonkarte (Prepaid) vom gleichen Provider für 10 Euro sollte man nur für Gespräche im Inland verwenden. Nach einem Guten Morgen – Anruf in Deutschland war sie leer. WIND Geschäfte sind in Griechenland, auch auf Inseln, immer zu finden und so ist ein Nach-/Aufladen kein Problem.

In Greece hat jedes Café, Restaurant – auch auf der kleinsten Insel – Wi-Fi. Bei einem Cappu erhält man den Code und wenn die Lokalität unweit des Bootes ist, ein W-LAN Verstärker (z.B. von Alfa) an Bord ist, kann in aller Seelenruhe vom Cockpit aus gesurft werden.

Italien: Vodafone mit der SIM Card (Prepaid) für W-LAN hat uns weitergeholfen, die jedoch mit 20 Euro und 4GB zu Buche schlug. Eine Telefonkarte haben wir nicht besorgt, da wir ja eigentlich nicht lange bleiben wollten. Somit fehlen uns hierfür derzeit aktuelle Informationen. Cafes und Restaurant bieten Wi-Fi an, aber die Qualität ist sehr dürftig.

Malta: Vodafon stach bei unseren Streifzügen ins Auge, also mal angefragt. Da jedoch hat uns das Preisgefüge die Sprache verschlagen und wir haben es bleiben lassen und uns mit „freien“ W-LAN/Wifi begnügt.
Wenn wir wieder vor Ort sind, schauen wir beim Provider GO vorbei. Dieser soll eine bessere Preisgestaltung haben.

Kroatien: In dem Revier (10 Jahre) haben wir immer eine SIM Prepaid Card fürs Telefon und W-Lan gehabt und diese bei Ankunft aufgeladen. Es ist fast in jedem Supermarkt möglich Guthaben zu erwerben, egal um welchen Provider es sich handelt. Da wir seit 2014 nicht mehr in diesem Revier unterwegs sind, fehlen uns und die aktuellen Tarife.
Freies Wi-Fi war kaum zu finden und auch in Cafés und Restaurant sehr mager anzutreffen. Vielleicht hat sich ja mittlerweile etwas geändert.

ALTERNATIV zu Prepaid Card`s der Gastländer: Als es vor gut einem Jahr bei der Telekom Mobil „Tarif All inklusiv“ für 5 Euro monatlich angeboten wurde, habe ich zugeschlagen und dies zu meinen normalen Tarif dazu gebucht. Mit diesem Tarif ist es möglich innerhalb aller EU Ländern mit der gleichen Flat zu telefonieren und zu surfen wie in Deutschland – ohne die üblichen Mehrkosten fürs Ausland. Echt super. Beispiel: Telefonat von Sardinen in die Schweiz eine Stunde.. all inklusiv.

Um die SIM Card nicht immer wechseln (Handy raus W-Lan Stick rein) zu müssen, habe ich mir eine zusätzliche SIM Karte von meiner Handynummer (20 Euro einmalig) besorgt, die im W-LAN Stick eingesetzt wird wenn das Länderbezogene Netz schwächelt oder mal nicht vorhanden ist. Die Telekomcard mit Ihrer EU Vernetzung hat bisher immer super funktioniert.

Da wir der Meinung sind, dass es immer mindestens eine 2. Möglichkeit geben sollte, auch bei der Kommunikation, um mit der Welt in Kontakt zu treten, gibt es bei uns noch nachstehende Geräte an Bord.

Satelliten Telefon: Ist heute nicht mehr so exotisch und auch die Kosten für den Erwerb und Benutzung sind erschwingbar. Um dies betreiben zu können, wird eine SIM Card benötigt. Da gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Vertrag für 12 Monate abschließen. Zu den monatlichen Beiträgen kommen jedoch noch die Gebühren fürs Telefonieren, SMS und Mail Schreiben. Diese variieren je nach Anbieter. Ein Vergleich lohnt sich. In der Regel sind diese etwas günstiger als bei der Prepaid Card.

2. Die Prepaid Card (Preise 2015)
z. B. 6 Monate 200 Min. 559 €
12 Monate 300 Min. 649 €
12 Monate 750 Min. 869 €

Preis für die Aktivitäten z.B. telefonieren 1 Minute 1,74€, SMS 0,58€ und Mail 1 Minute 1,74€.
Nur bei 12 Monaten kann die SIM Card verlängert (aufgeladen) werden und das Restguthaben bleibt erhalten, ansonsten ist es futsch.

Wir haben uns nach einigen Recherchen für die Prepaid Card mit 12 Monaten entschieden.

Wenn es überhaupt kein Netz gibt, was uns in Griechenland auf „abgelegenen“ Inseln und Buchten passiert ist, wurde das Satellitentelefon (Iridium 9555) als Modem eingesetzt und wir konnten Wetterberichte, Mails mit dem Mailprogramm „onsatmail“ senden und empfangen. Die sonntäglichen Telefonate Zuhause waren damit auch kein Problem, jedoch surfen im Internet ist nicht möglich.
Auch bei unseren längeren Überfahrten wurde Iridium als Modem eingesetzt um die Mails mit den aktuellen Wetterberichten von Wetterwelt (Abo) zu empfangen. Auch ein Gespräch mit dem Wetterguru Herrn Schrader von Wetterwelt, um aktuellste Informationen auf der Route zu bekommen, ist dann möglich.

Amateurfunk: Das Amateurfunkgerät gehört mit zur Kommunikation an Bord. Mit dem Funkgerät ist ein Kontakt mit der „Außenwelt“ möglich. Ebenso können Wetterberichte und allgemeine Informationen z.B. Fußballergebnisse eingeholt werden.
Die Amateurfunkvereine Nauticom und Intermar, haben sich spezialisiert für Wetterberichte an Segler. Nauticom kann täglich um 16:15 UTC Zeit auf 14305 KHz und Intermar um 11:00 und 16:30 Uhr auf 14313 KHz Info und Wetterberichte abgehört werden.
Um jedoch mit den Funkamateuren über das Amateurfunknetz in Kontakt treten zu können, benötigt man mindesten das Amateurfunkzeugnis der Klasse E und eine zugewiesenes Rufzeichen der Bundesnetzagentur.
Übrigens: Zuhören auf den Frequenzen ist jederzeit erlaubt und wenn man den Jungs (Nauticom) vorher per Mail mitteilt, auf welcher Route man unterwegs ist, bekommt man den „persönlichen“ Wetterbericht und liebe Grüße über Funk übermittelt.
Somit kommt unser Amateurfunkgerät ICOM 706 MKII immer wieder zum Einsatz.

Auf dem Wasser nimmt man es mit den Rufzeichen nicht so genau. Funkrunden zu vereinbarten Zeiten sind ein fester Bestandteil unten den Langzeitseglern und dienen dazu sich über Wetter, Fischfang, aktueller Speiseplan oder einfach bei einem Plauderstündchen auszutauschen. Natürlich kann auch ohne Rufzeichen ein Notruf an Amateurfunkstellen abgegeben werden. Die Reichweite ist fast unbegrenzt.

UKW – Funk: Ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Kommunikation an Bord. Zum festeingebauten Gerät haben wir auch ein Mobilgerät an Bord. Letzteres hat sich vor allem beim Anlaufen von Häfen und Marinas bewährt, da dieses an Deck benutzt und die Info direkt an den Rudergänger weitergegeben werden kann. Auch wenn jemand von Bord geht (z.B. beim Einkaufen) ist es sehr nützlich, wenn einer an Bord bleibt.

Wenn ein UKW Funkgerät an Bord festinstalliert ist, muss ein Crewmitglied über den entsprechenden Funkschein (SRC/LRC) verfügen. Leider ist die Reichweichte des Gerätes sehr begrenzt.

Wir werden in regelmäßigen Abständen diese Seiten Aktualisieren.